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Schloss Wernigerode
ddp images/DK-FOTOWELT

Deutschland-Atlas | Folge 1: Der Harz

Sagenhafte Natur und beeindruckende Weltkulturerbe-Stätten. Was Sie bei Ihrer Reise in den Harz nicht verpassen sollten

Einst sollen Hexen, Riesen und wilde Tiere den Harz bewohnt haben. Heute zieht es vor allem naturbegeisterte Touristen in das Mittelgebirge. Endlose Wälder, wilde Flussläufe, sagenhafte Schlösser und Weltkulturerbe-Stätten. Darunter kaum ein Ort, der nicht eine märchenhafte Geschichte zu erzählen hätte. Von versteinerten Jungfrauen, die auf Erlösung warten bis zum unterirdischen Reich eines Zwergenkönigs. Oder von der weniger märchenhaften deutsch-deutschen Teilung, die durch den Harz verlief und noch heute vielerorts sichtbar ist. Der Harz hat viel zu erzählen, wenn man weiß, wo man hinhören muss.

Goslar
Shutterstock / Anton_Ivanov

Sie haben …

2 Stunden

Die Küche der Region ist geprägt von seiner Bergbautradition, die meisten ortstypischen Gerichte sind daher eher deftig, sehen nach Zwischenmahlzeit aus, halten aber den ganzen Tag vor. Besonders typisch ist „Hackus und Knieste“, Hackfleisch, mal roh, mal als Frikadelle und Kartoffeln in unterschiedlichen Variationen. Kräftig, deftig, harzhaft. Eine andere Spezialität für zwischendurch: die fette Henne. In dieser Brotzeit steckt weder Huhn noch hat sie etwas mit dem gleichnamigen Speisepilz zu tun. Wieso die Harzer Bergmänner diese Spezialität so genannt haben, ist unklar. Klar ist hingegen, was reingehört: Brot, mit Schmalz bestrichen, belegt mit Speck (geht auch ohne) und gewürfeltem Harzer Käse, garniert mit Zwiebelringen und Gewürzgurken.

 

2 Tage

Tag 1 

Selten sind die Backsteingässchen der Altstädte im Harz schöner als früh am Morgen, wenn die meisten Touristen noch im Hotelbett liegen. Zum Beispiel in Goslar. Begeben Sie sich in eines der Cafés auf dem Marktplatz. Platzieren Sie sich am besten so, dass sie das Kämmereigebäude auf der Ostseite im Blick haben. Denn dort, unter dem Dach, ertönt jeden Tag um 8.30 das mit Glocken gespielte Morgenlied, um 9 Uhr öffnen sich drei Türchen und eine Reihe von Figuren tanzt um den Giebel herum und spielt die Geschichte des Bergbaus nach. Anschließend bummeln Sie durch die Gassen der historischen Altstadt und erliegen ihrem Fachwerkcharme.

Damit Sie keinen steifen Nacken vom Nach-oben-Schauen bekommen, steigen Sie am Nachmittag tief hinab, unter die Erde des Harz, in eine der zahlreiche Schaubergwerke, Höhlen und unterirdische Museen. Besichtigen Sie zum Beispiel die Höhlenwohnungen in der Nähe von Halberstadt, die von Hand in den Felsen geschlagen wurden und noch bis vor 100 Jahren bewohnt waren. Oder machen Sie eine Führung in der Iberger Tropfsteinhöhlen, vorbei an Millionen Jahre alten Fossilen, an Stalaktiten (die von oben) und Stalagmiten (die von unten) mitten durch das Reich des Zwergenkönigs Hübich. 

Wenn Ihnen das alles etwas eng wird, kommen Sie wieder über Tage und genießen Sie ein wenig Weitblick. Erklimmen Sie das Schloss Wernigerode, das in fast 50 original eingerichteten Wohnräumen das Leben des deutschen Adels vor 1918 nachempfindet. Besonders prachtvoll aber ist der Ausblick von der Schlossterrasse. Von dort aus schauen Sie auf Wernigerode und den Brocken und lassen den Tag im Sonnenuntergang Revue passieren. 

Tag 2

Zahlreiche Wanderwege für alle Ansprüche durchziehen den Nationalpark Harz, ein beliebtes Ziel dabei: der Brocken. Schon Johann Wolfgang Goethe und Heinrich Heine genossen den Ausblick des mit 1142 Metern höchsten Berg Norddeutschlands. Ihre Wanderrouten lassen sich heute nachvollziehen, auf dem ausgeschilderten Heinrich-Heine-Weg ab Ilsenburg sind es etwa dreieinhalb Stunden bis zum Gipfel des Brocken. Oben belohnt Sie der Blick über den Harz, eine deftige Erbsensuppe im Brockenwirt und die Aussicht auf den Abstieg: Denn den unternehmen Sie ganz entspannt mit der dampfbetriebenen Schmalspurbahn. 

Der Nachmittag eignet sich für Naturerlebnisse der extremeren Art, denn von denen gibt es im Harz bestimmt genauso viele wie Weltkulturerbe-Stätten: In Braunlage fahren Sie mit der Wurmberg-Seilbahn der Berg hinauf und mit Monsterrollern wieder hinab. An der Rappbodetalsperre laufen Sie über die Hängebrücke, fliegen an der Megazipline zurück und lassen sich 75 Meter frei fallen. Oder Sie gehen auf Mountainbike-Tour durch die Oberharzer Wasserwirtschaft und fahren auf Norddeutschlands längster Sommerrodelbahn, dem BockBergBob in Hahnenklee. Wem das zu viel Action im Urlaub ist, der besucht zum Beispiel das Luchsgehege in Bad Harzburg, am besten zu einer der öffentlichen Fütterungen und den nahegelegenen Baumwipfelpfad. 

