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Aachen und die nördliche Eifel

Die Domstadt ganz im Westen Deutschlands beeindruckt mit dem größten Kirchenschatz nördlich der Alpen, einer pittoresken Altstadt und als Tor in die Eifel mit Burgen, Bächen und einem Sternenhimmel, der seinesgleichen sucht

Nordeifel Tourismus

Einführung

Sie haben nur zwei Stunden

Ein Wochenende in Aachen und in der nördlichen Eifel

Tag 1

Es geht in die Eifel, und je früher Sie sich aufmachen, desto besser: Es wird ein langer Tag. Vom Aachener Hauptbahnhof bringt Sie die Regionalbahn nach Düren, wo Sie in die Rurtalbahn nach Heimbach umsteigen – nach nur einer Stunde und 15 Minuten erreichen Sie Ihr erstes Ziel. Aus dem Bahnhof kommend gehen Sie einfach links herum, folgen der Straße parallel zum Lauf der Rur, und nach einem kleinen Anstieg stehen Sie kaum zehn Minuten später vor einem der eindrucksvollsten Zeugnisse Eifeler Hartnäckigkeit: der Burg Hengebach. Erbaut vom 12. bis 14. Jahrhundert verfiel sie erst, brannte dann 1687 ab und verkam zum Steinbruch, ehe sie nach mehreren Anläufen schließlich komplett renoviert wurde, sogar mit Aufzug. Heute thront das gewaltige Trumm als ältestes Bauwerk der Eifel auf einem 216 Meter hohen Felsen über der mit gerade mal 1.000 Einwohnern kleinsten Stadt Nordrhein-Westfalens. Wer den Ausblick der ersten Bewohner, darunter Raubritter, genießen will, besichtigt kostenlos Wehrgang, Burgfried und die Hofräume. Schräg gegenüber in direkter Luftlinie liegt Ihr nächstes Ziel, die Abtei Mariawald. Wenn Sie gut zu Fuß unterwegs sind, wandern Sie doch etwa 40 Minuten auf dem Krönungsweg dorthin. Oder Sie nehmen von der Haltestelle Rurufer an der Uferstraße den Bus 231. Zuvor kehren Sie noch im nahen Stadt-Café Heimbach ein, für ein zweites Frühstück oder auch hausgemachte frische Waffeln zum Kaffee.

Wanderer gehen danach noch mal an der Burg vorbei, folgen den Straßen Am Giebel und Am Altenberg, ehe sie einen kleinen Weg rechts nehmen, der auf den Bildchesberg führt. Hier lohnt der Blick zurück zur Burg Hengebach, die buchstäblich über dem Bach hängt. Wo der Weg auf die Mariawalder Straße trifft, diese überqueren – und schon stehen Sie vor dem weißen Ensemble des ehemaligen Zisterzienser-Klosters. Lieblich liegt es noch heute zwischen hügeligen Wiesen und Wald, und man kann sich gut vorstellen, wie es nach 1470 aus einem hölzernen Kapellchen hervorging. Um es aber auch heute noch als einen Ort des Gebets und der Besinnung zu erleben, sollten Sie möglichst nicht am Wochenende vorbeischauen. Andererseits haben Sie sonntags die Gelegenheit, an einer Führung durch den einstigen Klausurbereich teilzunehmen. Wenn Ihnen spätestens jetzt der Magen knurrt, laben Sie sich doch in der Klostergaststätte an der berühmten Erbsensuppe des Klosters, dazu schmeckt ein Trappistenbier.

