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Tobias Schwerdt / Heidelberg Marketing GmbH

Deutschland-Atlas | Folge 4: Heidelberg

Die Stadt am Neckar ist eine Studenten- und Wissenschaftsstadt – und obendrein das perfekte Ziel für alle, die eine Sehnsucht nach romantischen Bauten und Gässchen teilen. Wir sagen ihnen, was Sie in Heidelberg nicht verpassen dürfen

In Heidelberg steht ein eindrückliches Beispiel dafür, dass Nichtstun sich auszahlen kann: Nachdem französische Soldaten im Pfälzischen Erbfolgekrieg Ende des 17. Jahrhunderts Teile des Schlosses über der Stadt gesprengt hatten, fand nur ein notdürftiger Wiederaufbau statt. 1764 setzte auch noch ein Blitz die Mauern in Brand – fortan sparten sich die Heidelberger weitere Reparaturen. Oberhalb des Neckars thront seitdem eine imposante Ruine. Ihr Charme verhalf Heidelberg zu Anfang des 19. Jahrhunderts zu Berühmtheit, weil sie einige bedeutende Künstler der Romantik verzauberte: Der Engländer William Turner bannte den Reiz der überwucherten Ziegel in mehr als 100 Skizzen, Aquarelle und Gemälde. Der Dichter Friedrich Hölderlin widmete ihrer wilden Schönheit Verse, Clemens Brentano ebenfalls, und natürlich war Goethe zu der Zeit auch schon hier gewesen. Die Romantik prägt seither die Stadt: die Gassen in der Altstadt – wie romantisch! Ein Spaziergang entlang des Philosophenwegs auf der gegenüberliegenden Flussseite – ebenfalls eine sehr romantische Angelegenheit. Dazu ist Heidelberg aber auch noch Studenten-, Wissenschafts- und Technologiestadt. So finden die unterschiedlichsten Geschmäcker ihr Glück am Neckar.

Tobias Schwerdt / Heidelberg Marketing GmbH

Sie haben …

2 Stunden

Vom Hauptbahnhof Heidelberg bringen Sie die S-Bahn-Linien S1, S2, S5 und S51 in fünf Minuten zur Haltestelle Heidelberg Altstadt. So bleibt genug Zeit für einen Spaziergang auf der Hauptstraße bis zum Marktplatz, den Sie überqueren, um Heidelbergs älteste Schokoladenmanufaktur Café Knösel zu erreichen. Dort kaufen Sie einen Studentenkuss. Das ist ein übergroßer Schokoladentaler mit Nougat, einem Überzug aus Zartbitterschokolade – und einer süßen Tradition: Seit seiner Gründung 1863 verkauft das Café die Pralinen in kleinen Schachteln, in denen Verliebte einst kleine Botschaften aneinander versteckten. Schlendern Sie weiter zur Alten Brücke, wo Sie einen Blick auf den Neckar werfen und über den Brückenaffen schmunzeln. Die Bronzefigur reckt neckisch den blanken Po Richtung Mainz – historisch ein Gruß der Heidelberger Kurfürsten an die Mainzer Bischöfe.  Streichen Sie dem Affen über die rechte Hand. Der Brauch soll Ihnen das Glück bringen, Heidelberg erneut zu besuchen. Vorerst müssen Sie sich nun jedoch mit dem Bus oder mit der S-Bahn zurück zum Bahnhof begeben.

2 Tage

Tag 1

Mit mehr als einer Million Besuchern jährlich zählt das Heidelberger Schloss zu den Sehenswürdigkeiten, die zu Stoßzeiten zur Überfüllung neigen. Starten Sie früh in den Tag, um vor den meisten anderen dort zu sein. Entweder spazieren Sie von der Altstadt hinauf oder Sie nehmen die Bergbahn, deren Talstation sich am Kornmarkt befindet. Die Fahrt zum Schloss ist im Eintrittspreis inbegriffen. Schauen Sie vom Schlossaltan hinab auf Heidelberg und das Neckartal, entdecken Sie Gotik- und Renaissance-Elemente an den Mauern, besuchen Sie das Apothekermuseum und staunen Sie im Keller neben dem Friedrichsbau über das 221.726-Liter-Weinfass und die Geschichte des Hofnarren Perkeo. Erholen Sie sich danach im Schlossgarten von den vielen Eindrücken, bevor Sie wieder in die Bergbahn steigen.

