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Folge 12: Der Maske eine Fratze schneiden

Vor etwa einem Jahr bat der Bamberger Psychologe Claus-Christian Carbon 41 Menschen, die Emotionen anderer mit Maske zu bewerten.

Von:
Lesezeit: 2 Minuten
Quickhoney

Die Teilnehmenden schauten auf maskenverhüllte Gesichter. Waren die Abgebildeten glücklich, neutral, wütend, angewidert, ängstlich oder traurig? Das Ergebnis können wir uns nach Monaten des Masken-Alltags denken: Wir wissen nicht, was sich hinter der medizinischen Maske der anderen wirklich abspielt.

Bei mir hat sich deswegen eine regelrechte Gesichtsstarre eingestellt. Weil kein Mensch meine Grinsebacken wahrnehmen kann, lache ich auch weniger. Über Monate ist mein Gesicht nun schon in einem neutralen bis mürrischen Grumpy-Cat-Zustand festgefroren. Wie kriege ich die entstandenen Falten wieder weg?

Bei der Recherche stieß ich auf „Yotox“, also Gesichtsgymnastik, die offenbar das Nervengift Botox durch eine Art Gesichtsfasching ersetzen soll. Die Maske erweist sich dafür sogar als Vorteil, weil man damit im Zug ganz unbemerkt yotoxen kann. Drei Übungen:

  1. Lippen zu einem Kussmund formen und Kopf etwa zehn Sekunden in den Nacken legen. Dreimal wiederholen. Geht mit jeder Maske.
  2. Dicke Backen machen hilft angeblich auch, um die Wangenknochen sichtbarer zu machen. Dafür Wangen aufblasen und die Luft im Mund 20-mal von links nach rechts wandern lassen. Das geht am besten mit den weichen OP-Masken, die die untere Gesichtshälfte großzügig verdecken.
  3. Die Gefahr eines Doppelkinns schließlich soll angeblich zu verhindern sein, indem man den Unter­kiefer nach vorn schiebt. Langsam aufwärmen, dann die Zunge als Unterstützung in Richtung Nasenspitze herausstrecken, wenn man den Kiefer vorreckt. Funktioniert am besten mit FFP2-Masken. Nach etwa zehn Wiederholungen war meine dann aber doch etwas feucht, weswegen ich die Zunge später vor die Schneidezähne geschoben habe.

Der Effekt der Gesichtsübungen ist wissenschaftlich nicht belegt. Aber das ist ja bei Fratzen, die das Böse vertreiben sollen, traditionell so.

Anje Jager
Langeweile kennt Autorin Greta Taubert nicht. Sie weiß immer was zu tun, wenn mal Zeit im Zug ist.

Autorin Greta Taubert gibt jeden Monat Tipps für den Müßiggang im Zug. Haben Sie Ideen, Lob, Kritik? Schreiben Sie an zeitvertreib@dbmobil.de

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