×

Ihr Webbrowser ist leider veraltet. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser für mehr Geschwindigkeit und den besten Komfort auf unserer Seite.

Aktuelle und kostenlose Browser sind z.B.

Google Chrome Microsoft Edge Mozilla Firefox

Wer sind wir, was wollen wir – und wann sind wir endlich daaaaa?

Start der neuen Kolumne von Lisa Harmann und Katharina Nachtsheim rund ums Unterwegssein mit Kindern (und Mann)

Von:
Lesezeit: 4 Minuten
Lisa Harmann und Katharina Nachtsheim

Wenn wir an Reisen in unserem früheren Leben denken, dann waren sie vor allem langweilig. Stundenlanges Sitzen und Warten, bis wir endlich am Ziel sind. Heute ist das anders. Heute sind wir Eltern und Eltern sehnen sich nach stundenlangem Sitzen und Warten. Eltern träumen von Langeweile, von Ruhe, von Momenten, in denen sie mal nicht im Bedürfniserfüllungsmodus sind. 

Unser Reisen hat sich verändert, seit wir, Katharina aus Berlin, und ich, Lisa aus dem Bergischen bei Köln, jeweils drei Kinder haben. Jede Fahrt ist ein Blick in die Kristallkugel – was wird uns heute alles passieren, welche Blumen werden wir am Wegesrand entdecken oder übersehen? Wer wird mit welcher Laune auftrumpfen? Werde ich zuerst den Kakao oder die Apfelschorle aufwischen müssen, hab ich überhaupt genügend Wechselkleidung dabei und eine Powerbank, damit die ruhespendenden Medien nicht versagen? Und wo ist überhaupt der Mann? Ach, der holt grad Snacks, wo ich ihn doch grad hier viel besser gebrauchen könnte. 

„Wann sind wir endlich daaa?“ klingelt es in unseren Ohren, der Puls auf 180, die Schweißdrüsen auf Vollfunktionsmodus, weil diese Frage seit Minute 1 der Abfahrt quasi minütlich gestellt wird. Je mehr sich die Kleinen langweilen, desto mehr Action bedeutet das für die Reisebegleiter in Form der Eltern. Weil da so viele Möglichkeiten sind, die Langeweile mit Leben zu füllen, sie wie ein weißes Blatt zu beschreiben. Mit Ideen, die wir aus der eigenen Kindheit noch kennen, wie Nummernschildraten im Auto oder „Ich sehe was, was du nicht siehst“ im Zug. Mit Knobelaufgaben oder Mutproben … Langeweile, das bedeutet doch im Grunde alles – und nichts. 

Wäre eine Familie ein Mobilé und jedes Familienmitglied hinge an einem eigenen Faden, so müsste das Pendel immer wieder die Balance finden. Je mehr die Langeweile an einer Seite zieht, desto mehr muss die andere Seite tun, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Das macht das Reisen als Familie so herausfordernd – aber gleichzeitig auch so spannend. Denn nicht nur Langeweile kommt beim Unterwegssein auf, sondern auch Essentielles wie Hunger, Durst, Kondition, Geduld, Kreativität, ach was, im Grunde sämtliche großen Lebensfragen. Reisen, das ist das Leben unterm Brennglas, das ist die Lupe, die ans Licht bringt, wie gut – oder auch nicht – wir zusammen funktionieren. Und Reibung ergibt doch bekanntlich Spannung…

Was Katharina und ich hier ab heute wöchentlich tun? Wir werden über das Unterwegssein als Familie berichten, über die Hürden und Glücksmomente beim Reisen mit unterschiedlichen Altersgruppen und Bedürfnissen. Denn nur, weil wir Mütter sind, heißt das ja nicht, dass wir nun für immer zu Hause bleiben, dass unser Leben vorbei ist. Im Gegenteil! Jetzt geht es doch erst richtig los. DAS ist das Leben. Wir wollen auch mit Kindern noch reisen. Wir wollen leben und erleben. Wir wollen Familie und uns trotzdem die Freiheit nehmen, uns nicht einschränken zu müssen.

Das ist ein Balanceakt, der viele Anekdoten ausspuckt wie ein Vulkan seine Lava. Und die werden wir hier ab nun regelmäßig heiß und flüssig in unsere neue Kolumne „Wann sind wir endlich daaaaaa?“ gießen. Für echte Tipps, identifikatorische Momentaufnahmen und für das Gefühl, nicht ganz allein zu sei im Reise-Wahnsinn von Familien.

Schreiben Sie uns!

Der Artikel hat Ihnen gefallen, Sie haben eine Frage an die Autorin/den Autor, Kritik oder eine Idee, worüber wir einmal berichten sollten? Wir freuen uns über Ihre Nachricht.

Teilen