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Fahren Züge mit Frittenfett?

Ja, denn alte Speiseöle kann man zu Öko-Diesel verwandeln. Dies und zehn weitere Beispiele dafür, was die DB 2020 gelernt und neu ausprobiert hat

Von:
Lesezeit: 10 Minuten
Pommes
Alamy/mauritius

DIESEL, ADE

ALTE SPEISEÖLE TREIBEN REGIONALZÜGE AN

Kaum vorstellbar, dass einst Pommesstifte in jenem Öl brutzelten, das nun einen Zug antreibt. Aber die Bahn hat genau das in einem Versuchszug ausprobiert. Denn bei ihrer Suche nach alternativen Kraftstoffen ist die DB aufs Frittenfett und andere Speiseöle gekommen, die mithilfe von modernen chemischen Verfahren in einen umweltfreundlichen Kraftstoff verwandelt werden. Verglichen mit herkömmlichem Diesel können bei der Herstellung dieses Öko-Diesels die CO₂-Emissionen um bis zu 90 Prozent reduziert werden. Sein Einsatz ist einer der Schritte auf dem Weg zum erklärten Ziel der DB, bis 2050 ein klimaneutraler Konzern zu werden. Während alle ICE- und die meisten Intercity-Züge mit Ökostrom betrieben werden, fahren noch rund 1500 Regionalzüge mit Diesel. Auf der Suche nach Alternativen hat die Bahn gelernt, dass sie ihr Ziel nur erreicht, wenn sie nach verschiedenen Möglichkeiten sucht. Neben dem Öko-Diesel kommen demnächst auch Hybridloks, batteriebetriebene Fahrzeuge und Züge mit Wasserstoffantrieb zum Einsatz. Das Rennen um den nachhaltigsten Treibstoff ist noch offen.

 

MÖBELBEZUG AUS OZEANMÜLL

GRÜNE BÜROS UND RECYCLING: SO SCHONT DIE DB RESSOURCEN

Besonders stolz ist Anette Kubach auf das blaue Sofa (Foto unten). Der Bezug besteht aus Plastikabfällen aus den Weltmeeren. Die Architektin der Bahntochter DB Immobilien hat das Material zwar nicht selbst hergestellt. „Aber die Bahn ist eines der ersten Unternehmen weltweit, das diesen Stoff als Bezug für Büromöbel verwendet hat.“ Nun steht der stahlblaue Mehrsitzer im Bürogebäude „Cube“ am Hauptbahnhof in Berlin – neben vielen anderen Möbelstücken, die schon ein Vorleben hatten. Mit dem Ziel, „grüne Arbeitsplätze“ zu schaffen, hat ein Team um Kubach ausrangierte Hocker, Schränke und Stühle überholt und zum Teil zu neuen Tischen und Regalen verarbeitet. Durch das Upcycling von 750 Möbelstücken für 150 Arbeitsplätze konnte man auf viele Neuanschaffungen verzichten. „Wir haben dadurch  etwa 83 Prozent CO₂ eingespart“, sagt Kubach. Ihre schönste Erfahrung dabei: „Mit umgearbeiteten Möbeln lassen sich die Büros viel individueller gestalten.“

ICE-Sitz
Nils Bornemann, Mario Arnold

Nicht nur bei der Einrichtung von Gebäuden, überall im Konzern verfolgt man das Ziel, sparsam mit Ressourcen umzugehen. Das betrifft die Wiederverwendung von Materia­lien wie Bahnschienen, Schotter oder Schwellen, es zeigt sich aber auch im Inventar der Züge. So landen ausrangierte Trolleys, ICE- und Lokführersitze nicht mehr im Schredder. Sie finden Abnehmer über db-resale.com sowie bahnshop.de und sind weltweit gefragt, weiß Jens Peter Speckter, Leiter Resale & Service bei der DB. „Wir verhandeln auch mit Bahnbetreibern im Ausland über die Nutzung älterer Schienenfahrzeugkomponenten. Wir lernen gerade erst, wie viel Potenzial im Upcycling-Geschäft steckt.“

