"Fußball war nie das Wichtigste"

Eigentlich könnte es kaum besser laufen für Leon Goretzka. Mit dem FC Bayern München gewann er sechs Titel binnen einem Jahr und vielleicht, aber nur wenn wirklich alles rundläuft, kommt diesen Sommer noch ein weiterer mit der Nationalmannschaft hinzu. Vorher macht er noch ein paar Ansagen

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Leon Goretzka, Kein Fußball den Faschisten, Flagge
Markus Burke für DB MOBIL
Für Goretzka schien es kein wichtigeres Fotomotiv zu geben: Immer wieder schwenkte er die Fahne, bis der Schriftzug klar im Bild zu erkennen war

Wir haben uns mit Goretzka verabredet, um ihn so zu zeigen, wie man ihn derzeit oft wahrnimmt: als Mann vermeintlicher Gegensätze. Der im Fitnessraum pumpt, aber mit dem Damenrad seiner Freundin zum Training radelt. Der auf dem Platz, wo es auch mal zur Sache geht, mit seiner kraftvollen Statur Stärke demonstriert und abseits davon Empathie zeigt, zum Beispiel wenn er für Coronaopfer Geld sammelt. Der Mittelfeldspieler mit der Nummer 18, liest man oft, wolle endlich führen, bei Bayern, im Nationalteam, aber auch als einer der wenigen Sportler, die Haltung zeigen in aufgeregten Zeiten. Seine Standpunkte gefallen nicht jedem. Aber der gebürtige Bochumer wuchs mit drei Schwestern auf, er hält Gegenwind aus. Im Studio taut er langsam auf, macht Scherze, irgendwann schwenkt er eine Fahne mit der Parole „Kein Fußball den Faschisten“. Bis der Fotograf einen Scheinwerfer umstellen muss. Da lässt er sich zu Boden fallen und macht einen Satz Liegestütze.

Herr Goretzka, fühlen Sie sich eigentlich manchmal einsam im Fußballgeschäft?

Nein, wie kommen Sie denn darauf?

Weil Sie als Ausnahmeprofi gelten – als einer, der sich Gedanken macht, die über den Fußball weit hinausgehen.

Ich glaube nicht, dass ich eine Ausnahme bin, sondern dass wir eine neue Generation von Spielerpersönlichkeiten haben. Die Kategorien, die mich zu einem angeblich besonderen Fußballprofi machen, sind veraltet. Früher wäre ich damit vielleicht ein Außenseiter gewesen. Aber in meiner Generation entspricht die große Mehrheit nicht dem klischeehaften Bild vom abgehobenen Millionär. Natürlich gibt es auch Negativbeispiele, aber zum Glück ticken mehr Leute wie ich. Nicht nur meine Freunde Serge Gnabry oder Joshua Kimmich, mit dem ich ja die Spendenaktion „We kick Corona“ gestartet habe.

Seit mehr als einem Jahr spielen Sie jetzt in leeren Stadien. Gewöhnt man sich daran?

Leider. Aber das bedeutet nicht, dass ich es nicht vermisse, vor Fans zu spielen. Im Gegenteil: Die Geisterspiele sind immer schwerer zu ertragen. Und uns allen sollte klar sein, dass es in den Stadien so still bleiben wird, wenn der Profifußball falsche Entscheidungen für die Zukunft trifft. Fußball ohne Fans ist kein Zustand. Deswegen müssen wir dafür sorgen, dass die Menschen Lust haben, ins Stadion zu kommen, sobald Corona vorüber ist. Wir waren uns doch zu Beginn der Pandemie einig, dass das der richtige Moment ist, im Fußballgeschäft Negativentwicklungen zu hinterfragen. Aber das haben offenbar nicht alle verstanden. Die Superliga-Pläne waren für mich ein Schock. Mit so elitären Wettbewerben macht man keinen Schritt in die richtige, sondern in die falsche Richtung.

Vergeht Ihnen durch solche Auswüchse selbst die Lust am Fußball?

