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Folge 11: Erleuchtung im Sitzen

„Im Hintern sitzt der gesellschaftliche Stress“, hat meine Freundin Helge kürzlich gesagt.

Von:
Lesezeit: 2 Minuten
Quickhoney

Als Physiotherapeutin und Tantra-Lehrerin kennt sie sich aus mit dem menschlichen Körper. Das war doch mal eine Neuigkeit: Da unten steckt er also, der Stress! Und ich dachte immer, man findet ihn vor allem im Nahen Osten, in Dresden oder bei Lanz. „Darum“, fuhr Helge ungerührt fort, „gibt es auch diese Durchhalteparole vom ‚Pobacken zusammenkneifen‘.“ Weil wir das in diesen unübersichtlichen Zeiten ohnehin ständig tun müssen, könnten wir doch mal lernen, wie es richtig geht – und sogar etwas davon haben.

Helge erklärte mir, dass bei dem Ganzen nicht ein knackiger Hintern im Fokus steht, sondern die Beckenbodenmuskulatur. Im (Tantra-) Yoga, Aikido und Qigong ist der aktive Beckenboden die Wurzel unserer Lebensenergie. Spannt man den Pubococcygeus genannten Muskel gezielt an, strömt Energie durchs Rückenmark hinauf bis ins Gehirn. Wie ein Dynamo kann er die ganze Körpermaschine aufladen.

Das funktioniert so:

  1. Setzen Sie sich aufrecht auf die Vorderkante Ihres Sitzes, mit einem leichten Hohlkreuz. Die Füße stehen parallel, aber nicht eng aneinander.
  2. Finden Sie Ihren Beckenboden. Er reicht vom Schambein vorn zum Kreuzbein hinten und zu den Sitzbeinhöckern links und rechts. Da die meisten von uns keine Ahnung haben, wo diese Beine sind, geschweige denn die Muskelplatte dazwischen: Das ist jene Region, die Sie unwillkürlich anspannen, wenn Sie versuchen, den Urinstrahl zurückzuhalten.
  3. Atmen Sie locker ein und spannen Sie beim Ausatmen die Beckenbodenmuskeln an, als wollten Sie sie nach oben ziehen. Stellen Sie sich dabei vor, wie ein Lichtstrahl Ihre Wirbel­säule hinaufsteigt.
  4. Beim Einatmen den Druck lösen.
  5. Bei jedem Ausatmen lassen Sie den Lichtstrahl höher wandern, bis er im Kopf angekommen ist.

Nach dieser Übung fühle ich mich wohlig, ausgeglichen, sogar sexuell stimuliert. Vielleicht macht ein entspannter Hintern die Welt tatsächlich zu einem besseren Ort.

Anje Jager
Langeweile kennt Autorin Greta Taubert nicht. Sie weiß immer was zu tun, wenn mal Zeit im Zug ist.

Autorin Greta Taubert gibt jeden Monat Tipps für den Müßiggang im Zug. Haben Sie Ideen, Lob, Kritik? Schreiben Sie an zeitvertreib@dbmobil.de

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