Zum Schluss, wenn die Silhouette des Harz sich immer dunkler in den Horizont zeichnet, gehen Sie auf Sagen-Tour. Der Harz ist voller bizarrer Felsformationen und spektakulärer Naturschauspiele, hinter denen den Legenden nach Hexen oder andere mythische Gestalten stecken. Wie an der Teufelsmauer bei Weddersleben. Gott und der Teufel sollen sich dort um Land gestritten und gewettet haben: Das Gebiet, das der Teufel mit einer Mauer in einer Nacht eingrenzen könne, das dürfe er behalten. Und auch wenn es demnach Teufelsland ist, der Sonnenuntergang von dort ist mehr als sagenhaft. 

Beste Reisezeit

Klingt nach Phrase, aber die beste Reisezeit im Harz ist eigentlich das ganze Jahr über. Im Frühling bummeln Sie durch die Altstädte der Weltkulturerbe-Städte. Im August kühlen die dichten Wälder des Harz ihre Wanderwege. Im Herbst trotzen Schaubergwerke und Tropfsteinhöhlen dem überirdischen Wetter und im Winter ist der Brocken ein ideales Ziel für Schneeschuhwanderungen.  

Bodetal Cablecar
Shutterstock / lcrms

Die besten Selfie-Spots

  • Teufelsmauer, Aussichtsplattform Timmenrode
  • Selkefall
  • Oderteich
  • Wernigerode hinterm Schloss 
  • Der Brocken-Stein auf dem Brocken
  • Das Torfhaus mit Blick zum Brocken
  • Blick zum Brocken von den Rabenklippen in Bad Harzburg
  • Bahnhöfe der Harzer Schmalspurbahnen Westerntor oder Drei-Annen-Hohne – mit Lokomotive im Hintergrund
  • Wolfswarte
  • Auf der Hängebrücke TITAN RT an der Rappbodetalsperre
  • Agnesberg in Wernigerode mit Schloß Wernigerode im Hintergrund
  • Stationen des Liebesbankwegs in Hahnenklee
  • Vor der Kaiserpfalz in Goslar

Nicht verpassen!

Jeden Tag, egal bei welchem Wetter, steigt ein Mann den Brocken hoch und wieder herunter. Sein Name: Benno Schmidt, auch bekannt als Brocken Benno. Am Tag der Deutschen Einheit im Jahre 2016, bestieg er den Brocken zum 8000. Mal, da war Benno 84. An seinem 88. Geburtstag schaffte er den 8888. Aufstieg. Und Benno geht weiter, jeden Tag. Wenn Sie also auf den Brocken wandern, achten Sie dabei auf einen älteren Herrn mit großer Brille, meistens alleine unterwegs, manchmal mit seiner Frau. Denn es könnte sein, dass dieser Mann Brocken-Benno ist, der „einzige Achttausender Deutschlands“

Wernigerode Oberharz
imago images / Jan Eifert

Bücher zur Einstimmung

Harz-Reise von Heinrich Heine
Als Student geht Heine von Göttingen über den Brocken nach Ilsenburg. Die Menschen und Landschaften entlang des Weges verknüpft er mit Märchen und Sagen. 

Goethes Reisen Harz (Hörbuch) von Johann Wolfgang Goethe
„Goethe war auch hier“ steht auf Stickern, die überall im Harz zu finden sind. Denn der Dichter kam regelmäßig in das Mittelgebirge auf der Suche nach Inspiration für seine Studien der Geologie und des Bergbaus, sowie für seinen „Faust“, der in einer Szene auf dem Brocken spielt.

Die schönsten Sagen aus dem Harz von Luise Bussert
Hexen und Helden, Teufel und Dämonen. Der Harz steckt voller mythischer Orte und fantastischer Erzählungen. Luise Bussert hat sie in diesem Buch gesammelt. 

Der Teufel vom Brocken von Eva-Maria Silber
1. Advent 1989: Eine Gruppe von Studenten zeltet auf dem Brocken – und wird am nächsten Morgen tot aufgefunden. Ein Team aus ost- und westdeutschen Beamten ermittelt. Spannender Harz-Krimi über die Zeit zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung.

Filme zur Einstimmung

Die Filmreihe Harter Brocken im Ersten
Die Serie Alles Klara im Ersten (in Quedlinburg gedreht)
Film zum einstigen Serien-Hit Berlin, Berlin

Instakanäle zur Einstimmung

@Harzspots
@Harz.mountains

Harz-Souvenirs, mit denen Sie sich nicht blamieren

  • Für den Grill zuhause: ein Sack echte Harzer Buchenholzkohle der Harzköhlerei Stemberghaus bei Hasselfelde
  • Eine der Harzer Wandernadeln – nur erhältlich nach eigener erfolgreicher Wanderstempel-Jagd im Harz
  • Wurst- und Schinkenspezialitäten vom Harzer Roten Höhenvieh des Brockenbauern Thielecke in Tanne
  • Spekulatius und Printen sowie weitere Gebäckspezialitäten des Friwi-Werk in Stolberg
  • Harzer Baumkuchen aus Wernigerode
  • Biere aus der Region, z.B.: „Pubarschknall“ des Brauhaus Lüdde in Quedlinburg; Rammelsberger Pils des Brauhaus Goslar; Harzer Hüttenbier der Altenauer Brauerei
  • Spirituosen, Liköre etc.: Kräuter-Halb-Bitter Schierker Feuerstein; die Edelliköre der Klosterbrennerei Wöltingerode; Handgemachter Gin der Harzer Edelbrand Manufaktur; der Bio Gin oder Bio Whisky der Fallstein Destillerie & Manufaktur

 
Weitere Produkte mit der Regionalmarke „Typisch Harz“

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