Die bringt Sie weiter hinauf, zuerst zur Molkenkur, wo Sie umsteigen müssen. Der Zwischenstopp bietet sich für einen Mittagssnack an. Der Riosk (ein regionaler Kiosk) bietet Würste, Gemüseeintöpfe und Bier von Produzenten aus Heidelberg und dem Umland an. Steigen Sie anschließend in die nächste Bahn, wobei sie einen Zeitsprung machen: Den unteren Teil der Strecke von der Altstadt zum Schloss sind Sie mit einer der modernsten Standseilbahnen Deutschlands gefahren. Den Weg hinauf zum Gipfel des Heidelberger Hausbergs, dem nicht ganz 568 Meter hohen Königstuhl, bewältigen Sie mit einer der ältesten Standseilbahnen des Landes. Von oben erwartet Sie ein herausragender Blick, mindestens über das Neckartal, bei gutem Wetter sogar bis zum Elsass. Durch den Wald auf dem Königstuhl führen mehrere Wanderwege. Der zwei Kilometer lange Walderlebnispfad eignet sich besonders für eine Wanderung mit Kindern. Der Gipfel beherbergt im Übrigen eine Falknerei, einen Vergnügungspark, die Landessternwarte Heidelberg und das Haus der Astronomie, ein Informationszentrum des Max-Planck-Instituts.

Die Bergbahn trägt Sie am Nachmittag zurück in die Altstadt, wo Sie noch ein wenig flanieren sollten, beispielsweise auf der mit Barockfassaden gesäumten Steingasse. Ein Vorteil des historischen Stadtkerns ist seine Kompaktheit: keine zwei Kilometer lang, nicht ganz einen halben breit. Steuern Sie zum Sonnenuntergang die Alte Brücke an, die eigentlich Karl-Theodor-Brücke heißt, aber von niemandem so genannt wird. Während die letzten Sonnenstrahlen das Schloss in rotes Licht tauchen, können Sie sich für den Blick begeistern, der schon die Maler der Romantik bezirzte – und vor ein paar Jahren die Chefs des chinesischen Technologiekonzerns Huawei, die die Sehenswürdigkeit auf ihrem Firmengelände in der Nähe von Shenzhen nachbauen ließen. Nun müssten Sie Hunger haben – kehren Sie also in eines der Studentenlokale ein, die Namen wie „Zum Seppel“, „Schnookeloch“ und „Zum Roten Ochsen“ tragen und deftige Spezialitäten wie Maultaschen, Kurpfälzer Bratwürste und Käsespätzle servieren.

Tobias Schwerdt / Heidelberg Marketing GmbH

Tag 2

Beim Frühstück in einem der Cafés auf dem Marktplatz können Sie in Ruhe darüber nachdenken, ob Sie gleich die mehr als 200 Stufen hinaufsteigen wollen, um vom 82 Meter hohen Turm der Heiliggeistkirche über die Dächer der Stadt zu blicken – was zwar anstrengend ist, aber sehr lohnend. Haben Sie sich gegen den Aufstieg entschieden, werfen Sie zumindest einen Blick in die Kirche. Die breiten Seitenschiffe beherbergten einst eine der wichtigsten Büchersammlungen des Mittelalters, die Bibliotheca Palatina. Nachdem die Katholiken Heidelberg im Dreißigjährigen Krieg von den protestantischen Kurfürsten erobert hatten, verschleppten sie 1623 die meisten Bände der Schriftensammlung nach Rom. Einige der Bücher sind inzwischen zurück in Heidelberg und werden von der Universitätsbibliothek verwahrt und teils auch ausgestellt, darunter die Große Heidelberger Liederhandschrift, auch Codex Manesse genannt.

Begeben Sie sich nun in Richtung Universität, und zwar auf der Hauptstraße. Die Fußgängerzone ist Heidelbergs wichtigste Einkaufsstraße und fast zwei Kilometer lang. Sie sollten jedoch schon vor ihrem Ende abbiegen, um zum Studentenkarzer zu kommen. Von den Studenten, die hier bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts Strafen für Ruhestörungen oder Duelle absitzen mussten, wurde er scherzhaft „Grand Hotel“ genannt.  Viele seiner damaligen Insassen haben mehr oder weniger geistreiche Botschaften an den Wänden hinterlassen. Das Universitätsmuseum in der Nähe erzählt aus mehr als 600 Jahren Uni-Geschichte, unter anderem mit einer Handschriftenausstellung der Bibliotheca Palatina, die 1986 zum 600-jährigen Jubiläum der Universität Heidelberg eröffent wurde. Ebenfalls sehenswert: die Alte Aula. In der Zeughaus-Mensa am Marstall können nicht nur Studierende speisen, sondern auch Besucher.