Blaues Sofa mit Kissen
Nils Bornemann, Mario Arnold

DER PASTA-EXPRESS

IN DER CORONAKRISE WAR AUF NACHSCHUB AUS ITALIEN VERLASS

Regionalmanagerin DB Schenker
DB AG

Mit dem Shutdown im März begannen die Hamsterkäufe in Deutschland. Nicht nur das Toilettenpapier wurde zeitweise knapp, auch viele Regale mit Nudelprodukten waren leergeräumt. Es war die Phase, in der bei der Bahntochter DB Schenker ein dringender Anruf einging. Um den Nachschub zu sichern, bat der Discounter Aldi Süd das Logistikunternehmen, den kurzfristigen Transport aus Italien bis in die 650 süddeutschen Aldi-Filialen zu übernehmen. „Wir standen vor der Aufgabe, in wenigen Tagen eine neue Lieferkette aufzubauen“, sagt Lisa Klonk, Regionalmanagerin bei DB Schenker. Normalerweise kein Problem für das Unternehmen mit Standorten in 38 Ländern. Doch die Transporte ins Corona-Krisengebiet Italien waren zu der Zeit rückläufig, somit fehlte es an Zügen und Lastwagen für den Weg zurück.

Genau hier kam die Bahntochter DB Cargo ins Spiel. Das Transportunternehmen zog Züge und Laster aus Deutschland zusammen und entsandte Sonderzüge nach Italien, um den Transport sicherzustellen. Im süditalienischen Nola wuchtete der Lieferant 300 Paletten mit 400 000 Nudel­packungen auf Lastwagen, bei Neapel wurde die Ladung in Güterzüge verladen und ab Nürnberg auf der Straße in die Filialen verfrachtet. So versorgten die Sonderzüge der DB die Konsumenten über Wochen mit Spaghetti, Penne und Fusilli. Und man lernte viel dabei. „Um die Warenströme aufrechtzuerhalten, kommt es auf die schnelle Kombina­tion aller Verkehrsmittel an“, sagt Marcus Dudek, der als Lokführer den Pasta-Express steuerte. „Wenn DB Cargo und Schenker gemeinsam anpacken, können wir auch in Krisenzeiten Engpässe überwinden.“

GUT VERNETZT

INTELLIGENTE TECHNIK GIBT LEIHRÄDERN NEUEN SCHWUNG

Mit der fünften Generation des Leihrads Call a Bike setzt die Bahntochter DB Connect auf modernes Design und intelligente Vernetzung. Das Modell soll im kommenden Jahr eingeführt werden und hat einige technische Neuerungen zu bieten. Zum Ausleihen kann statt der Eingabe der Radnummer auch ein QR-Code des Rads mit der App ge­scannt werden. Ob das Rad verfügbar ist, verraten LED-Leuchten schon von Weitem. Fotovoltaikzellen versorgen das smarte Schloss CO₂-neutral mit Strom. Zum neuen Bike gehört auch eine zentrale Handyhalterung am Lenker.

DB Rad
Christine Buhl (1), Oliver Lang (2)/DB AG

„Wir haben in rund 20 Jahren als Bikesharing-Anbieter gelernt, was Kunden wünschen“, sagt Cornelius Kiermasch, Leiter Shared Mobility bei DB Connect. „Besonders wichtig sind eine einfache Ausleihe und der Fahrkomfort.“

Mit dem Radleihsystem unterstützt die DB ihr Gesamtziel, noch mehr Menschen umweltschonend ans Ziel zu bringen. Eine große Rolle messen vor allem junge Bürger dabei dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu, wie eine aktuelle Umfrage von DB Regio und dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen belegt: 64 Prozent der 16- bis 29-Jährigen halten ein gut ausgebautes ÖPNV-Netz für den entscheidenden Treiber einer Verkehrs- und Klimawende.

 

LÖSUNG AUS DEM LABOR

IN DER PANDEMIE STELLT DIE DB DESINFEKTIONSMITTEL HER

Tag für Tag steht Tabea Mettler-Altmann (Foto unten) in ihrem Labor und untersucht Proben. Enthält der Schotter neben einem Gleis Giftstoffe, die umweltbelastend sein könnten? Finden sich im Staub aus einem Bahnwerk Spuren von Schwermetall? Im ganz normalen Alltag prüft die 38-jährige Biochemikerin viele Fragen, die mit dem Thema Umweltsicherheit bei der Bahn zu tun haben.