Direkt am Kloster steigen Sie am frühen Nachmittag wieder in den Bus 231 und fahren weiter nach Gemünd Mitte. Von dort bringt Sie der „NationalparkShuttle“-Bus SB82 zum dritten monumentalen Bau dieses Tages: die ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang, einst Kaderschmiede für den NSDAP-Führungsnachwuchs. Das Areal wurde nach 1945 jahrzehntelang von den Briten und Belgiern als Truppenübungsplatz genutzt („Camp Vogelsang“) und ist heute als „Vogelsang IP (Internationaler Platz)“ ein NS-Dokumentationszentrum. Hier können Sie sich einer der täglichen Führungen anschließen. Wie eine Art zweiter Obersalzberg lag und liegt diese wuchtige Anlage ebenfalls mitten in der Natur – heute im 2004 ausgewiesenen Nationalpark Eifel, dem auch eine Ausstellung gewidmet ist und der sich allmählich zur Wildnis zurückentwickeln soll und darf. Vielleicht bringen Sie ein anderes Mal mehr Zeit mit und lassen sich von Rangern den „Urwald von morgen“ zeigen. Wenn sich dort aber Uhu und Wildkatze Gute Nacht sagen, haben Sie noch was vor: Von der Sternwarte auf dem „Vogelsang IP“ aus werden regelmäßig nächtliche Wanderungen angeboten, denn Dunkelheit hat hier längst eine ganz andere und erhebende Bedeutung. Schauen Sie also getrost nach oben und lassen Sie sich bezaubern vom Funkeln der Sterne, dem Band der Milchstraße und dem Polarstern über dem ersten International Dark Sky Park Deutschlands. Aber auch rund um den Nationalpark ist die Lichtverschmutzung so gering, dass Sie bei klarem Himmel freie Sicht ins Universum haben. Das gelingt sogar vom Örtchen Einruhr, wohin Sie per Bus gelangen: Bus SB82 bringt Sie nach Kall zum Bahnhof, dort nehmen Sie Bus 63 nach Einruhr. Im Eifelhaus lassen Sie den Tag bei einem knackigen Salat mit Eifeler Forellenfilet oder etwa Schnitzel vom Eifel-Schwein und Blick über den Obersee – er bildet mit dem Rursee die Eifeler Seenplatte – noch einmal Revue passieren. Nach dem Abendessen können Sie dann in die Sterne gucken, im August sehen Sie vielleicht auch Sternschnuppen, wenn der Perseidenschauer herniedergeht.

Tag 2

Ein Stückchen überirdische Sahnetorte schon am Morgen? Ausnahmsweise: ja! Wer sich das verdienen will, wandert im Frühtau durch Wiesen und Wald auf dem Rurberg-Einruhr-Rundweg nach Rurberg, einem hübschen Eifelörtchen. Oder aber Sie nehmen den Bus 68, um dort am Seeufer im Café Henn zu frühstücken (wo Sie auch übernachten können, fragen Sie nach einem Zimmer mit Seeblick). Wenn Sie nicht übernachten: unbedingt vorher reservieren, denn die Eifeler lieben das üppige Buffet, die Eierspeisen und die nicht minder große Auswahl an hausgemachten Crèmetorten und Pralinen. Direkt vor der Tür glitzert verführerisch der Rursee, eine der größten Talsperren Deutschlands. Hier legen auch die Schiffe der weißen Flotte der Rursee-Schifffahrt ab, zu einer etwa zweistündigen Rundfahrt nach Schwammenauel und zurück, mit Blick auf lauschige, bewaldete Buchten. Wenn Sie Ingenieurskunst schätzen, spazieren Sie 800 Meter über die Staumauer zum Anleger am benachbarten Obersee, von wo eine einstündige Rundfahrt zur Urftstaumauer startet. Zurück in Rurberg haben Sie nach so viel „Seeluft“ bestimmt Hunger – Sie gedulden sich aber noch etwa eine halbe Stunde, nehmen den Bus 68, der die kurvenreiche Strecke hinauf nach Simmerath fährt, laufen ein paar Minuten die Hauptstraße hoch bis zur nächsten Kreuzung und kehren ein in Schröders Eck: Auf weiß eingedeckten Tischen servieren der Niederländer Ben und seine Frau Kati aus Frankreich gutbürgerliche Küche, wobei nicht nur der gemischte Salat mit gebackenem Ziegenkäse und Walnüssen durchaus als doppelte Portion durchgeht. Mancher bestellt trotzdem noch eine Portion Bratkartoffeln dazu … Die regionale Monschauer Senfsauce zum Kalbshüftsteak ist mit Estragon verfeinert. Und während Sie nach dem Essen noch einen Espresso trinken, können Sie schon einmal überlegen, was Sie mit dem angebrochenen Nachmittag anstellen wollen. Kultur oder Natur? Monschau mit seiner pittoresken Altstadt und der historischen Senfmühle erkunden oder lieber das Hohe Venn mit Moor und Heide? Beides ist spektakulär, für beides wird aber die Zeit kaum reichen.

