Das Münsterland

Westfälische Gemütlichkeit trifft auf trubeliges Uni-Leben: Die Region rund um Münster zeigt, dass sich Gegensätze anziehen und gut ergänzen – mit Wohlfühlorten voller gut gehüteter Geheimnisse, von denen wir ein paar lüften

Foto: Getty Images/iStockphoto

Einführung

Sie haben nur zwei Stunden

Ein Wochenende in Münster

Tag eins

Den ersten Tag verbringen wir in der Stadt, und er beginnt – wie könnte es anders sein – mit einer Fahrradtour. Gestartet wird am zentral gelegenen Hauptbahnhof, in dessen moderner Radstation ein passender Drahtesel ausgeliehen werden kann. Dann geht es auf die Promenade, die sogenannte „Fahrradautobahn“ von Münster. Auf dieser breiten, nur für Fußgänger:innen und Radfahrende freigegebenen Allee kann man bequem den Altstadtkern umrunden. Vorbei geht es am Buddenturm, dem ältesten noch erhaltenen Teil der ehemaligen Stadtbefestigung aus dem Jahr 1150. Unweit davon steht der Zwinger, ein weiterer Teil der Stadtbefestigung und das einstige Gefängnis. Das Rondell beherbergt heute die Skulptur „Das gegenläufige Konzert“ von Rebecca Horn, bei dem 42 Metallhämmer ein tickendes Geräusch auslösen und für Beklemmung sorgen sollen.

Am Münsteraner Schloss vorbei fahren wir zum Aasee, einem aus dem Stadtfluss Aa aufgestauten See, auf dem Tretboote fahren und an dessen Ufern es mit der Uni-Mensa und mehreren Skulpturen einiges zu entdecken gibt. Wir kehren jedoch noch einmal um, um einen Kaffee im Kreuzviertel zu trinken. In der Roestbar in der Nordstraße 2 gibt es hausgeröstete Kaffeespezialitäten in modern-gemütlichem Ambiente und dazu die Kulisse dieses durch Gründerzeithäuser geprägten Stadtteils. Weiter geht es quer durch die Stadt zum Hafen. Ja, richtig gehört: Münster hat einen kleinen Binnenhafen am Dortmund-Ems-Kanal, dessen Fläche etwa so groß ist wie die Innenstadt. Auf der Kreativkai genannten Nordseite gibt es Restaurants und Cafés mit Wasserblick und den Speicher II, in dem die Kunsthalle Münster die Arbeiten junger Künstler:innen ausstellt. Der Eintritt ist frei.

Die Südseite ist erst in den letzten Jahren entwickelt worden. Zuvor saßen dort im Sommer die Studierenden und schauten mit ihren mitgebrachten Supermarktbieren den Menschen in den Restaurants zu. Heute hat sich hier unter anderem die „Hafenkäserei“ angesiedelt, in der bei einer Genussführung der Prozess von der Milch bis zum Käse durch gläserne Wände mitverfolgt werden kann. Im angeschlossenen Speiselokal gibt es Burger, Flammkuchen und Käseklassiker wie Spätzle oder Fondue. Am Nachmittag fahren wir zum Domplatz und besuchen das LWL-Museum für Kunst und Kultur. Auf mehr als 7.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche gibt es hier eine Zeitreise durch 1.000 Jahre abendländische Kunst zu entdecken. Öffnungszeiten sind von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 20 Uhr. Quer über den Platz erreichen wir den Dom mit Kreuzgang und Krypta sowie einer großen astronomischen Uhr mit einem einzigartigen Kalenderblatt.

Für das Abendessen geht es in „Münsters Esszimmer“. Das ist der Name eines kleinen, gemütlich eingerichteten Restaurants mitten in Münster. Es setzt auf junge westfälische Küche mit frischen Zutaten, die auf Einflüsse aus der ganzen Welt trifft. Für den sprichwörtlichen Absacker geht es dann noch ins Kuhviertel rund um die Kuhstraße, in dem auch die Studierenden ausgehen. Dort trinken wir in Münsters ältester Student:innenkneipe „Cavete“ noch einen auf die Gesundheit.

Tag zwei

Gut ausgeruht starten wir am zweiten Tag in den letzten Teil unserer großen Radtour. Diesmal geht es aus der Stadt heraus in die Umgegend. Bekannt ist das Münsterland vor allem für seine Wasserschlösser und -burgen, und deshalb radeln wir entlang des Schlösser-Dreiecks zwischen Westerwinkel, Nordkirchen und Burg Vischering. Die etwa 60 Kilometer lange Tour startet am Bahnhof von Ascheberg. Und weil das Münsterland auch für seine Picknicktage auf den Schlössern bekannt ist, gibt es in der Tourist-Information am Katharinenplatz fertig gepackte Körbe zu kaufen – praktisch für alle, die noch Verpflegung brauchen. Durch malerische Felder geht es in Richtung Süden, und nach etwa einer Stunde Fahrt erreicht man Schloss Westerwinkel. Ein Rundgang um das Schloss dauert etwa 30 Minuten, und mit etwas Glück kommen einem die frei laufenden Pfauen entgegen.

Wer für sein nächstes Business-Meeting noch einen besonderen Ort sucht, findet ihn hier: In der alten Orangerie gibt es wunderschöne Seminarräume. An Bauernhöfen, Feldern und Wiesen entlang fahren wir zum Schloss Nordkirchen, das auch „westfälisches Versailles“ genannt wird. Der erste Eindruck verrät bereits, warum: Das Gebäude hat sehr viele Fenster, und auch die Gartenanlage erinnert an das Vorbild in der Nähe von Paris. Der Blick über den Hauptzugang mit See und Venusinsel gehört zu den meistfotografierten des Münsterlandes. Im Dorfpark von Nordkirchen-Capelle, idyllisch am Capeller Bach gelegen, machen wir eine Picknickpause. Das Finale der Radtour führt gen Norden auf gut befestigten Radwegen in Richtung der Drei-Burgen-Stadt Lüdinghausen. Hier liegt die Burg Vischering, ein rundlicher Bau, im Wasser – sicherlich eines der schönsten Bauwerke Deutschlands. Im „Café Reitstall“ probieren wir die schokoladige Vischering-Torte, und bei einem Abstecher ins burgeigene Museum erfahren wir, was es mit dem Halsband des Lambert von Oer auf sich hat. In der angeschlossenen Bäckerei „Ritter Helmut“ gibt es zur Stärkung Rosinenstuten und Pilgerbrot, das auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist.

Auf dem Weg zurück nach Ascheberg zeigt sich das Münsterland mit Pferdehöfen und Bauernhäusern von seiner stillen Seite. Angekommen, nach einem langen Tag im Sattel, gibt es im Restaurant „Hugo im Dahl“ ein Abendessen mit Forelle. Denn in diesem romantisch gelegenen Spezialitätenlokal dreht sich seit 60 Jahren alles um den heimischen Raubfisch. Die restauranteigene Zucht sorgt dafür, dass Gästinnen und Gäste immer wieder von der frischesten Forelle ihres Lebens berichten.

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FOTOS:

Rathaus Münster: Getty Images/iStockphoto
Burg Hülshoff und Dom: Sina Ettmer/stock.adobe.com
Aasee: Getty Images/Horst Gerlach
Kuhviertel und Promenade: imago/Rüdiger Wölk
Zwillbrocker Venn: Gerhard-stock.adobe.com
Kreativkai: Henrik Dolle/stock.adobe.com
Wildpferd: Christopher Clem Franken/stock.adobe.com

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