Die Mecklenburgische Seenplatte

Tausend glitzernde Seen, eingebettet in die weite Landschaft, hier und da ein Dorf oder ein Städtchen. Die schönsten Natur- und Kulturerlebnisse im Gebiet der Mecklenburgischen Seenplatte

Felix Gänsicke / TMV

Einführung

Sie haben nur zwei Stunden

Ein Wochenende an der Mecklenburgische Seenplatte

Tag 1

Sie starten im Osten der Region, in der Mecklenburgischen Kleinseenplatte. Neustrelitz am Rande des Müritz-Nationalparks ist die erste Station. Wollen Sie die Nacht vor der Tour schon dort verbringen, buchen Sie ein Zimmer am Stadthafen. Wenn nicht, suchen Sie den Alten Kornspeicher ebendort, am Ufer des Zierker Sees und des Kammerkanals, für ein liebevoll arrangiertes Frühstück auf. Gut gestärkt starten Sie zu einem kleinen Stadtrundgang durch den Garten des ehemaligen Residenzschlosses derer von Mecklenburg-Strelitz. Es geht vorbei am Hebetempel (der nichts mit „heben“ zu tun hat, sondern Hebe darstellt, die griechische Göttin jugendlicher Schönheit) und an der prächtigen Orangerie, danach Richtung Marktplatz im denkmalgeschützten Zentrum der Stadt. Von dort aus gehen acht Straßen sternförmig in alle Richtungen – das gibt’s in Europa sonst nirgendwo.

Aus der Stadt geht’s nun in die Natur. Nicht irgendwohin, obwohl das in der Seenplatte überall seinen Reiz hat, sondern in die UNESCO-Weltnaturerbestätte der Serrahner Buchenwälder im Müritz-Nationalpark. Starten Sie am Parkplatz Dianenhof bei Carpin und folgen Sie dem Walderlebnispfad bis Serrahn. Dort erwartet Sie im Forsthaus die Ausstellung „Im Reich der Buchen“. Doch auch ohne Zusatzinformationen erschließen sich die Schönheit der Wildnis und die Ästhetik der naturbelassenen Mischung: Baumriesen ragen zwischen umgefallenen toten Stämmen empor, dazwischen streben junge Buchen zum Licht.

Auf der Wegstrecke nach Neubrandenburg können Sie sich etwas erholen. Genießen Sie die gelegentlichen Ausblicke auf den Tollensesee, an dessen Nordufer sich die „Stadt der vier Tore“ befindet. Gemeint sind die vier Stadttore, durch welche die mittelalterliche Stadt zu betreten war. Innerhalb des Altstadtrings angekommen, ist es höchste Zeit für einen Imbiss! Dazu suchen Sie das Turmcafé in der 13. und 14. Etage des Turmhochhauses der Kultur und Bildung (HKB) am Marktplatz auf. Von dort oder von der Aussichtsplattform in der 15. Etage haben Sie einen wundervollen Blick auf die von der Wehrmauer umschlossene Stadt und den Tollensesee. Den späten Nachmittag verbringen Sie ganz entspannt im zentral gelegenen Augustabad mit seinem großartigen Sandstrand oder, falls es dafür nicht warm genug ist, bei einer Bootsfahrt: Ab dem Badehaus im Kulturpark starten die Fahrgastschiffe zu Touren ab 90 Minuten Dauer bis nach Prillwitz, das schon am See Lieps liegt.

Am Abend schlendern Sie durch Neubrandenburgs beeindruckende Backsteingotik und entdecken die Wiekhäuser: Dies sind in die Stadtmauer eingelassene, aber darüber hinausragende Fachwerkhäuschen. Sie waren einst Teil der Wehranlage, deswegen sind einige nach außen mit Schießscharten statt mit Fenstern ausgestattet. Zum Abendessen empfiehlt sich ein Restaurant mit regionaler Küche: Zu den Spezialitäten der Region gehören Räucherfisch und Wildbret. In der waldreichen Gegend hat das Jagen eine lange Tradition, sodass die Chancen auf echt Mecklenburgisches gut stehen. Vegetarier:innen dürfen sich auf interessante Variationen mit Kartoffeln und Kohl freuen. Lassen Sie es heute besser nicht zu spät werden, denn morgen Abend wird das Programm etwas mehr Ausdauer erfordern.

