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Diana zur Löwen: Mut haben und neugierig sein

Wieso Diana zur Löwen der Bundeskanzlerin schon mal eine Nachricht über Instagram geschrieben hat, verrät sie im Interview

Von:
Lesezeit: 5 Minuten
Diana zur Löwen

Sie begleitete einen Bundestagsabgeordneten durch seinen Tag, erzählt, was sie tut, um sich beim Joggen sicherer zu fühlen, und postet Petitionen für mehr Schutz vor Gewalt gegen Frauen. Kaum jemand verbindet Privates und Politisches so erfolgreich wie Diana zur Löwen. Mit 14 Jahren begann sie zu bloggen, mit 16 postete sie ihre ersten Videos, heute ist sie 25 und eine der erfolgreichsten „Sinnfluencerinnen“ Deutschlands. Mit ihrem Engagement für Themen wie Gleichberechtigung, Nachhaltigkeit und Politik erreicht sie fast eine Million Menschen auf Instagram, auf YouTube sind es noch mal 600.000. Diana zur Löwen ist Influencerin, produziert Web-Videos, hat die Plattform „Melationship“ ins Leben gerufen, die Frauen eine gesunde Beziehung zu ihrem Körper vermitteln will, und dazu im vergangenen Jahr einen Ratgeber als Buch veröffentlicht.

Diana zur Löwen, was ist Ihr wichtigstes Learning?

Man denkt ja häufig, dass man alles im Leben allein schaffen müsste – das ist falsch. In unserer schnelllebigen Welt kann man so vieles überhaupt nicht wissen. Ich habe gelernt, nach Hilfe zu fragen, wenn ich sie brauche. Und die meisten Leute helfen gern. Oft glauben sie mehr an einen als man selbst. Von Leuten, bei denen ich mich über ein Lob freue, nehme ich auch gern Kritik an. Dafür sollte man immer offen sein. Ich lerne aber auch jeden Tag, damit umzugehen, dass man nicht Everybody‘s Darling sein kann. Man wird es nie allen recht machen können, deswegen sollte man es zumindest sich selbst recht machen.

Oft glauben andere mehr an einen
als man selbst.

Von wem haben Sie am meisten gelernt?

Natürlich von meinen Eltern, vor allem von meiner Mama. Sie hat mir beigebracht, als Frau unabhängig zu sein und mich nicht hintanzustellen, sondern das zu tun, was mich glücklich macht. Außerdem hatte ich das Glück, in meinem Leben immer wieder auf Menschen zu treffen, Freund:innen, Kommiliton:innen, Gründer:innen, die mich weitergebracht haben. Eine Freundin von mir geht jetzt zum Beispiel in die Politik und kandidiert für den Bundestag. So etwas inspiriert mich.

Wäre das auch etwas für Sie, in die Politik zu gehen?

Jein. Mir persönlich wäre so eine Laufbahn als Politikerin vermutlich zu altbacken. Ich hätte gar keinen Spaß daran, auf so einem Parteitag rumzusitzen. Ich versuche aber auf andere Art Impulse zu geben, zum Beispiel mit meiner Firma Melationship. Damit erreichen wir sehr viele Menschen und können etwa über Themen wie Schwangerschaftsabbrüche aufklären. Ärzt:innen ist es in Deutschland verboten, über Abtreibungen auf ihrer Website zu informieren. Wir müssen hier nicht warten, wir verbreiten die Informationen einfach selbst. Ich habe Angela Merkel auch schon mal eine Instagram-Direktnachricht geschrieben. Ich wollte mit ihr darüber sprechen, wie man junge Menschen für Politik interessieren kann.

Sie posten Petitionen gegen „Periodenarmut“ – das heißt, sich Hygieneprodukte nicht leisten zu können –, demonstrieren für Fridays for Future und sprechen mit Menschen, die sich an den europäischen Außengrenzen für Geflüchtete einsetzen. Wie entscheiden Sie sich für oder gegen ein Thema?

Ich schaue immer nach eigenen Berührungspunkten. Früher dachte ich: Politik, was hat denn das mit mir zu tun? Und irgendwann habe ich dann gemerkt, dass ich selbst Einfluss habe: Wenn ich zum Beispiel eine Petition gegen Periodenarmut unterschreibe, werden meine Tampons vielleicht irgendwann günstiger. Ich überlege mir immer: Wo können junge Menschen lernen, dass politische Entscheidungen einen direkten Einfluss auf ihr Leben haben? Das sind die Themen, die mich interessieren.

Auf Instagram haben Sie inzwischen fast 4.000 Beiträge gepostet. Gibt es einen, auf den Sie besonders stolz sind?

Instagram ist für mich auch wie ein Tagebuch. Viele Posts markieren richtige Lebensabschnitte für mich. Zum Beispiel, als ich meinen Bachelorabschluss gemacht habe. Damals habe ich dazu ein Video gemacht und hochgeladen. Das gucke ich mir immer wieder total gern an. Oder mein allererstes Video. Das habe ich auf Englisch aufgenommen, weil ich dachte, ich würde damit mehr Leute erreichen. Heute bewundere ich meinen Mut von damals, als Teenager einfach in so eine Kamera zu reden.

Das erwartet Sie im 30-minütigen Videochat mit Diana zur Löwen

Diana zur Löwen: „Eigentlich viel zu viel, da ich sehr neugierig bin und viele unterschiedliche Interessen habe. Ich glaube aber, ich kann Menschen vor allem bei Themen Mut machen, mit denen sie sich allein nicht befassen würden: wie seinen Körper besser kennenzulernen, sich mit Politik zu befassen oder auch, wie man Geld anlegt. Am Ende merken die Leute, dass das gar nicht so kompliziert ist.“

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