Potsdam

In Potsdam gehören Prachtbauten und Gartenkunst von Weltrang zum Alltag. Wir nehmen Sie mit in die bunte Landeshauptstadt Brandenburgs

PMSG / Andre Stiebitz

Einführung

Sie haben nur zwei Stunden

Ein Wochenende in Potsdam

Tag 1

Potsdam ist so voller Pracht- und Prunkbauten, Museen und Architekturschätze, dass zwei Tage nicht annähernd ausreichen, um alles zu sehen. Deshalb brauchen Sie zunächst einen Überblick. Den verschaffen Sie sich auf der 2010 eröffneten Aussichtsplattform der Nikolaikirche. Aus 42 Meter Höhe eröffnet sich ein wundervoller Rundumblick auf die Stadt sowie die hügel- und seenreiche Havellandschaft. Wieder am Boden beginnen Sie mit der Stadterkundung direkt hier, am Alten Markt, der „guten Stube“ Potsdams. Das prächtige Ensemble aus Nikolaikirche, Altem Rathaus, Knobelsdorffhaus, Palast Barberini und Stadtschloss hat in der berüchtigten Bombennacht vom 14. April 1945 schwer gelitten – die Ruinen vom Stadtschloss und dem Palast wurden später abgerissen. Wenn Sie nun denken: „Nanu, aber da stehen sie doch, das Stadtschloss und der Palast nach dem berühmten römischen Vorbild?“, dann haben Sie recht – und auch wieder nicht. Es handelt sich um rekonstruierte Fassaden. Dahinter befinden sich moderne Gebäude, in denen der Landtag Brandenburgs tagt beziehungsweise seit 2017 das Kunstmuseum Barberini gefeierte Ausstellungen zeigt.

Streifen Sie nun nach Lust und Laune durch das Zentrum, am besten Richtung Nordwest. So erreichen Sie gegen Mittag die barocke Altstadt rund um Jägertor und Brandenburger Straße. Hier finden Sie eine reiche Auswahl an Gastronomie, die von brandenburgischen Spezialitäten wie Teltower Rübchen bis Crêpes und Curry alles bietet.

Sind die Füße jetzt müde? Kein Problem, lassen Sie sich fahren, und zwar mit dem Schiff: An der Langen Brücke starten die Touren der Weißen Flotte mit ihren Ausflugsbooten. Die „Schlössertour“ führt in eineinhalb Stunden an den schönsten Sehenswürdigkeiten am Wasser entlang. Werfen Sie schon einmal einen Blick auf das Märchenschloss auf der Pfaueninsel, den Neuen Garten mit dem Marmorpalais und auf Schloss Cecilienhof – mehr davon gibt es morgen zu sehen. Wer am Wochenende zu Gast ist, hat Gelegenheit, diese Fahrt mit „Gustav“ zu unternehmen, einem kohlebefeuerten Dampfschiff von 1908.

Für einen kleinen Bummel entlang der vielen Läden und Galerien begeben Sie sich gegen Abend ins Holländische Viertel, ein Ensemble, das um 1740 für niederländische Kolonist:innen errichtet wurde. Die Straßenzüge rund um die Mittelstraße bilden heute das wohl attraktivste Touristenquartier mit großer gastronomischer Auswahl. Suchen Sie in Ruhe ein Restaurant aus und lassen Sie den Tag entspannt enden.

Tag 2

Heute ist Schloss- und Parktag: Sportliche starten mit einer Jogging- oder Walking- oder, na gut, einer Spazierrunde durch einen der Schlossgärten, je nach Lage der Herberge etwa im Park Sanssouci oder im Neuen Garten. Das ist nicht nur landschaftlich schön, sondern auch besonders entspannt, denn Radfahren und freilaufende Hunde sind nicht gestattet. Eine Wohltat für viele geplagte Großstadt-Läufer:innen.

Nach dem Frühstück, aber wegen des zu erwartenden Andrangs bitte nicht zu spät, beginnen Sie mit dem Klassiker und Highlight unter den 16 Schlössern, Palästen und Prachtbauten Potsdams: Schloss Sanssouci, Sommersitz und Rückzugsort des Preußenkönigs Friedrich der Große, fertiggestellt 1747. Für die Besichtigung der Innenräume sollte man sich Zeit lassen (und vorab online ein Ticket buchen). Zur Mittagspause bleiben Sie in der Nähe, etwa im Krongut Bornstedt, knapp zehn Minuten zu Fuß von der Orangerie entfernt. Dort serviert man brandenburgische Spezialitäten wie Senfsuppe und hausgebrautes Bornstedter Büffel-Bier. Wer tagsüber kein Bier trinken mag, nimmt eine Flaschenabfüllung für zu Hause mit. Nach so viel „drinnen“ ist es nun wieder Zeit für „draußen“: Streifen Sie zu Fuß durch den Park Sanssouci, entdecken Sie die originellen Bauten wie das Chinesische Haus sowie Schloss Charlottenhof und genießen Sie die prachtvollen Sichtachsen, die den großzügigen, geometrisch angelegten Park durchziehen.

Am späteren Nachmittag ziehen Sie weiter Richtung Nauener Vorstadt zum Neuen Garten, der um 1800 als „sentimentaler Landschaftsgarten“ für Friedrich Wilhelm II. angelegt wurde. Den Unterschied zum Barockgarten Sanssouci werden Sie sofort bemerken: Hier sind die Wege geschwungen und die Baumgruppen gestatten möglichst oft den Blick auf den Heiligen See sowie den Jungfernsee. Unter den Architekturschätzen stechen das Marmorpalais, Wohnsitz von Friedrich Wilhelm II., sowie das Schloss Cecilienhof hervor, das jüngste und letzte der Hohenzollern-Schlösser. Die Privaträume des Kronprinzenpaares Cecilie und Wilhelm kann man besichtigen, ebenso zu sehen ist der Konferenzsaal mit dem runden Tisch, an dem sich die alliierten Regierungschefs Churchill, Truman und Stalin im Sommer 1945 zur Potsdamer Konferenz trafen, um über die Nachkriegsordnung Deutschlands zu beraten.

Am Abend sorgt ein Besuch des Kunst- und Kulturquartiers Schiffbauergasse für anregenden Kontakt mit zeitgenössischer Kultur – ein willkommener Ausgleich für so viel Geschichte an einem Tag! Hier hat das Hans Otto Theater seit 2006 seine größte Spielstätte, im Sommer wird zusätzlich die Open-Air-Bühne am Tiefen See bespielt. Doch auch die freie Kultur- und Theaterszene nutzt die Veranstaltungsflächen des Erlebnisquartiers. Alternativ oder zusätzlich zum Theaterbesuch bietet sich ein Abendessen auf dem Restaurantschiff John Barnett an, das dauerhaft an der Schiffbauergasse festgemacht hat. Mit einem genießerischen Rundblick über den Tiefen See bis zur Berliner Vorstadt und auf den Park Babelsberg lassen Sie den Tag ausklingen.

Bitte beachten Sie, dass es aktuell wegen der Corona-Pandemie zu Einschränkungen kommen kann.

 

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