Sie gehen zurück zum Busbahnhof und nehmen den Bus 82 Richtung Monschau. Die Hohe Venn-Fraktion steigt jedoch in Imgenbroich (sprich: „Imgenbruch“) um in Bus 85 und fährt noch ein paar Minuten bis zur Haltestelle Mützenich Zoll. Der Name lässt es erahnen: Sie befinden sich im (deutsch-belgischen) Grenzgebiet. Hier folgen Sie der Beschilderung in den Naturpark Hohes Venn-Eifel – „Venn“ leitet sich vom niederländischen Wort für „Moor“ ab, „Hohes Venn“ meint Hochmoor. In der feuchten Landschaft links und rechts vom Weg wippen Wollgräser im Wind, die Glockenheide blüht, und hellgrüne Moose bilden neuen Torf, der aber natürlich nicht mehr gestochen wird. Vielleicht schwirrt eine große Libelle an Ihnen vorbei, oder ein Perlmutterfalter tänzelt über die offene Ebene unter einem hohen Himmel, wie man ihn eher in Norddeutschland erwarten würde. Nach 800 Metern bietet ein Aussichtsturm einen guten Überblick. Ein steiler Weg führt noch rund 500 Meter weiter auf den Steling, den höchsten Berg weit und breit mit Fernblick bis ins Siebengebirge. Die dunklen Striche in der näheren Umgebung sind große Flurhecken, die bis heute Ernte und Vieh vor zeitweise kräftigem Nordseewind schützen. Kurz zuvor kommen Sie noch an einem Felsen vorbei, einem flächigen Quarzitbrocken mit dem Namen „Kaiser Karls Bettstatt“, weil einst Karl der Große, als er sich bei einem Jagdausflug verirrte, die Nacht darauf verbracht haben soll. Vielleicht hat er von dort aus ja auch die Sterne betrachtet, so ganz ohne Handy.

Die Monschau-Fraktion indes ist im Bus 82 sitzen geblieben und hinabgefahren in ein enges Tal, wo die Rur durch eine wunderschöne Altstadt fließt. Einfach aussteigen und sich treiben lassen durch mittelalterliche Gassen mit Kopfsteinpflaster, vorbei an Fachwerkhäusern, die sich, manche abenteuerlich schief, von zwei Seiten am und teils über dem Fluss drängen. Darüber thront, mal wieder, eine Burg. Sie ergattern direkt am Markt einen Platz draußen vor Café Kaulard, die Innenräume gehörten einst dem ersten Monschauer Gasthaus, und lassen sich Dütchen schmecken: Hörnchen aus Rührteig, gefüllt mit Obst, Eis und Sahne. Sie hatten nun wirklich schon genug Süßes? Dann laufen Sie doch noch gut einen Kilometer aus der Altstadt hinaus, am Laufenbach entlang, bis zur traditionellen Senfmühle Monschau. Erst zur Besichtigung oder gleich ins Restaurant Schnabuleum? Die Eifeler Forelle wird dort nach „Senfmüllerinnen Art“ an Limonensenf zubereitet, und sogar das Dessert hat einen scharfen Beigeschmack: Zum Kännchen Espresso – ja, dat jibbet hier – bekommen Sie zwei Monschauer Senfpralinen. Von Monschau und aus dem Hohen Venn bringen Sie schließlich verschiedene Busverbindungen über Roetgen und Imgenbroich zurück zum Aachener Hauptbahnhof. Wenn Sie denn wirklich schon zurückwollen.

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Fotos:
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Dominik Ketz
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