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Folge 8: Der Weihnachtszauber

Eine Warnung: In dieser Folge meiner Kolumne werden Sie eine Zaubertechnik kennenlernen. Wenn Sie dies nicht möchten, sondern sich weiterhin von Taschenspielern und Zauberkünstlern in die Welt der Illusion entführen lassen wollen, dann klicken Sie lieber ganz schnell weiter …

Von:
Lesezeit: 10 Minuten
Illustration Zaubertrick
Quickhoney

… und dass Sie jetzt weiterlesen, ist schon ein bisschen traurig. Eigentlich ist doch nichts schöner, als sich dem Zauber der Magie hinzugeben, die sich der schnöden Realität als Spiel mit dem Unmöglichen entgegenstemmt. „Illusionen empfehlen sich uns dadurch, dass sie Unlustgefühle ersparen und uns an ihrer statt Befriedigungen genießen lassen“, schrieb der Begründer der Psychoanalyse Sigmund Freud. Ist es nicht genau das, was unsere Seele in einer Zeit der radikalen Transparenz und allwissender Algorithmen manchmal braucht? Wo ist das heimelige Heimliche hin? Das Staunen?

Als Kind wollte ich am Wunschbrunnen immer nur eines: zaubern können. Verschwinden, Gedankenlesen, Schweben – das sind unerreichbare Superkräfte, die wir Menschen uns daher so sehr ersehnen. Ich finde, Weihnachten ist ein guter Zeitpunkt, um wenigstens mit den Grundlagen anzufangen: wie Sie eine Münze verschwinden lassen.

Legen Sie die Münze auf Ihre rechte Handfläche und kippen Sie sie dann auf die linke. Schließen Sie die linke Hand, schauen Sie auf die Faust und öffnen Sie diese wieder: Die Münze ist noch da. Damit konditionieren Sie Ihre Zuschauer, wo sie hinblicken sollen. Kippen Sie die Münze nun zurück in die rechte Hand. Führen Sie den rechten Daumen leicht nach innen, um die Münze in ihrer rechten Handfläche festzuklemmen. Nun tun Sie so, als würden Sie die Münze wieder in die linke Hand kippen – behalten das Objekt aber in der rechten Hand. Üben Sie das so lange, bis das Münzenwechseln natürlich aussieht. Achten Sie dabei darauf, Ihre Augen auf der linken Hand zu halten.
Nun brauchen Sie noch ein großes Brimborium um das Verschwinden: eine Geschichte, eine Pantomime oder eine magische Kraftaufladungsshow. Schließlich leitet sich das Wort Illusion vom lateinischen ludere ab: Wir wollen doch nur spielen.

Illustration Greta Taubert
Anje Jager
Langeweile kennt Autorin Greta Taubert nicht. Sie weiß immer was zu tun, wenn mal Zeit im Zug ist.

Autorin Greta Taubert gibt jeden Monat Tipps für den Müßiggang im Zug. Haben Sie Ideen, Lob, Kritik? Schreiben Sie an zeitvertreib@dbmobil.de

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