Nutzen Sie den Nachmittag, um die andere Seite des Neckars zu erkunden. Die schönste Art, den Fluss zu überqueren, ist eine Fahrt mit der Fähre „Liselotte von der Pfalz“. Vom Anleger an der Alten Brücke legen auch andere Schiffe der Weißen Flotte zu Neckarfahrten ab, beispielsweise zu Burgen und Klöstern in der Umgebung. Gehen Sie in Neuenheim, einem hübschen Wohnviertel, von Bord der „Liselotte“. Von hier kommen Sie auf den Philosophenweg, Heidelbergs beliebtesten Wanderweg. Lassen Sie sich für die rund drei Kilometer lange Strecke Zeit – Sie werden den Blick auf den Fluss, die Alte Brücke, die Altstadt und natürlich das Schloss genießen wollen. Sie werden aber auch verschnaufen müssen, denn insgesamt sind rund 120 Höhenmeter zu bewältigen. Entlang des Weges stehen einige Bänke – mit Glück entdecken Sie in den warmen Monaten eine der Mauereidechsen, die hier leben und daran erinnern, dass Sie an einem der wärmsten Orte Deutschlands spazieren gehen. Daran, dass Sie nebenher auch auf den Spuren großer Denker lustwandeln, erinnern Plaketten, Skulpturen und Büsten wie die des Dichters Joseph von Eichendorff oder die Hölderlin-Anlage. Über den Schlangenweg steigen Sie wieder ab und gelangen zur Alten Brücke, über die Sie in die Altstadt zurückkehren können.

Norbert Schmidt / imago images

Die besten Selfie-Spots

  • Schlossgarten
  • Schlossaltan
  • Auf dem Gipfel des Königstuhls
  • In der Abendsonne auf der Scheffelterrasse
  • Auf der Alten Brücke
  • Steingasse
  • Neckarwiesen
  • Philosophengarten
  • Terrasse des Wirtshauses Nepomuk
  • Kirchturm der Heiliggeistkirche
  • Grünanlage Klingenteich
  • Aussichtsturm Bismarcksäule
  • Zwischen den Kirschbäumen im Garten von Schloss Schwetzingen (11 Kilometer außerhalb von Heidelberg, Kirschblüte ist im März und April. Geheimtipp: Wie weit die Blüte der Kirschbäume vorangeschritten ist, zeigt das „Blühbarometer“ unter www.schloesser-und-gaerten.de)

Nicht verpassen

„Heit haw ich de Adam g´funne“, soll 1907 der Sandgräber Daniel Hartmann gesagt haben, nachdem er in Mauer, 17 Kilometer von Heidelberg entfernt, einen menschlichen Unterkiefer auf seiner Schippe hatte. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die Knochen etwa 600.000 Jahre alt sind. Nach ihnen wurde eine Art der Menschengattung Homo benannt: der Homo Heidelbergensis. Der Kiefer lagert im Geologisch-Paläontologischen Institut der Universität Heidelberg, eine Kopie ist im Kurpfälzischen Museum zu sehen. Wer sich noch mehr Knochen (und plastinierte Muskeln, Sehnen und Organe) ansehen möchte, sollte die Ausstellung Körperwelten des Anatomen Gunther von Hagens besuchen, die in einem ehemaligen Hallenbad gezeigt wird.

Zur Einstimmung

Bücher

Friedrich Hölderlin nannte die Stadt in seinem Gedicht „Heidelberg“ (1800) zärtlich „Mutter“, Johann Wolfgang von Goethe sah sie auf einer seiner Reisen im Jahr 1797 im Morgengrauen, Heinrich Heine beschrieb das große Fass im Schlosskeller. Ganz und gar der Heidelberger Trinkkultur gewidmet ist der Band „Es labt nur tapfre Zecher, das Heidelberger Faß“, herausgegeben von Max Graff und Thomas Wilhelmi.

„Bummel durch Europa“ von Mark Twain

Der amerikanische Schriftsteller verbrachte 1878 mit seiner Familie etwa drei Monate in Heidelberg. In seinem Reisebericht widmet er der Stadt und ihren Sehenswürdigkeiten mehrere Kapitel, unter anderem dem Schloss und dem Studentenkarzer.

„Tomboy“ von Thomas Meinecke

Der Roman nimmt nicht nur Geschlechterklischees auseinander; in der an der Universität der Stadt angesiedelten Handlung steckt auch einiges an Heidelberger Lokalkolorit.

„Heidelberger Requiem“ von Wolfgang Burger

Der erste Band der Krimi-Reihe um den alleinerziehenden Kripo-Chef Alexander Gerlach. Der aktuelle Fall heißt „Der sanfte Hauch des Todes“. Es ist der 17. Einsatz des Ermittlers.  

