Verloren im Bermudadreieck

Die Fotografin Verena Berg sollte für DB MOBIL die Partyszene von Bochum erkunden. Doch danach musste sie lange suchen

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Lesezeit: 2 Minuten
Verena Berg für DB MOBIL

„Eigentlich hätten wir es wissen müssen: Es war das zweite Januarwochenende, es war bitterkalt und glatt, und matschiger Schnee fiel vom Himmel. Der Redakteur Frederic und ich dachten uns: ‚Das ist genau das richtige Wetter, um zu Hause zu bleiben.‘ Wir hätten uns also denken können, dass die Partynacht, die wir in Bochum durchfeiern wollten, eher kläglich ausfallen würde.

Dementsprechend stürzte auch bald unsere Stimmung ab. Anfangs waren wir hoch motiviert bei der Aussicht, in einigen der 80 Bars, Clubs und Restaurants auf den zwei Quadratkilometern zwischen Konrad-Adenauer-Platz und Südring die Nacht unseres Lebens zu verbringen. Aber bald waren wir entnervt und ernüchtert, weil sich im Bermudadreieck  – so nennt sich das Viertel in Bochum, das wegen seiner tollen Partyszene einige Berühmtheit erlangt hat – keine richtig gute Laune aufkommen wollte. Und ich sah unsere Geschichte schon endgültig davonschwimmen, als wir auf zwei Jungs trafen, die uns an ihren Tisch holten und an ihrem Würfelspiel teilnehmen ließen.

Von da an lief es jedoch ganz gut. Wir zogen durch Kneipen wie die Pinte und das Mandragora, sprachen mit Stammgästen und Kneipenwirt:innen. Am Ende des Abends hatten wir viele interessante Geschichten gehört, viel gelacht – und gelernt, dass Bochum und das Bermudadreieck sich nicht über die Summe der Bars definiert, sondern über die Offenheit der Menschen hier.

Wir hatten zwar nicht die Party-Crowd gefunden, die wir erwartet hatten, und es gab auch keine Menschenmassen, die Polonaise durch die Straßen getanzt hätten. Aber der Abend erinnerte mich an meine Zeit mit Anfang 20: damals, als es egal war, ob Clubs geöffnet oder geschlossen waren, ob man einen miesen Tag gehabt hatte oder es wirklich etwas zu feiern gab. Damals wusste ich bereits: Es braucht nur ein paar gesellige Leute, die richtige Einstellung und manchmal ein wenig Geduld – dann kann man das Leben immer und überall zu einer Party machen.“

Zum Nachmachen hier entlang:
www.bermuda3eck.de
www.ruhr-tourismus.de


Text in DB MOBIL-Ausgabe: März 2017

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