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Ein Feuer für die Pfeffersäcke

Hamburgs kleinster Leuchtturm steht unter Denkmalschutz und ist ein wertvoller Zeuge der hanseatischen Handelsgeschichte

Von:
Bunthäuser Leuchtturm
imago stock&people
19 Stufen führen hinauf auf Hamburgs kleinsten Leuchtturm an der Bunthäuser Spitze

Keine sieben Meter hoch, unten grün, eine Aussichtsplattform mit Geländer in Weiß, und oben drauf ein rotes Hütchen: Hamburgs kleinster Leuchtturm sieht aus, als hätte ihn Pippi Langstrumpf gebaut, um ihren Vater, den Kapitän, bei seiner Rückkehr von großer Fahrt ja nicht zu verpassen. Denn das sechseckige Holzgebäude steht direkt an der Bunthäuser Spitze, wo sich – stromabwärts geblickt – der Fluss in Norder- und Süderelbe teilt.
Vorbei an einem Wohnmobilstellplatz in Moorwerder auf der Elbinsel Wilhelmsburg führt ein Weg zwischen Bäumen auf eine Landzunge und zu dem Mini-Turm mit 19 Treppenstufen. Von oben überblickt man die Flussgabelung, an den Ufern grüne Wiesen und Deiche, links Hamburg, rechts Niedersachsen.

Jahrhundertelang führte diese Lage zu Streit: Die Norderelbe versorgte den Hafen in Hamburg mit seinen generösen Vorrechten, die wasserreichere Süderelbe den Hafen in Harburg, der einst den Herzögen von Braunschweig-Lüneburg gehörte. Weil die auch die Privilegien der Hamburger genießen wollten, ließen sie eine Karte anfertigen, die eine Stadt mit Festung zeigte (Harburg), einen breiten Strom (Süderelbe), dann Marschland, dann ein Rinnsal (Norderelbe) und dann ein Dorf (Hamburg). Hamburg zog später selbst mit einer Karte vor Gericht, auf der die Wasserverhältnisse zu seinen Gunsten dargestellt wurden – und gewann. Die Norderelbe wurde durch regulierende Maßnahmen zum Hauptstrom, die Süderelbe durch Eindeichungen schließlich ein Binnengewässer.

Der 1914 errichtete Leuchtturm stellte 1977 seinen Betrieb ein. Seinen Namen hat er von einem bunt gestrichenen Haus, das seit dem 14. Jahrhundert über den reibungslosen Verkehr von Waren wachte: Öle und Maschinenteile für die Harburger Industrie, Zuckermelasse aus der Karibik (in Hamburg raffiniert) für Dresden (und seine Stollen!) oder Getreide aus der Magdeburger Börde – für Bier in Hamburg.

Noch mehr Natur, noch mehr Elbe erleben? Dann bitte vom Leuchtturm aus dem Moorwerder Hauptdeich entlang der Süderelbe bis zum Eingang in das artenreiche Naturschutzgebiet Heuckenlock folgen. Ein Wanderweg führt vorbei an Schilf und Röhricht, Kopfweiden und den Überresten einer gut 400 Jahre alten Flatterulme. In einem der letzten Tideauenwälder Europas rauscht der Wind in den Kronen von Pappeln, Eschen und Erlen. “Bird Watching” (zu Deutsch: Vogelbeobachtung) liegt im Trend und lohnt hier besonders: Zu hören (und vielleicht zu sehen) sind Spechte, Nachtigallen und, mit Glück, sogar Seeadler – und das nur rund zwölf Kilometer südlich vom Hamburger Hauptbahnhof.

Bunthäuser Leichtturm Kinder
imago stock&people
Keine sieben Meter hoch und trotzdem lohnt der Ausblick: Von oben überblickt man die Elbgabelung, links Hamburg, rechts Niedersachsen

Wie hinkommen:
Mit dem ICE nach Hamburg-Harburg. Von dort mit der S3 eine Station nach Wilhelmsburg, weiter mit dem Bus 351 bis Freiluftschule Moorwerder; dann noch zehn Minuten zu Fuß. Oder von Hamburg aus als Fahrradtour.

Aktuelle Informationen unter www.bahn.de.

Für wen:
Matrosen auf Landgang, Fluss-Historiker und kleine Kinder, die ihren ersten Leuchtturm erfolgreich erklimmen wollen.

Was man noch wissen muss:
Innen kann der Leuchtturm nicht besichtigt werden.

Mitbringen:
Den Tidenkalender. Bei Hochwasser der Elbe werden die Süßwasserauen im Naturschutzgebiet Heuckenlock häufig überflutet, der Weg könnte also gesperrt sein.

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