Tag 2

Heute beginnt der Tag mit einer etwa einstündigen Fahrt durch die Mecklenburgische Schweiz nach Güstrow. Schon die Strecke ist ein Erlebnis: Hinter jedem Hügel eröffnen sich neue Ausblicke auf endlos scheinende Wälder und Felder, sanft hebt und senkt sich die Landschaft, darin eingebettet unzählige Seen. In Güstrow nehmen Sie sich den Vormittag Zeit für eine Stadtbesichtigung. Starten Sie am Dom. Auch wenn Sie sonst nicht gern Sakralbauten besichtigen, sollten Sie hier eine Ausnahme machen, denn mit der Plastik „Der Schwebende“ von Ernst Barlach wartet hier eines der Hauptwerke des Künstlers, der viele Jahre in Güstrow lebte und arbeitete. Er schuf diese Figur 1927 als Mahnmal für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen. Zu sehen ist jedoch ein Nachguss von 1953: Das Original war 1937 als „entartete Kunst“ entfernt und später eingeschmolzen worden. Weitere Barlach-Werke sind in der Gertrudenkapelle sowie in seinem ehemaligen Atelierhaus am Ufer des Inselsees zu sehen. Werfen Sie nun einen Blick in den Garten des Renaissanceschlosses Güstrow: Das Schloss selbst wird derzeit einer mehrjährigen Schönheitskur unterzogen und ist nur eingeschränkt zu besichtigen. Von hier aus streifen Sie durch die übersichtliche Altstadt, in der sich Bürgerhäuser mit kleinen Läden und Cafés darin und davor aneinanderreihen. In einer der Gassen oder in einem der hübsch hergerichteten Innenhöfe findet sich sicher eine Einkehr für die Mittagspause.

Am Nachmittag geht es weiter nach Malchow, die Inselstadt zwischen Fleesensee und Plauer See. Die Altstadt liegt tatsächlich auf einer Insel, ist im Westen durch eine einzigartige Drehbrücke mit dem Festland verbunden. Jeweils zur vollen Stunde öffnet sich der Durchlass für Schiffe, was in der Saison von Tourist:innen gern bestaunt wird. Statt auf eine Besichtigung des bekannten Klosters zu dringen (kann man natürlich auch machen), sollen Sie jetzt von etwas ganz anderem überzeugt werden. Sie wissen nicht, was ein Dederonkittel ist oder wozu man „Spee“ brauchte? Dann lassen Sie sich aufklären im DDR-Alltagsmuseum, untergebracht im schmucklos-grau verputzten ehemaligen Filmpalast in Malchow-Neustadt. Hier sind Wimpel und Abzeichen, Gebrauchsgegenstände, Geldscheine und Dekorationen ausgestellt, allesamt mit Erklärungen für Spätgeborene.

Zum frühen Dinner begeben Sie sich nach Plau am See. Plau liegt nicht nur am 39 Quadratkilometer großen Plauer See, sondern auch an der Elde. Als Müritz-Elde-Wasserstraße verbindet der Fluss die Müritz mit dem 180 Kilometer entfernten Dömitz an der Eldemündung zur Elbe. So lassen sich Fleesensee, Kölpinsee und Müritz komfortabel mit dem Boot erreichen – deshalb das Bootsgewimmel an den Hafenanlagen! Am Ufer der Elde führt ein Spazierweg entlang. Folgen Sie ihm, passieren Sie die Schleuse und die „Hühnerleiter“, eine auffällige Holzkonstruktion über das Flüsschen. Machen Sie den kurzen Schlenker zum Leuchtturm hinter der Hubbrücke von 1917 und besuchen Sie die Aussichtsplattform auf acht Meter Höhe, um den See in seiner ganzen Weite zu bewundern. Zurück an der Hubbrücke biegen Sie in die Altstadt ab, wo Sie inmitten der Fachwerkromantik in Markt- und Steinstraße zur Burg gelangen. Nach einem Blick auf Burgturm und Wallanlagen wird es Zeit fürs Abendessen. Sie sind noch frisch für ein Highlight im Dunkeln? Dann begeben Sie sich von Plau am See aus etwas nach Norden in den Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide. Ganz schön dunkel hier, meinen Sie? Genau deswegen sind Sie da! Hier befinden Sie sich an einem der dunkelsten Orte Deutschlands, denn „Lichtverschmutzung“ gibt es hier dank weit und breit fehlender Metropolen kaum. Damit Sie sich nicht den Nacken verrenken, wurden im Naturpark an acht Stellen bequeme Liegen zum Sternegucken aufgestellt (eine Liste der Standorte hält das Informationszentrum am Karower Meiler bereit). Lehnen Sie sich also zurück und lassen Sie den Kurzurlaub ausklingen mit einem entspannten Blick auf Milchstraße, Orionnebel und entfernte Planeten.

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Fotos:
Felix Gaensicke / TMV
Markus Kirchgessner / TMV

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