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Rohkost

An dieser Stelle schreiben wechselnde Autoren über Reiseproviant

Von:
Lesezeit: 3 Minuten
Rohkost
Sandra Ludewig, shutterstock

Es knackt. Es folgt ein Schaben. Dann ein Schmatzen, ein paar Sitzreihen hinter einem. Schnelldiagnose: Rohkost, die Blechtrommel unter den Reisesnacks. Dezent im Geruch, penetrant in der Akustik. Erneutes Knacken und Knurpsen. Zerkleinern Zähne gerade Äpfel oder Möhren? Und der Kaurhythmus, deutet der auf Kindergaumen hin? Rohkost wird oft belächelt, ist aber beliebt, selbst unter Kindern. Das wird jeder bestätigen, der eine Kita-Schar ­einmal dabei beobachtet hat, wie sie sich über Gurken-, Paprika-, Möhrensticks hermacht. Auch Obst­varianten, Apfelschnitze und ­Weintrauben, haben geringe Halbwertszeiten. Knabbern scheint ein Grundbedürfnis zu sein. Zumal auf Reisen, wo es gleich gegen zwei Übel wirkt: Hunger und Langeweile. Die Chips- und Salzstangenindustrie nutzt diese Neigung aus, dort forscht man eifrig am idealen Knusperfaktor. Erfahrene Rohkostler wissen, wie sie ihre Möhrenstifte oder Apfelschnitze schneiden müssen, damit das Snackerlebnis befriedigt. Wer noch planvoller vorgeht, reist mit Dips, etwa aus Joghurt oder Avocado. Genug fantasiert, wer knabbert denn da hinten? Ein junger Mann mit wuscheligen Haaren und bunter Hose. Er hat seine Kohlrabi in Elefantenform geschnitzt.

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