Nein, und es ist auch ganz wichtig, dass ich mir die Begeisterung erhalte. Ich bin natürlich nicht mehr so unbeschwert wie früher, als ich beim Kicken überhaupt nicht an die Verletzungsgefahren dachte – als Profi hat man da tausend Sorgen. Aber was den Fußball für mich ausgemacht hat, ist auch heute noch gegeben: die Unvorhersehbarkeit. Dass man dieses Spiel sofort versteht. Dass jeder mitmachen kann und die faire Chance hat zu gewinnen. Und dass sich im Fußball binnen Minuten alles ändern kann. Wenn ich nur an das Derby in Dortmund 2017 denke, als wir mit Schalke 0:4 hinten lagen und noch 4:4 gespielt haben, kriege ich sofort eine Gänsehaut – immer noch!

Markus Burke für DB MOBIL

Welches Spiel, das Sie als Kind im Fernsehen gesehen haben, werden Sie nie vergessen?

Das WM-Finale 2002. Da war ich sieben. Das war eines der ersten Spiele, die ich bewusst wahrgenommen habe. Mit dem Fehler von Oliver Kahn, der Deutschland zuvor überhaupt erst so weit gebracht hatte. Eine Tragik, die unseren Sport ausmacht. Und trotz der Trauer erinnere ich mich an die Magie: Da stand am anderen Ende der Welt eine Elf auf dem Platz, die unser ganzes Land elektrisierte. Und ich, zu Hause auf dem Sofa, war ein kleiner Teil dieser Geschichte.

Welchen Stellenwert hatte Fußball bei Ihnen daheim?

Er war wichtig. Aber nie das Wichtigste. Mein Papa hat mir immer gesagt: Wenn ich dich irgendwie überreden muss, zum Training zu fahren, ist Schluss. Dann brauchen wir den Aufwand nicht zu betreiben. Es muss dir Freude machen. Und dabei blieb es. Ich hatte ursprünglich auch gar nicht die Motivation, Profi zu werden. Ich war einfach gut und bekam nicht genug vom Fußball – und deshalb ging es immer weiter.

Das Abitur haben Sie nebenher auch noch gemacht.

Aber wenn ich nicht auch das wirklich gewollt hätte, hätte es nicht funktioniert. Meine Eltern haben mich nicht gedrängt. Mein Tagesablauf war damals schon heftig: Im Abiturjahr habe ich bereits Champions League mit Schalke gespielt und deshalb viel Unterricht verpasst, den ich zu Hause nachholen musste. Aber ich habe die Schule genossen. Vor allem weil ich mich damit auch in anderen Kreisen bewegte, außerhalb des Fußballkosmos. Meine besten Freunde habe ich in der Oberstufe kennengelernt.

Sind die bis heute geblieben?

Ja, erst letzte Woche hatte ich Besuch von einem meiner besten Freunde aus Bochum. Mit allen treffe ich mich noch heute, wenn ich im Ruhrgebiet bin. Es sind Freunde, die mich noch kannten, als ich noch kein Profi, kein Promi war. Sich mit denen auszutauschen bedeutet mir extrem viel.

Was wären Sie geworden, wenn Sie nicht Fußballprofi geworden wären?

Darüber habe ich schon oft nachgedacht. Meine Freunde sagen immer: Anwalt oder Arzt. Anwalt, weil ich gerne über alles und jedes leidenschaftlich diskutiere. Arzt, weil ich ein großes Interesse für den menschlichen Körper habe. Wer weiß, ob ich die jeweiligen Studiengänge überhaupt geschafft hätte …

Markus Burke für DB MOBIL
Bücherwurm: Leon Goretzka hätte wohl auch in Unibibliotheken eine bella figura gemacht

Aktuell herrscht – nicht nur wegen der Diskussion um die Superliga, sondern zum Beispiel auch mit Blick auf die Weltmeisterschaft in Katar – bei vielen Fans der Eindruck vor, dass es im Fußball nur noch ums Geld geht. Muss Ihre Spielergeneration dagegen ein Zeichen setzen?

Ja, absolut. Ich selbst will die Aufmerksamkeit und die Reichweite nutzen, die mir der sportliche Erfolg bescheren, um Themen auf die Agenda zu bringen, die besprochen werden müssen. Das sehe ich als meine Aufgabe.

