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Diese Eichen haben einen in der Krone

Naturerlebnis in Mecklenburg-Vorpommern: In einem alten Schlosspark stehen sieben gewaltige, uralte Bäume, denen man dank eines spektakulären Baumkronenpfads aufs Blätterdach steigen kann

Von:
Lesezeit: 2 Minuten
Andrej Wächter / TMV
Auf etwa 620 Metern Länge führt der Baumkronenpfad im Ivenacker Schlosspark durch die Wipfel. Höhepunkt ist der 40 Meter hohe Aussichtsturm

Wundersam wirkt die Szenerie, wie aus einem Gruselroman der Romantik: der Tiergarten im einstigen Ivenacker Schlosspark, etwa dreieinhalb Kilometer nordöstlich der Reuterstadt Stavenhagen gelegen. Hier stehen in einem lichten Wald sieben besonders mächtige Stieleichen, deren älteste einen Stammumfang von fast zwölf Meter aufweist und rund 1000 Jahre auf der runzligen Rinde haben soll. 2016 wurden die Mecklenburger Baumriesen zu Deutschlands erstem „Nationalen Naturmonument“ erklärt, im vergangenen Jahr wählten die deutschen Forstleute den Hain zum „Waldgebiet des Jahres“. Besonders würdig und verwunschen stehen die Eichen naturgemäß im Winterhalbjahr da, wenn ihre verschlungenen und weit ausgreifenden Äste nicht von Blattwerk verborgen werden. Nicht alle Eichen haben die Zeiten unversehrt überstanden, einige sind von Stürmen und Blitzeinschlägen über die Jahrhunderte dramatisch gezeichnet. Und wie es sich für ein mittelalterliches (Natur-)Denkmal gehört, ranken sich Mythen und Sagen um die Bäume. So sollen sie in Wahrheit sieben Nonnen eines nahen Zisterzienserinnenklosters gewesen sein, die wegen sittlicher Unbotmäßigkeiten in Holz verwandelt wurden.

Die steinalten Stieleichen sind nicht die einzige Attraktion des Ivenacker Parks. In direkter Nachbarschaft schwingt sich ein 620 Meter langer gewundener Baumkronenpfad mit Aussichtsplattformen und Wissensstationen durch den Wald, so dass man den Jahrtausend-Bäumen ganz nah kommen und obendrein den grandiosen Blick bis über den Ivenacker See genießen kann. In einem offen zugänglichen Gehege des weitläufigen Parks wird Damwild gehalten. In einem weiteren Gehege demonstriert die Forstverwaltung am Beispiel von Turopolje-Schweinen, einer robusten alten Hausschweinrasse, wie Eichengehölze – wie das von Ivenack – im Mittelalter als „Hutewälder“ genutzt wurden, in denen sich das Mastvieh an Eicheln und Bucheckern seine Speckschicht anfraß. Und wer sein Wissen über die 1000-jährigen Eichen vertiefen will, macht einen Abstecher zum Barockpavillon, der eine interaktive Ausstellung über das Leben der Bäume beherbergt. 

Wie hinkommen:
Die Reuterstadt Stavenhagen liegt an der Regionalexpress-Linie RE4 (Lübeck–Szczecin) und ist aus Richtung Berlin, Rostock oder Schwerin leicht zu erreichen.
Aktuelle Informationen unter www.bahn.de

Für wen:
Naturliebhaber aller Art, jeden Alters, auch mit Handicap – das Gelände ist behindertengerecht und barrierefrei inkl. des Baumkronenpfads, auf dessen 40 Meter hohe Besucherplattform ein Aufzug führt.

Für wen besser nicht:
Notorische Baum-Umarmer – weil die Methusalem-Eichen gelegentlich schwere Äste abwerfen, muss zu diesen Bäumen ein Sicherheitsabstand eingehalten werden.

Was es noch zu wissen gibt:
Der Baumkronenpfad ist nur von April bis November begehbar, der Tierpark mit den Eichen selbst ist ganzjährig geöffnet.

Infos:
wald-mv.de/Forstaemter/Stavenhagen/Nationales-Naturmonument-Ivenacker-Eichen

 

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