Warum halse ich mir die Festtagsplanung zu oft alleine auf?

An dieser Stelle schreiben Lisa Harmann und Katharina Nachtsheim abwechselnd rund ums Leben und Unterwegssein mit Kindern (und Mann). Heute fragt sich Lisa, wie sich die Planung von Festtagen, Familienfeiern oder Geburtstagen optimieren und aufteilen lässt

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Um Gottes willen, wie soll ich das alles schaffen? Für das große Kind hab ich erst zwei Geschenke, für das zweite ist das Lieblingsgeschenk nicht lieferbar, und für das dritte hab ich bislang nicht einmal eine Idee. Und wie kommen wir am ersten Weihnachtstag zu Oma? Da muss ich noch die Zugtickets buchen. Ach, und über welches Geschenk freut die sich wohl in diesem Jahr? Oh, ich muss auch dringend mal in den Keller, um zu schauen, ob die Christbaumkugeln noch was taugen, ansonsten wären da echt mal wieder neue nötig …   

In meinem Kopf sind so viele Tabs geöffnet – wäre ich ein Computer, würde ich wohl jetzt abstürzen. Denn ich bin wieder mittendrin im alljährlichen „Advent, Advent, die Mama rennt“. Deko, Geschenke, Menüplanungen: Irgendwie hängt gerade mal wieder alles an mir. Und dabei hab ich ja auch einen Job und einen Alltag mit drei Kindern. Warum also liegen diese ganzen planerischen Aufgaben ausgerechnet bei mir?   

„Mental Load“ nennt sich das mittlerweile. Die mentale Last der Organisation des Familienalltags. Wenn Geburtstage oder sonstige Feierlichkeiten anstehen, wird das schnell zum Mental Overload. Und dann brennen halt nicht nur die Christbaum- oder Geburtstagskuchenkerzen, sondern manchmal auch Mamas Sicherungen durch.   

Um das zu umgehen oder es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, empfiehlt die Mental-Load-Expertin Laura Fröhlich, ganze Arbeitspakete zu schnüren und in der Familie aufzuteilen. Wie diese Pakete geschnürt werden, kann ganz individuell aussehen. Papa könnte das Arbeitspaket „Geburtstag Kind 1“ bekommen und Mama das Arbeitspaket „Geburtstag Kind 2“. Das hätte zur Folge, dass diese Person dann wirklich für das ganze Drumherum zuständig ist: Geschenke ausdenken, besorgen, verpacken, Kuchen backen, Girlanden aufhängen, Geburtstagseinladungen basteln, die Party betreuen und später aufräumen. 

Die Arbeitspakete könnten aber natürlich auch so aufgeteilt werden, dass der eine Elternteil für die Geschenke zuständig ist und der andere für die Party. Oder man einigt sich darauf, dass Geburtstage Mamas Sache sind, dafür aber alles rund um Weihnachten von Papa verantwortet wird. Und zwar von der Adventsfeier in der Kita über den Bahnticketkauf für die Verwandtschaftsbesuche bis hin zum Abholen und Braten der Gans. 

Egal, wie: Es wird die andere Person entlasten, sich für dieses ganze Arbeitspaket einfach gar nicht verantwortlich zu fühlen. Nicht dauernd auch diesen Tab im Hinterkopf geöffnet zu haben, der dann irgendwie immer noch im Hintergrund flimmert und Akku zieht. Und vielleicht kann diese Aufteilung ja in diesem Jahr mal das Geschenk des jeweils anderen Familienmitglieds sein. Denn dadurch entsteht Freiraum. Kein Rennen mehr durch die Festtage, sondern einfach mal Genuss. Welches Geschenk könnte heutzutage bitte schöner sein als Zeit? 

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