Worauf genau zielen Sie ab?

Vor allem auf Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Das berührt mich sehr, und ich werde weiter bei jeder Gelegenheit dazu Stellung beziehen. Mannschaftssport ist ja das perfekte Sinnbild dafür, wie eine Gesellschaft funktionieren sollte: Es ist egal, wo du herkommst, welche Sprache du sprichst oder was für eine Kultur du lebst. Und ich wünsche mir, dass das auch zu 100 Prozent für unser Land gilt.

Wo sehen Sie das nicht erfüllt?

Ich muss zugeben, dass Rassismus für mich lange Zeit kein Thema war. Ich bin zunächst auf eine Realschule mit einem sehr hohen Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund gegangen und habe geglaubt, dass wir die alten Vorurteile hinter uns gelassen hätten. Bis ich in diesem Video sah, das bei unserem Länderspiel gegen Serbien im März 2019 entstand, wie ein Zuschauer Leroy Sané und Ilkay Gündogan aufs Übelste rassistisch beleidigte. Am meisten schockierte mich daran, dass außer dem mutigen Journalisten, der das Video gemacht hat, niemand der Umsitzenden etwas unternahm. Weshalb ich in der Pressekonferenz am Tag darauf klare Kante gezeigt habe. Das war die Initialzündung, mich jederzeit klar und deutlich zu äußern.

Markus Burke für DB MOBIL
Schnappschuss in der Maske ohne Maske: Kurz darauf tanzte er sogar im Fotostudio. Leider wurde dieser Moment nicht im Foto festgehalten

Mit „Ihr könnt auf uns zählen“ hat das Fußballmagazin „11 Freunde“ kürzlich eine Aktion gegen eine andere Form der Diskriminierung im Stadion gestartet: die von homosexuellen Spielern. Fußballprofis versicherten ihre Solidarität, sollte sich ein Mitspieler outen. Vom FC Bayern war niemand dabei.

Ich fand die Aktion klasse und habe mich über die positive Resonanz sehr gefreut. Sollte es eine Wiederholung geben, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass wir uns als Nationalmannschaft oder ich mich als Person daran beteiligen.

Philipp Lahm sagte, er würde keinem Fußballprofi raten, sich zu outen.

Ich würde jeden ermutigen, ihm meine Unterstützung zusichern und dennoch Verständnis dafür haben, wenn er sich nicht traut. Meine Hoffnung ist, dass sich auch in meiner aktiven Laufbahn Spieler outen. Und ich bin mir sicher, dass auch die Fans, allen Unkenrufen zum Trotz, viel selbstverständlicher mit dem Thema umgehen würden, als wir es manchmal denken. Unsere Gesellschaft ist bei solchen Themen oft viel weiter als der Sport.

Sie haben zuletzt Zeichen gesetzt, als Sie die AfD als „Schande für Deutschland“ bezeichneten – und als Sie sich mit der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer trafen.

Ich hatte ja schon öfter mal große Auftritte und weiß, dass mir dann Millionen Leute auf die Füße gucken. Aber ich war noch nie so angespannt wie vor diesem Treffen. Es war ein Privileg, dieser beeindruckenden Frau zu begegnen. Ich bekomme viel Zuspruch, seit ich mich auch öffentlich politisch äußere. Aber auch eine Menge Widerspruch. Leider sind die Gegenstimmen immer vehementer als die der schweigenden Mehrheit, die auf deiner Seite ist. Das ist das andere Thema, das mich gerade beschäftigt.

Hasskommentare im Internet?

Ja. Auch als Person des öffentlichen Lebens muss ich mir nicht gefallen lassen, dass man mich oder meine Familie beleidigt oder mir gar den Tod wünscht. Es ist ja nicht so, dass wir Fußballprofis nicht mitkriegen, was da über uns geschrieben wird. Ich kann damit umgehen, aber diese Fähigkeit musste ich mir erst aneignen. Das schafft nicht jeder. Wir reden alle paar Jahre aus traurigen Anlässen über den Druck, der auf Spielern lastet. Aber nur eine Woche lang, dann muss der Betrieb weitergehen, steht die nächste Begegnung an.

