Schön quatschen, schön trinken

Die Sachsenbrücke in Leipzig ist zwar keine bekannte Sehenswürdigkeit, aber einer der beliebtesten Treffpunkte der Stadt

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imago images / Peter Endig

So richtig schön ist die Sachsenbrücke nicht. Graue Straße, grauer Fußweg, ein paar abgewetzte bunte Geländerstangen. Keine Sehenswürdigkeit im klassischen Sinne. Trotzdem ist sie einen Besuch wert. Zunächst mal aus historischen Gründen: Wer in Leipzig an die Völkerschlacht denkt, der besucht vor allem das monumentale Denkmal, das zum Stadtwahrzeichen geworden ist. Die Sachsenbrücke aber, obwohl erst 1928, nach der Erweiterung des Elsterflutbeckens erbaut, soll auch von Napoleons Angriff und bitterer Niederlage 1813 zeugen. Heute ist die Brücke regelmäßig überlaufen. Von Frühling bis Herbst hängen hier nämlich alle, wirklich alle ab: zugezogene Studierende, Rollschuh- und Skateboardfahrende, Eltern mit Baby in der Trage, Jongleur:innen, Kaffeetrinker:innen, manchmal Flammenspucker:innen und Kreidemaler:innen. Bis in die späten Abendstunden ist diese Brücke nie leer, sie ist ein Ort der Bürgerschaft, sie ist autofrei.

Statt jedoch nur palavernd auf der Brücke zu sitzen, sollte man sich auch den Park ringsum nicht entgehen lassen. Bis 2011 war der „Clara-Park“ (offiziell: „Zentraler Kulturpark Clara Zetkin“), benannt nach der Friedensaktivistin, mit 125 Hektar der größte Park der Stadt. Nun heißen einzelne Grünanlagen-Teile anders, aber das ist nicht mal jedem Lokalpatrioten bekannt. Trampelpfade und asphaltierte Wege führen vom Stadtzentrum bis in die Randlagen nach Markkleeberg und zum dazugehörigen Cospudener See. Wer ein Fahrrad hat, sollte sich den See auch unbedingt anschauen und so erkennen, was aus alten Tagebaugebieten der DDR werden kann. Am „Cossi“ angekommen, kann man sich eine so genannte „Grinsel“ (ein rundes Boot) mieten, damit auf den See hinausfahren und dort ein „Grillerchen“ abhalten.

Wie hinkommen
Mit dem Zug zum Hauptbahnhof Leipzig, dann mit Bus oder Bahn Richtung Westen, beispielsweise mit Straßenbahn Nummer 14 nach Plagwitz bis Nonnenstraße fahren, dann ca. sechs Minuten zu Fuß.
Aktuelle Informationen finden Sie unter www.bahn.de.

Für wen
Alle, die schon mal gehört haben, dass „Leipzig das neue Berlin“ sei und es jetzt mit eigenen Augen sehen wollen. Alle, die im Park chillen wollen, ohne einen nassen Po von der Wiese zu bekommen.

Besser nicht
Zu empfindlich sein. Es geht hier volkstümlich zu – das gilt auch für die übermütigen Hunde.

Mitbringen
Bier oder Mate, fertig.

Infos
www.leipzig.travel/blog/sachsenbruecke
www.grinseln.de

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