Klischee ade!

Keine graublauen Anzüge weit und breit: Unser Autor hat in Belgiens Hauptstadt nicht das Bürokratennest gefunden, das er erwartet hatte

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Lesezeit: 2 Minuten
Getty Images/iStockphoto

„Keine zwei Zugstunden von meiner Heimat entfernt, gibt es eine Stadt, in der Dutzende Kulturen mit- und nebeneinander leben; in der Comic-Helden meterhoch von den Fassaden grüßen; in der abends auf dem Grand Place die Lichter strahlen wie an einem Weihnachtsbaum. Und ohne meine Reise für DB MOBIL hätte es vielleicht noch Jahre gedauert, bis ich diese Stadt besucht hätte.

Ich weiß nicht, warum ich es vorher nie nach Brüssel geschafft habe. Spukte in meinem Kopf zu sehr das Klischee von der grauen EU-Beamtenstadt herum? Klar, die Bürotürme aus Glas und Beton waren nur wenige Hundert Meter entfernt, als ich damals im Matonge-Viertel stand. Aber wie weit war dieser bunte Mix aus Bioläden, afrikanischen Friseursalons, Jutebeutel-Hipstern und Marimbamusik entfernt von der Bürokratenhochburg, die ich aus den Fernsehnachrichten kannte! Damals habe ich mich ein bisschen in Brüssel verliebt. In seine Vielfalt. In seine manchmal unüberwindlichen Unterschiede. Ich habe gestaunt über die barocke Herrlichkeit des großen Platzes. Und bei acht Grad mein Herz gewärmt an den vielen Grüppchen, die lachend und singend und schwatzend diesen Platz belebten. Ich habe gelernt, dass ich klassische belgische Pommes (in Rinderfett frittiert) überhaupt nicht mag. Aber dass ein Croissant in einem der kleinen Cafés im Quartier Marolles mindestens genauso gut schmeckt wie in Paris (und billiger ist).

Wer hinfahren sollte? Alle, die Gegensätze mögen. Die Comics lieben (es gibt ein eigenes Museum!). Und die eine junge, und doch alte, graue, aber dennoch farbenfrohe Stadt erleben wollen. Auch wenn es von Ihrer Heimatstadt mehr als zwei Stunden mit dem Zug sein sollten: Es lohnt sich!

Zum Nachmachen, hier lang:
https://visit.brussels/de/
https://www.kuumba.be/nl/
Brüssler Waffeln gibt’s übrigens etwa hier: https://www.facebook.com/gaufresandwaffles


Text in DB MOBIL-Ausgabe: März 2018

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