Diese Muskeln sind auch ein Schutzmantel

Wie haben Sie gelernt, mit diesem Druck umzugehen?

Ich habe schon mit 17 mit dem VfL Bochum gegen den Abstieg in die dritte Liga gespielt. Da wurde ich im Foyer meiner Schule mit Müll beworfen, nachdem wir 1:6 gegen Erzgebirge Aue verloren hatten. Oder der Moment, als ich meinen Wechsel von Schalke zu Bayern bekannt gab – und du stehst vor 60 000 Leuten, die dich erst mal hassen. Das sind Situationen, an denen du zerbrechen kannst. Es gibt Menschen, die sind dafür geboren, und andere, die das nicht so gut können. Aber trainieren lässt sich das kaum.

Was sich trainieren lässt, sind Muskeln. Im vergangenen Jahr hatten Sie plötzlich sehr viel Muskelmasse, Ihr Bizeps wurde von den Teamkollegen bei jeder Pokalübergabe mitgefeiert.

Wenn du in Drucksituationen gerätst, im Stadion, in einem Finale, musst du so von dir überzeugt sein, dass du weißt, dir kann jetzt nichts passieren. Du bist als Spieler stark und als Mensch. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich, seit ich diese Muskeln habe, mit einem anderen Gefühl in die Spiele gehe. Es hat mich wortwörtlich stärker gemacht. Das kann man schon als Schutzmantel bezeichnen.

Markus Burke für DB MOBIL
Eine Umbaupause im Studio nutzt Leon Goretzka für Liegestütze

Sie sind spätestens in der Triple-Saison 2019/20 zu einem absoluten Führungsspieler beim FC Bayern geworden. Ehrenpräsident Uli Hoeneß sagte kürzlich, zu Beginn Ihrer Zeit in München, 2018, sei man von Ihnen eher enttäuscht gewesen.

Selbst in meiner ersten Saison war ich als Mittelfeldspieler einer der besten Torschützen beim FC Bayern. Aber klar ist auch: Führungsspieler wird man durch Leistung, Arbeit und Zeit und nicht, indem man Ansprüche stellt. Ich wollte es hier schaffen. Und ich habe es auch hier recht schnell geschafft.

Sie wohnen anders als viele Bayern-Stars nicht draußen in Grünwald, sondern mitten in der Stadt.

Wenn man für einen Verein spielt, muss man sich auch mit der Stadt beschäftigen. Ich wollte München richtig kennenlernen. Ich liebe es, in Cafés zu sitzen, am liebsten im Sommer, wenn ich meine Sonnenbrille aufbehalten und einfach am Leben auf der Straße teilnehmen kann. So finde ich Abstand zu dem ganz großen Zirkus. Natürlich wird man auch mal angesprochen. Oder die Boulevardzeitungen machen Schlagzeilen daraus, wenn ich mal mit dem Damenrad meiner Freundin zum Training fahre. Aber den Preis zahle ich gern für dieses Leben.

Fehlt Ihnen Bochum?

Auf jeden Fall. Ich fühle mich in München sehr wohl, aber Bochum und das Ruhrgebiet sind meine Heimat. Dort sind meine Freunde, meine Familie. Ich versuche auch heute noch, jedes Spiel des VfL zu gucken. Und kann mir vorstellen, eines Tages, vielleicht zum Karriereende, noch mal dort zu spielen. Ich verdanke dem Verein und der Stadt sehr viel. Wenn ich Fremden Bochum erkläre, sage ich immer: Man weint zweimal, wenn man nach Bochum muss – wenn man hinkommt und wenn man geht. Die Bodenständigkeit, der Zusammenhalt dort ist unbeschreiblich. Das macht Bochum aus. Das macht die Besonderheit des Ruhrgebiets aus.

Ihr Vater war Opelaner.

