Die Holsteinische Schweiz

Nicht so hoch, nicht so schroff, aber mindestens so reizvoll wie das alpine Vorbild präsentiert sich die liebliche Hügellandschaft der Holsteinischen Schweiz im Hinterland der Ostsee.

www.ostsee-schleswig-holstein.de / Oliver Franke

Einführung

Sie haben nur zwei Stunden

Ein Wochenende in der Holsteinischen Schweiz

Tag 1

Das Wochenende in der Holsteinischen Schweiz beginnt in Eutin. Das 12.000-Einwohner:innen-Städtchen am Ufer des Großen und des Kleinen Eutiner Sees lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden. Starten Sie am Marktplatz, dem Zentrum der Altstadt. Einige der Häuser, die ihn umrahmen, sind mehr als 300 Jahre alt, werden liebevoll instand gehalten und geschmückt. Nach wenigen Schritten stehen Sie schon vor der St. Michaeliskirche mit ihrem charakteristischen, 67 Meter hohen spitzen Kirchturm. Folgen Sie der Straße Am Rosengarten, achten Sie trotz der vielen niedlichen Läden auch auf die schönen Fachwerkhäuser. Ist Ihnen aufgefallen, dass vor vielen Häusern Rosenstöcke stehen? Diese und der Rosengarten, den Sie nun erreichen, haben der Stadt den hübschen Beinamen „Rosenstadt“ eingebracht.

Durch die Gartenanlage führt ein Spazierweg zur Promenade am Ufer des Großen Eutiner Sees. Lassen Sie den Blick über das Wasser schweifen und wenden Sie sich nun nach rechts zur Landzunge mit dem Eutiner Schloss. Zuerst passieren Sie den ehemaligen Marstall, in dem heute das Ostholstein-Museum untergebracht ist. Falls das Wetter nicht besonders ist: Merken Sie sich dieses Museum für Kunst- und Kulturgeschichte schon mal für den Nachmittag vor! Das herrschaftliche Schloss derer von Schleswig-Holstein-Gottorf aus rotem Backstein, erbaut im 16. und 17. Jahrhundert, wirkt erst einmal wie eine Festung. Hat man jedoch den mediterran anmutenden Innenhof und erst recht die prächtigen Innenräume gesehen, erkennt man, dass der Adel hier komfortabel zu leben verstand. Apropos Genuss: Im Restaurant-Café Schlossküche serviert man erstklassigen Kaffee! Zeit für eine kleine Pause …

Zum Mittagessen empfiehlt sich die Rückkehr zum Markt und die Einkehr ins Restaurant Tohuus. Der plattdeutsche Name bedeutet „zu Hause“ – und so soll man sich hier auch fühlen. Für Nicht-Norddeutsche ist es jetzt Zeit, sich kulinarischen Wagemut zu beweisen und endlich mal ein ordentliches Fischbrötchen zu probieren. Wir reden hier nicht von einer labberigen Semmel mit Rollmops aus dem Glas, sondern von echten Köstlichkeiten: Die duftenden, knusprigen Brötchen mit Matjes oder Lachs auf Preiselbeer-Meerrettich-Soße sind eine Offenbarung!

Den Nachmittag verbringen Sie an einem der bekanntesten Orte im Naturpark Holsteinische Schweiz: an der Bräutigamseiche im Dodauer Forst – übrigens einer der Lieblingsorte der DB MOBIL-Redaktion. Folgen Sie einfach der Ausschilderung auf dem schattigen Weg durch den Laubwald zu diesem einzigartigen Liebesbriefkasten: Seit mehr als hundert Jahren nutzen einsame Herzen das Astloch, das heute nur noch über eine Leiter zu erreichen ist, um dort Kontaktanzeigen in Briefform zu hinterlegen. Wer möchte, blättert vor Ort durch die Briefe, antwortet auf Partnerschaftsgesuche oder Freundschaftswünsche. Wer selbst auf der Suche ist, aber kein passendes Schreiben mitgebracht hat, kann es später per Post schicken, denn, tatsächlich, die Eiche genießt eine tägliche Zustellung unter der Anschrift: Bräutigamseiche, Dodauer Forst, 23701 Eutin.

Genug vom Herzschmerz anderer Leute? Dann geht es jetzt weiter in Richtung Malente. Am schönsten ist der Weg über das Gut Rachut: Staunen Sie über die 90-jährigen Linden, die auf etwa einem Kilometer die Allee säumen. Nun sind Sie schon fast in Malente, Ziel der Tagesetappe. Drehen Sie ruhig noch eine Runde durch den Kurpark, gelegen zwischen Bahnhof und dem Zentrum von Bad Malente-Gremsmühlen, dem Hauptort der Großgemeinde Malente.