Aber im März 2020 war nichts mehr normal. Die Infektionszahlen schnellten in die Höhe, und nicht nur Toilettenpapier, auch Desinfektionsmittel wurde knapp. Dann kam die Frage aus der Konzernleitung: „Könnt ihr so etwas herstellen?“ Für die Schweizerin keine Frage: „Sicher geht das.“ Sie besorgte sich das Rezept der WHO und mischte die Zutaten (siehe Kasten unten) im vorgeschriebenen Verhältnis. Sie begann mit 50 Millilitern. „Für uns war es eine Herausforderung, so große Mengen zu produzieren.“ Um DB-Mitarbeiter in den Zügen ausreichend mit Desinfektionsmittel zu versorgten, ließ sie große Tanks aufstellen. 1000 Liter verließen täglich das Labor im brandenburgischen Kirchmöser, und in München mischten Kollegen jeden Tag 600 Liter. Bis die Marktpreise im Juni fielen und sich das Labor wieder den Kernaufgaben widmete. „Wir haben gesehen, dass wir in kurzer Zeit etwas Neues entwickeln können, wenn wir alle an einem Strang ziehen“, sagt Mettler-Altmann, „das war eine tolle Erfahrung.“

 

Biochemikerin für die DB im Einsatz
Christine Buhl (1), Oliver Lang (2)/DB AG
Herstellung von Desinfektionsmittel
Christine Buhl (1), Oliver Lang (2)/DB AG

SO GEHT’S: DESINFEKTIONSMITTEL

  1. Schritt: Bei der Herstellung eines Mittels zur Desinfektion empfiehlt Tabea Mettler-Altmann (Foto rechts oben), sich an das Rezept der Weltgesundheitsorganisation zu halten. Für die Mischung von einem Liter benötigt man einen Kunststoffbehälter und einen Messzylinder. 
  2. Schritt: 0,75 Liter Isopropanol, 1,45 Milliliter Glycerin, 0,125 Milliliter Wasserstoffperoxid (erhältlich in Apotheken) mischen und mit Wasser zu einem Liter auffüllen.
  3. Schritt: Mischung am besten in Glasfläschchen füllen – die sind danach gut wiederverwendbar
     

NEUE HEIMAT

WENN KRÖTE, AMEISE UND CO. ­UMZIEHEN MÜSSEN

Als einer der größten Grundbesitzer Deutschlands trägt die Deutsche Bahn Verantwortung für die Natur. Sie schützt darum bestehende Flächen und schafft zum Ausgleich für neue Bahnanlagen an anderer Stelle Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Manchmal kommt es dabei auch zu ihrer Umsiedlung in nahegelegene Gebiete. „Wenn wir durch Bauarbeiten zu stark eingreifen müssen, dann ist ein Umzug manchmal nicht zu vermeiden“, sagt Martina Lüttmann, Referentin für Naturschutz und Artenvielfalt bei der DB.

Für das Großprojekt Stuttgart 21 zum Beispiel kamen schon im Vorfeld der Baumaßnahmen rund 560 Mauer­eidechsen zur „Zwischenmiete“ in ein eigens dafür geschaffenes Freilandterrarium. Werden Eidechsen umgesiedelt, fängt man jedes Exemplar vorsichtig mit einer Art Mini-Lasso oder mit der Hand ein.

Naturschützer arbeiten am Freilandterrarium
dpa Picture-alliance

„Schon während der Planung von Baumaßnahmen schauen wir genau, welche geschützten Tiere auf dem jeweiligen Areal vorkommen“, sagt Lüttmann. Ob Tiere umgesiedelt werden müssen und welche Angebote passen, entscheiden Experten vor Ort. Die Maßnahmen betreffen hauptsächlich Reptilien wie Mauer- oder Zauneidechse. Daneben bietet die DB Ameisenvölkern, Hasel- und Fledermäusen, Kreuzkröten, Nattern und unterschiedlichsten Vogelarten Übergangs- und Ausweichquartiere.

