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Sollten wir Frauen Banden bilden?

Rundum den Weltfrauentag im März fragen sich Lisa Harmann und Katharina Nachtsheim, was es heutzutage heißt, Frau und Mutter zu sein. In dieser Folge appelliert Lisa an alle Frauen, einander zu unterstützen und Räuberinnenleitern zu bauen.

Von:
Lesezeit: 4 Minuten
Lisa Harmann und Katharina Nachtsheim

Wir haben doch alle diese eine Freundin oder diesen einen Freund, diesen Menschen im Umfeld, der scheinbar das Glück für sich gepachtet hat, oder? Einen Menschen, dem die Herzen zufliegen und der einen Erfolg nach dem anderen feiert.

Und jetzt horchen wir mal in uns hinein. Geht es uns besser, wenn wir Neid auf diese Person entwickeln? Wenn wir zu Hause sitzen und uns den Kopf zerbrechen, wieso nicht uns die ganze Zeit so viel in den Schoß fällt? Oder geht es uns besser, wenn wir uns mitfreuen über all die Erfolge dieses Menschen? Wenn wir losfahren und eine Flasche Sekt oder eine Packung Pralinen kaufen und uns zusammen darüber freuen?

Manchmal können wir uns relativ leicht für die gute Laune entscheiden. Indem wir uns für andere mitfreuen, wenn es ihnen gut geht. Indem wir für sie da sind, wenn es dann doch mal nicht mehr so gut läuft. Der Effekt ist so einfach wie logisch. Wir investieren in diese Person. Und die Person investiert in uns. Es sollte immer ein Geben und Nehmen in diesem Leben sein. Geht es uns gut, wird sich dieser Mensch auch mit uns mitfreuen. Geht es uns mal nicht so gut, wird er ebenfalls da sein.

Mitleid und Mit-Stolz. Huch, warum gibt es das zweite Wort eigentlich nicht? Warum sprechen wir von „Partners in crime“, aber nicht von „Partners in joy“? Wer mitleiden kann, darf doch auch mit-stolz sein, oder? Mit wem man Pferde stehlen kann, mit dem kann man ebenso gut Freuden feiern!

Wir Frauen tun uns manchmal schwer damit. Untereinander. Wir Frauen sind manchmal Krabben. Wenn Krabben zusammen in einem Korb sitzen, braucht dieser Korb keinen Deckel. Sobald nämlich eine versucht, nach oben rauszukrabbeln, ziehen die anderen sie wieder runter. Es gibt kein Hinaus im Krabbenkorb. Lasst uns keine Krabben sein!

Lasst uns Räuberinnenleitern bauen für andere Frauen, lasst uns pushen und anfeuern, lasst uns mitfreuen, wenn eine große Erfolge feiert. Lasst uns Vorbilder suchen statt Ausreden. Lasst uns andere Lebenswege neugierig zulassen, anstatt sie im Abgleich mit uns selbst zu verurteilen. Lasst uns mutig sein und ruhig schwindelerregende Höhen ansteuern – in der Gewissheit, dass uns schon eine andere auffangen wird, wenn wir mal abrutschen. Lasst uns unsere Tatkraft nicht in Selbstzweifeln ersticken, nicht nur um uns selbst kreisen, sondern Ziele verfolgen. Mit allem, was wir haben. Lasst uns vor allem stolz auf uns sein. Aufeinander und, ja, auch auf uns selbst.

Stellen wir uns doch mal vor, wir fänden uns einfach gut so, wie wir sind. Ganze Drogerieketten und Diät- und Cellulite- und Was-auch-immer-Ratgeber könnten schließen, es würde so viel Energie frei! Für anderes. Fürs Weiterkommen. Stellen wir uns vor, keine Krabbe zöge uns mehr runter, sondern alle würden Räuberleitern bauen!

Stellen wir uns vor, Mütter würden sich untereinander nicht mehr kritisch beäugen, sondern gegenseitig pushen und weiterbringen. „Ich finde großartig, wie du das machst. Ich glaub, ich versuch das auch mal.“

Stellen wir uns vor, wir würden andere Lebensmodelle anschauen und nicht gleich in Schubladen packen, sondern neugierig hinhören. „Ach, so macht ihr das? Spannend, erzähl doch mal mehr!“

Stellen wir uns vor, wir würden uns nicht ärgern, wenn die Kollegin eine Wahnsinns-PowerPoint vorlegt, sondern würden nachfragen, wie sie das hingekriegt hat. „Wow, das war großartig. Verrätst du mir deine Tricks?“

Uns würde vermutlich schwindelig werden da oben, aber wir wären dort ja nicht allein. Weil wir zusammen so weit gekommen sind. Gemeinsam mit unseren Mitstreiterinnen. Mit unseren Töchtern. Mit all den Frauen, die da oben eine gute Figur machen würden. Ohne Groll oder Neid, sondern in dem puren Bewusstsein, zusammen stark zu sein. Und alles erreichen zu können.

Wie schön wäre das, bitte? Und dafür müssen wir ja nicht gleich den Mount Everest hoch und dabei noch andere mitziehen oder uns mitziehen lassen. Es reicht, wenn wir anfangen, den Unterschied im Kleinen zu machen. Indem wir bei jeder beruflichen Absage, die wir bekommen oder erteilen, zum Beispiel eine andere Frau empfehlen. Indem wir Erfolge mit anderen teilen. Wir können jeden Tag damit beginnen, keine Krabbe mehr zu sein. Und wir sollten das auch tun!

Nicht nur für uns. Sondern weil es am Ende allen hilft, wenn wir Ressourcen nutzen, anstatt sie zu verschwenden. Weil wir viele sind. Weil wir als Partners in crime und Partners in joy unaufhaltbar werden. Mitleidend und mit-stolz. Packen wir’s an! Lasst uns Frauen Banden bilden.

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