Zum Abendessen kehren Sie in eines der schönsten Restaurants der Gegend ein, in den Landgasthof Kasch in Timmdorf. Inmitten der ostholsteinischen Hügel bewirtet Familie Kasch ihre Gäste mit Gerichten, die aus regionalen Zutaten komponiert werden: Die Fische stammen aus den umliegenden Seen, die Gänse von Partnerhöfen aus Schleswig-Holstein, und das Rindfleisch ist sogar von Galloways aus eigener Zucht. Spezialität des Hauses sind die Burger, die im Sommer an der Grillstation im Garten zubereitet werden.

Tag 2

Der Vormittag ist für einen Bummel durch Malente reserviert: Zwischen Dieksee und Kellersee windet sich die rauschende Schwentine. Seit 1280 klappert hier ein Wasserrad der Gremsmühle, namensgebend für Bad Malente-Gremsmühlen. In wenigen Minuten erreichen Sie dann die Tews-Kate, die älteste Räucherkate in Ostholstein: Teile des Hauses sind über 300 Jahre alt. Heute ist in dem Gebäude mit dem stilechten Reetdach das Heimatmuseum untergebracht. Landwirtschaftliches Gerät und Haushaltsgegenstände vergangener Epochen sind hier zu sehen, darunter der angeblich älteste Schnellkochtopf der Welt. Einige Schritte weiter ist das Leben für immer ein Ponyhof: Im Immenhof-Museum können Plakate und Requisiten aus den 1950er-Jahre-Filmen um Dick und Dalli (gespielt von Angelika Meissner-Voelkner und Heidi Brühl) auf dem Ponygestüt Immenhof bewundert werden. Zum Abschied von Malente gibt’s noch einen kalten Guss am Luisensteig im Kurpark: Hier befindet sich eine der Kneippanlagen des Kurorts mit Wassertretbecken und Armbadestation.

Mit warmen Füßen geht es zur Mittagszeit nach Plön, der Stadt, die von sich sagt, aus mehr Wasser als Land zu bestehen. Zwischen Backsteinhäusern führen die Twieten, schmale Gassen, bis ans Ufer. Sie wurden einst angelegt, um im Brandfall rasch ans Löschwasser zu gelangen. Wählen Sie rund um den Markt ein Café für einen Mittagsimbiss. Wie wäre es mit dem Café Tarte am Ufer der Stadt-Schwentine?

Am Nachmittag geht es endlich aufs Wasser hinaus. Also los in Richtung Ascheberg zur Kanuvermietung an der Segelschule Plön. Der vielseitige Bootspark bietet vom Stand-up-Paddling-Board bis zum Segelboot Wassersportgeräte für Anfänger:innen und Profis. Für halbwegs Abenteuerlustige bietet sich eine Kajaktour an, die auf dem Großen Plöner See an den kleinen Inseln entlangführt. Ein Schlenker in die Rohrdommelbucht bietet schöne Ausblicke. Zum Schutz der Vögel sollte man jedoch Abstand zum Schilfgürtel halten. Von Juli bis September werden auch geführte Kanutouren rund um die Stadt angeboten (Start jeweils am frühen Abend, weitere Infos hier). Wer dem oft recht kabbeligen See nicht traut, bleibt an Land und wandert vom Feuerwehrhaus Sepel auf dem Uferweg des Großen Plöner Sees bis zum Gut Nehmten (knapp drei Stunden Gehzeit). Kurz vor dem Herrenhaus steht die Alte Försterei, ein umranktes Reetdachhaus in einer Bucht am See: Insta-Alarm! Zurück geht es durch den hügeligen Nehmtener Forst. Bevor Sie wieder Sepel erreichen, öffnet sich der Blick von einer Anhöhe auf den See – welch eine Belohnung!

Bummeln Sie am Abend durch den wundervollen Park in Richtung des majestätisch-erhabenen, weithin weiß strahlenden Plöner Schlosses. Den Besuch in der Alten Schwimmhalle, etwas unterhalb des Hauptgebäudes gelegen, haben Sie sich unbedingt verdient. Keine Sorge, Sie brauchen keine Badesachen, denn die Rede ist hier von einem Restaurant mit holsteinischer Küche. Einst ertüchtigten sich im 1909 erbauten Gebäude die Söhne Kaiser Wilhelms II. tatsächlich im Wasser, und noch bis 1994 nutzte das Staatliche Internatsgymnasium Schloss Plön die Anlage. 1999 eröffneten dann nach umfangreichen Umbauten und Renovierungsarbeiten in den Räumlichkeiten das Restaurant sowie das Kulturforum Plön, das unter anderem die Plöner Schlosskonzerte veranstaltet. Ein sehr guter Ort, um Ihren Ausflug in die Holsteinische Schweiz ausklingen zu lassen.

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