Ein „Umweltfachlicher Bauüberwacher“ begleitet solche Bauprojekte von Anfang bis zum Ende – und darüber hinaus. „Denn erfolgreich ist eine Maßnahme nur, wenn wir sicherstellen, dass die Tiere dort auch für längere Zeit leben und überleben können“, sagt Lüttmann.

 

GUTE PFLEGEKRÄFTE

WIE DIE BAHN VEGETARIER IN IHREN DIENST STELLT

Sie fressen für ihr Leben gern: Schafe und Ziegen sind als biologische Rasenmäher für die DB unterwegs. Beide kommen meist auf Ausgleichsflächen zum Einsatz. Ziegen nutzt man primär in steilerem, oft steinigem Terrain, da sie sogar dornige Vegetation vertilgen. Burenziegen und Böcke stammen ursprünglich aus Südafrika und sind als besonders kletterfreudig und wendig bekannt. Sie beweiden im Auftrag der DB Trockenbiotope wie das Welterbe Oberes Mittelrheintal in Rheinland-Pfalz. Allgemein lässt sich sagen: Ohne die Fressgier von Paarhufern würden Areale überwuchern und wären von Verbuschung bedroht. Durch diese Beweidungen hat die DB gelernt, zugleich auch seltene Rassen zu erhalten. In verschiedenen Gebieten sind Tiere wie Wasserbüffel, Wisent und Wildpferd angesiedelt worden – als Landschaftspfleger.

Ziegen auf Weidelandschaft
Alamy/Mauritius

KANN MAN SICH SPAREN

EIN ASSISTENZSYSTEM HILFT, DEN VERBRAUCH ZU SENKEN

Busfahrer
Claudia Münchow

Mathias Pretzer (Foto) fährt schon lange Bus. Aber erst durch einen Spritspar-Lehrgang wurde ihm klar, wie sehr sich die Fahrweise auf den Kraftstoffverbrauch auswirkt. Gemäßigtes Anfahren, sanftes Gleiten durch Kurven, den Bus vor der Ampel ausrollen lassen – all das spart Diesel und Material. Im Seminar lernte der 39-Jährige mit seinen Kollegen ein neues Telematik-Assistenzsystem kennen, das bundesweit in 4500 Bussen von DB Regio zum Einsatz kommt. Das System gibt über ein Display Feedback zur Fahrweise und zum Verbrauch des Fahrzeugs. Bei sanftem Bremsen zum Beispiel leuchtet ein grüner Smiley auf, bei abrupten Tempowechseln empfiehlt ein roter Balken eine moderatere Fahrweise. „Man lernt durch die Technik, viel bewusster zu fahren“, sagt Pretzer. Ähnliche Systeme werden auch in den Zügen von DB Regio eingesetzt. Auf diese Weise will DB Regio jährlich rund 100 000 Tonnen CO₂ einsparen und somit die Umwelt schonen.

SO GEHT’S: SPRITSPAREN

  1. Schritt: Wer schneller fährt, kommt auch nicht schneller an. Mal bremsen einen die Ampeln aus, mal andere Verkehrsteilnehmer. DB-Busfahrer Pretzer empfiehlt daher ein Gleiten ohne abrupte Tempowechsel. Sprit spart man gerade beim Anfahren, wenn man gemäßigt Gas gibt. 
  2. Schritt: Mit viel Vorausschau fahren. Sieht man vor sich eine Kurve oder eine Ampel, deren Signal auf Gelb springt, lässt man das Auto ausrollen und vermeidet abruptes Bremsen. 
  3. Schritt: Entspannt bleiben. In der Ruhe liegt die Übersicht. Die kommt auch dem Verbrauch zugute.

GLEIS MIT SUNBLOCKER

DIE DB SCHÜTZT SCHIENEN UND BAHNHÖFE VOR GROßER HITZE

Gleisschiene
Czepluch/dpa Picture-Alliance

Der erste Härtetest ist bestanden. Vor einem Jahr verpassten DB-Mitarbeiter einem vielbefahrenen Gleisabschnitt zwischen Hannover und Würzburg einen weißen Farb­anstrich. Sie wollten herausfinden, ob die reflektierende Farbe tatsächlich eine kühlende Wirkung auf die Schienen hat. Und sie lernten dabei, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Verglichen mit einem herkömmlichen Schienenstrang auf derselben Strecke blieb das mehr als 1000 Meter weiß gefärbte Gleis um sieben bis acht Grad Celsius kühler. Nun sollen die Versuche ausgeweitet werden.

