Wie umgehen mit der Geschenkeflut rund um Weihnachten?

An dieser Stelle schreiben Lisa Harmann und Katharina Nachtsheim abwechselnd über das Leben und Unterwegssein mit Kindern (und Mann). Heute befasst sich Katharina mit der Frage, was der Präsente-Reigen rund um Nikolaus und Weihnachten mit den Kindern macht und wie man ihn verhindern kann

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Lesezeit: 3 Minuten
Juliane Dunkel

Sagen wir es mal so - beim Timing der Geburtstage unserer Kinder hatten wir Eltern nicht das beste Händchen. Die drei sind im November, Dezember und Januar geboren. 

Das bedeutet für uns nicht nur wochenlange Dauer-Vorbereitung was die Feiern angeht, sondern auch eine regelrechte Geschenkeflut. Denn: Neben den Geburtstagen nahen in dieser Zeit ja auch noch die Adventskalendertütchen, Nikolaus und Weihnachten. Und damit die Frage von Omas, Opas, Tanten und Freunden: Was wünschen sich die Kinder denn? 
 
Wenn es nach dem Nachwuchs gehen würde, könnten es gar nicht genug Päckchen sein. Aber mir persönlich widerstrebt diese Geschenke-Schlacht total. Zum einen, weil die schiere Menge Kinder wirklich überfordert, zum anderen weil sich über die Jahre zu viel Unnötiges ansammelt. Deshalb haben wir uns vor ein paar Jahren eine Strategie überlegt, wie wir und vor allem die Kinder beschenkt, aber nicht überladen durch all die Feiertage kommen. 
 

1. Adventskalender
Viele Kinder bekommen heute mehrere Adventskalender, einen mit Süßigkeiten, einen mit Bildern und dann noch den selbstgebastelten. Das macht 72 Überraschungen bis Weihnachten. Bei uns ist es das Gegenteil. Die Kinder teilen sich zu dritt einen Adventskalender, das heißt, sie können nur alle drei Tage ein Säckchen öffnen. Dafür ist dann etwas Besonderes drin - zum Beispiel ein schöner Stift, eine Tüte gebrannte Mandeln, die man ganz allein naschen darf oder eine Spielfigur. Wir hatten uns auf Eifersüchteleien gefasst gemacht – aber die blieben bisher aus. Die Geschwister freuen sich mit anderen mit und spüren jede Menge Vorfreude auf ihr Säckchen. 

2. Groß denken
Das Zauberwort heißt Sammelgeschenke. Gerade, wenn die Verwandten alle etwas schenken wollen, ist es das Beste, wenn sie sich für eine größere, sinnvolle Sache zusammenschließen. So vermeidet man lauter Kleinzeug, das ganz schnell doch in der Kinderzimmer-Ecke landet. 
 
3. Zeit statt Zeug
Je älter die Kinder werden, desto schöner sind auch Gutscheine für gemeinsame Unternehmungen. Gerade, wenn die Kinder mehrere Geschwister haben, ist so eine Einzel-Quality-Time mit einem Elternteil besonders wertvoll. Das kann ein Besuch im Spaßbad sein, ein Kinoabend, ein Konzert oder sogar ein Wochenend-Trip. Bleibt den Kindern viel mehr in Erinnerung als das x-te Spielzeugauto. 
 
4. Nikolaus
In manchen Familien bringt der Nikolaus tatsächlich ein neues Fahrrad oder eine Playstation. Wie soll man das an Weihnachten noch steigern? Mein Motto ist eher: Kleine Geschenke an kleinen Feiertagen, die großen für die Haupt-Feiertage. Heißt: Bei uns bringt der Nikolaus Süßigkeiten, Nüsse und Obst.
 
5. Nur einmal Bescherung
Wir hatten mal ein Weihnachten, an dem die Kinder an Heiligabend bei uns zu Hause beschenkt wurden, am ersten Weihnachtsfeiertag bei meinen Eltern und am zweiten bei den Eltern meines Mannes. Das führte zu Verwirrung, warum das Christkind/ der Weihnachtsmann an unterschiedlichen Orten die Geschenke hinterlässt und auch zu Überforderung der Kinder: An drei Tagen hintereinander Geschenke zu bekommen, ist einfach zu viel Aufregung. Daher (auch wenn es Omas und Opas schwerfällt): Keine Salami-Taktik bei Geschenken, die gibt es nur an Heiligabend (oder wann auch immer man die Bescherung feiert). 
 
Generell gilt: Wer früh anfängt, sich Gedanken über Geschenke zu machen und vielleicht schon das Jahr über sammelt, läuft weniger Gefahr, hektisch unnützes Zeug zu kaufen. Laut einer Studie des ifes Institut für Empirie & Statistik planen 34 Prozent aller Befragten die Einkäufe für die erste Dezemberwoche, 14 Prozent der Männer sogar erst in der letzten Woche vor Heiligabend. Wer das hier also liest und noch keine Ideen hat: Los geht‘s, Weihnachten kommt (wie immer) schneller als gedacht! 

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