Ja, ich komme aus einer richtigen Arbeiterfamilie. Ich habe hautnah erlebt, was die Schließung des Opel-Werks für die Menschen bedeutet hat. Mein Vater musste das Werk, in dem er sein ganzes Arbeitsleben verbracht hat, quasi mit abwickeln und hat dann in den Ruinen ein letztes Frühstück mit den Kollegen genommen. Das mitzubekommen macht sehr demütig. Als ich im vergangenen Jahr auf der Spendenplattform von „We kick Corona“ die Anträge von karitativen Einrichtungen und sozialen Vereinen gelesen habe, hat mich das umgehauen. Die Solidarität und das Engagement in dieser schweren Zeit haben mich wirklich berührt. Da versteht man einmal mehr, was wir in unserer Profifußballwelt für ein Glück haben.

Markus Burke für DB MOBIL
Keine Pose – Goretzka rollt auch schon mal auf dem Rad seiner Freundin zur Arbeit

Demnächst endet nicht nur die Ära Joachim Löw, sondern auch die Kanzlerschaft von Angela Merkel. Wissen Sie schon, wen Sie bei der Bundestagswahl wählen?

Klar. Bleibt aber geheim. Eine Hoffnung habe ich noch für die Wahl: dass die AfD, die in der Pandemie wiederholt bewiesen hat, dass sie keine Alternative ist, möglichst viele Stimmen verliert. Wenn ich für unser Land spielen darf, möchte ich für unsere Werte und Verfassung spielen, nicht für ein Land, das in Geschichte nicht aufgepasst hat. Schwarz-Rot-Gold sind die Farben der Demokratie, nicht der Rechten!

Werden Sie Joachim Löw vermissen?

Absolut. Er hat Großartiges für Deutschland geleistet.

Ich will einer der Chefs sein

Freuen Sie sich nach einer so anstrengenden Saison wirklich auf die Europameisterschaft?

Aktuell ist die Freude am Fußball insgesamt eher gedämpft, ohne Fans. Aber das ist meine erste EM, und ich habe große Lust auf das Turnier. Auch weil ich anders als bei der Weltmeisterschaft 2018 jetzt eine wichtigere Rolle spielen kann.

Sie wollen jetzt auch in der Nationalelf einer der Chefs sein?

Auf jeden Fall. Ich würde sagen, dass ich wie bei Bayern jetzt in der Nationalmannschaft Verantwortung übernehmen kann. Und ich bin optimistisch, dass wir eine gute EM spielen werden, trotz der letzten Rückschläge.

Was machen Sie, falls die EM doch noch ausfällt?

Zu Olympia fahren und da mitspielen. Ich habe ja erst olympisches Silber geholt, Gold fehlt noch!

POTT IM HERZEN, PÖTTE IN DEN HÄNDEN

Leon Goretzka, geboren am 6. Februar 1995 in Bochum, hat drei ältere Schwestern, die alle studierten. Vielleicht hielt er deshalb die Doppelbelastung aus, neben dem Fußball Abitur zu machen.

Seit der Jugend spielte Goretzka beim VfL Bochum, wo er mit 18 Profi wurde. Um seinem Heimatklub für die Ausbildung zu danken, spielte er in der 2. Bundesliga, obwohl er laut Verein „mit Kusshand ablösefrei zu vielen internationalen Topvereinen“ hätte wechseln können.

Im Jahr 2013 ging Goretzka zum FC Schalke 04. 2014 wurde er in den vorläufigen Kader für die WM berufen, verletzte sich aber im Testspiel gegen Polen. Beim olympischen Turnier in Rio war Goretzka 2016 Kapitän der deutschen Mannschaft, verletzte sich aber erneut – im ersten Spiel. Nach dem Gewinn der Silbermedaille hielt sein Schalker Teamkollege Max Meyer Goretzkas Trikot bei der Siegerehrung hoch.

Im Sommer 2018 wechselte Goretzka zu Bayern München. Er wurde seither mehrmals deutscher Meister und DFB-Pokal-Sieger und holte mit dem Verein zuletzt alle sechs Titel, die in einer Saison zu gewinnen sind: Meisterschaft, Pokal, Champions League, deutscher Supercup, UEFA Super Cup und FIFA-Klub-Weltmeisterschaft.

Welcher Ort in Bochum ihn an alte Zeiten erinnert, verrät der Fußballer hier: dbmobil.de/mlsd/goretzka

Dieses Interview erschien erstmals in DB MOBIL 06/2021.

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