Hitze kann Schienen und Gleisbett zu schaffen machen, da sich Stahl unter extremen Temperaturen ausdehnt. Und auf diese Situation muss sich die DB immer häufiger einstellen. Die Zahl der Hitzetage (30 Grad und mehr) hat sich seit 60 Jahren im Durchschnitt fast verdoppelt. Damit die Fahrgäste jederzeit verlässlich unterwegs sein können, ist ein Expertenteam der DB damit beschäftigt, Schienennetz, Bahnhöfe und Technik für die Klimaveränderungen fit zu machen. Dazu gehören Methoden, die Schienen robuster zu machen und technische Anlagen wie Schalthäuser an Bahnhöfen vor extremer Hitze zu schützen.

So verkleideten Techniker in Bayern das erste Bahnhofs-Schalthaus mit einer Schicht aus Lamellen. Durch das Wechselspiel von Schatten- und Sonnenseiten sinkt die Innenraumtemperatur um bis zu sieben Grad. In Frankfurt am Main testet man ein innovatives Material namens Aerogel, das bis zu dreimal besser als herkömmliches Dämmmaterial wirkt. Diese vielen Einzelmaßnahmen bilden einen großen Lernprozess ab, dessen Ergebnisse  die Bahn noch robuster gegen die Folgen des Klimawandels machen sollen.

Neue Gleisschine mit Verkleidung
Czepluch/dpa Picture-Alliance

CURRYWURST UND CHILI

SPENDEN UNTERSTÜTZEN ­SOZIALE EINRICHTUNGEN

Die Küche blieb kalt. Um die Virenverbreitung einzudämmen, bot das Bordbistro in den ersten Monaten der Coronakrise Speisen und Getränke nur in Einwegverpackungen und zum Mitnehmen an. Doch wohin mit den überschüssigen Vorräten an Currywurst, Chili con Carne und anderen Speisen? „Wegschmeißen war keine Option. Wir wollten damit etwas Sinnvolles machen“, sagt Ronny Ebert von der DB-Logistik Bordservice. Schon seit mehr als zwei Jahrzehnten spendet die Bahn Lebensmittel. Kurzentschlossen organisierte die DB ein Team, um noch mehr abzugeben. Die ersten Lebensmittelspenden gingen in dieser Zeit an die Tafel in Frankfurt am Main. In München übergab man 4000 Portionen Currywurst an die Tafel und die Bahnhofsmis­sion, in Dortmund, Hannover und Leipzig erhielten Senioren- und Kinderheime sowie die Tafel in Berlin (Foto unten) Lebensmittel. In Hamburg lieferte die Bahn 13 Paletten mit Speisen an den Catering-Service von Starkoch Tim Mälzer, der mit dem Projekt „Kochen für Helden“ Ärzte und Pfleger, Mitarbeiter von Apotheken und Supermärkten kulinarisch versorgte. Für die DB sei es eine ungewöhnliche, aber positive Erfahrung gewesen, sagt Ebert. „Wir sind als Team zusammengewachsen und haben selbst erfahren, wie aus einer Krise etwas Gutes entstehen kann.“

BLICK AUS DEM ALL

WIE DIE DB IHRE WALDBESTÄNDE FÜR DEN KLIMAWANDEL RÜSTET

Rund 28 000 Hektar Waldfläche gehören der Deutschen Bahn. Damit ist sie eine der größten Waldbesitzer Deutschlands – und sieht sich in besonderer Verantwortung. Rund 1000 Mitarbeiter kümmern sich um Pflege, Erhalt und Entwicklung. Die Bahnwälder dienen nicht der Holzproduktion. Es geht um Natur- und Artenschutz und gleichzeitig um die Sicherheit des Bahnbetriebs. Um den Folgen des Klimawandels zu begegnen, hat die Bahn das Vegetationsmanagement seit 2018 erweitert. Früher bestand die Hauptaufgabe darin, Bäume und Sträucher bis auf sechs Meter links und rechts der Gleise zurückzuschneiden.