„Liebe und andere Fettnäpfchen“ von Emma Wagner

Eine Studentin würde sich gern verlieben, tut sich jedoch schwer mit dem Leben und damit, sich ihren großen Wunsch zu erfüllen: den richtigen Mann finden. Die Bücher der Autorin Emma Wanger stecken voller „H“: Humor, Herz und Heidelberg.

Filme und Serien

  • Die Netflix-Produktion „Isi und Ossi“
  • „Alt-Heidelberg“, Filmklassiker von 1959
  • Noch ein Klassiker: „Ich hab’ mein Herz in Heidelberg verloren“ von 1952
  • Die Filmreihe „Hotel Heidelberg“ im Ersten  
  • „Die Apothekerin“ mit Katja Riemann
  • Lassen Sie sich nicht täuschen: „Anatomie“ mit Franka Potente spielt zwar in Heidelberg, die Laborszenen wurden aber in der TU München gedreht.

Instakanäle zur Einstimmung

@heidelbergpictures
@_andre.diaz
@aboutheidelberg
@paulmichael

Souvenirs

  • Studentenküsse verkauft das Café Knösel, das die Spezialität auch erfand, aber auch einige Geschäfte auf der Hauptstraße haben das beliebte Mitbringsel im Sortiment.
  • Zwar ist die Manufaktur von Klar Seifen im Sommer 2020 ins nahegelegene Plankstadt gezogen, in der Hauptstraße gibt es jedoch ein Ladengeschäft des Traditionsbetriebs.
  • 315 Stufen führen von der Heidelberger Altstadt zum Schloss. In einer ebenfalls hoch gelegenen Manufaktur entsteht der 315 Upstairs Gin.
  • Nicht typisch Heidelberg, aber interessant für alle, die auf der Suche nach Schnäppchen sind: der Fashionpark Nussloch
  • Lokales Design verkauft der Laden FriDa Heidelberg.
  • Helles, Dunkles, Pils – alle Biere der Brauerei zum Klosterhof sind bio. Die Brauerei Heidelberger hält sich an die Bierordnung von Kurfürst Friedrich IV. aus dem Jahr 1603 – die noch strenger ist als das Reinheitsgebot von 1516.  
  • Unter dem Namen „Roterfaden“ haben sich mehr als 50 inhabergeführte Geschäfte in Heidelberg zusammengeschlossen.
Volker Preußer / imago images

Die beste Reisezeit

Wer nach Heidelberg reist, kann grundsätzlich von günstigem Wetter ausgehen, denn die Stadt am Neckar zählt in Deutschland zu den Regionen mit dem angenehmsten Klima. Jedoch sollten Sie bei der Buchung daran denken, dass vor allem zu Ostern, Pfingsten und an den Sommerwochenenden auch viele andere Ausflugshungrige auf die Idee kommen, die Stadt zu besuchen.

Veranstaltungen

Grüne Fahnen kennzeichnen jährlich im März und April die Spielstätten des Heidelberger Frühlings, eines klassischen Musikfestivals. Bespielt werden nicht nur die Stadthalle, sondern auch außergewöhnliche Orte wie Bäckerstuben und Labore. Analog zum musikalischen Frühling findet in Heidelberg jährlich ein literarischer Frühsommer statt: Bei den Heidelberger Literaturtagen lesen international bekannte Autoren in der UNESCO City of Literature, die ein paar Monate später zum nächsten Lesefest lädt, dem Literaturherbst Heidelberg.

Im April lockt der Heidelberger Halbmarathon mit einer der schönsten Strecken Deutschlands jedes Jahr rund 3500 Teilnehmer an.

An mehreren Samstagen im Sommer scheint die Schlossruine wieder in Flammen zu stehen: Bengalische Feuer und Raketen setzen das Gemäuer bei der Schlossbeleuchtung in Szene. Zur selben Zeit werden bei den Schlossfestspielen alle möglichen Ecken des Geländes zur Bühne, während im Juni während des Brückenfests (vor allem zu späterer Stunde) die Alte Brücke zur Tanzfläche wird.

Im September findet überall in der Altstadt der Heidelberger Herbst statt, ein Stadtfest mit Flohmärkten, Kunsthandwerk und regionalem Essen. Ebenfalls sehr kulinarisch empfängt in der Vorweihnachtszeit der Weihnachtsmarkt, dessen Buden verteilt in den Altstadtgassen stehen, seine Besucher.

Bitte beachten Sie, dass es aktuell wegen der Corona-Pandemie zu Einschränkungen bei Veranstaltungen und Öffnungszeiten kommen kann.

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