Heute werden außerdem die dahinterliegenden Bestände akribisch inspiziert und weiterentwickelt. Jeder Baum wird analysiert, kranke, nicht standortgerechte Vegetation entnommen, und robuste Exemplare werden gefördert. Unterstützt von Drohnen- und Satellitenaufnahmen, erhalten die Vegetationsmanager eine gute Datenbasis, um die Pflege weiter zu verbessern. Die Erfahrung mit den neuen Maßnahmen ist positiv: Nach nur zwei Jahren gingen die witterungsbedingten Baumstürze auf die Gleise bereits um ein Viertel zurück.

BURG IN SÜDLAGE

WIE DIE DB NEUE LEBENSRÄUME FÜR EIDECHSEN SCHAFFT

Die heimische Zauneidechse gehört zu den streng geschützten Arten, für die bei Umsiedlungsmaßnahmen der DB neue Lebensräume geschaffen werden. Das passiert zum Beispiel mit einer „Reptilienburg“, die den Echsen nicht nur Sonnenplätze und Versteckmöglichkeiten bietet, sondern auch einen frostfreien, trockenen Ort für einen sicheren Winterschlaf.

Das Konzept eines solchen Baus stammt von Biologen – und wird von der Bahn häufig umgesetzt. Gerade erst hat die DB ein neues Habitat an der Strecke AB46/2 Emmerich–Oberhausen geschaffen, eine weitere Reptilienburg entsteht aktuell in derselben Region am Rhein-Ruhr-Express. Es gibt einfachere Konstruktionen, die nur als Versteckplatz gedacht sind und in der Regel keine unterirdischen Teile für die Überwinterung enthalten. Und dann gibt es aufwendigere Reptilienburgen, die zum Beispiel von der Zauneidechse ganzjährig bewohnt werden können. Wie man einen solchen Überwinterungsplatz selbst baut, erfahren Sie in der Anleitung weiter unten.

Am Anfang steht die Frage nach dem richtigen Standort. Eine sonnige Lage ist wohl die wichtigste Voraussetzung, denn Eidechsen suchen die Wärme und lieben Sonnenbäder. Dennoch sollte sich in der Nähe auch dichte Vegetation befinden wie Hecken, Solitärsträucher oder Kleingehölze. Diese dienen dem Schutz und der Nahrungssuche und sollten möglichst an der Nordseite des Haufens liegen, damit auf die Burg nicht zu viel Schatten fällt.

Die Erde aus dem Aushub kann übrigens gut ringsum als Basis zur Pflanzung von Sträuchern dienen, die den Eidechsen später Schutz bieten.

SO GEHT’S: REPTILIENBURG BAUEN

  1. Schritt: Aushub einer Grube, zum Beispiel fünf Meter lang, zwei Meter breit, zirka ein Meter tief. Sinnvoll ist ein nach Süden ausgerichteter Aufbau, am besten sichelförmig.
  2. Schritt: Die Grube wird zur Hälfte mit Kies, Sand und/oder Totholz aufgefüllt – Grundlage für eine sichere Überwinterung und Eiablage der Reptilien. Nach oben baut man mit Kies, Bruchsteinen und Wurzelstubben weiter. Grobes wird mit feinerem Material locker verfüllt.
  3. Schritt : Die Burgkrone sollte aus lose geschichteten Ästen bestehen. Oft wird dazu Reisig eingebracht.

SCHÖN WILD

Das Fotografenkollektiv German Roamers näherte sich in Hessen Wisenten und Wasserbüffeln, die von der DB als Ausgleich für Bahnflächen angesiedelt wurden. Die eindrucksvollen Naturaufnahmen sehen Sie auf
youtube.com/deutschebahnkonzern

Mit Das ist grün. macht die Deutsche Bahn sich in über 150 grünen Maßnahmen für den Klima-, Natur- und Ressourcenschutz sowie für den Lärmschutz und soziale Verantwortung stark. Weitere Informationen unter 
deutschebahn.com/gruen
 

 

Dieser DB Report erschien erstmals in DB MOBIL 11/2020.

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