Mit der Bahn ins Grüne

Seit 20 Jahren bringt „Fahrtziel Natur“ Menschen mit der Bahn ins Grüne. Die Kooperation von BUND, NABU, VCD und der DB engagiert sich dafür, dass Biosphärenreservate, Natur- und Nationalparks in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz autofrei und nachhaltig bereist werden können. Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich am besten in den Fahrtziel Natur-Gebieten fortbewegen und was Sie vor Ort erleben

Von:
Paul Meixner

Ein Königreich für den Artenschutz: Der Naturpark Ammergauer Alpen

90 Kilometer südlich von München gelegen, befindet sich auf 227 Quadratkilometern der Naturpark Ammergauer Alpen. 150 Pflanzenarten, davon 39 auf der Liste der bedrohten Lebewesen, sind auf den sogenannten Wiesmahdflächen in den Ammergauer Alpen heimisch. Und auch viele Vogelarten wie der Neuntöter oder der Sperber fühlen sich hier wohl: Sie profitieren von der großen Anzahl an Feldgrillen, die auf den besonnten Hängen leben.

So sind Sie mobil vor Ort: 2020 wurde der Naturpark mit dem Fahrtziel Natur-Award ausgezeichnet. Besonders gelobt wurde von der Jury, dass der Naturpark mit „Gästekarte“ und „Königscard“, die Übernachtungsgäste in ihren Unterkünften erhalten, das Mobilitätsangebot vor Ort noch weiter ausgebaut hat und so einen autofreien Urlaub unkompliziert ermöglichen.

Nicht verpassen: Die Wiesmahdhänge erlebt man am besten bei einem Spaziergang auf dem Altherrenweg oder bei einer Führung mit Ranger:innen. Diese Wiesen sollen nun auch UNESCO-Welterbe werden – die Bewerbung läuft.

Paul Meixner

Kraftvolle Naturgewalt: Das Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen

Vom Tannheimer Tal bis ins Kleinwalsertal erstrecken sich über 21.000 Hektar die Allgäuer Hochalpen. Tiefe Schluchten, genannt Tobel, und Wasserfälle zerklüften die ursprüngliche Berglandschaft. Zu sichten sind Gänsegeier, Steinadler und Steinböcke. Im nächsten Jahr feiert das Naturschutzgebiet übrigens schon seinen 30. Geburtstag.

So sind Sie mobil vor Ort: Mit der „Gästekarte Bad Hindelang PLUS“, die man ab der ersten Übernachtung erhält, bekommt man in den Allgäuer Hochalpen die Möglichkeit, Bergbahnen und Linienbusse kostenlos zu nutzen.

Nicht verpassen: Zum zehnjährigen Jubiläum der „Bad Hindelang PLUS“-Karte wurden ihr 20 Erlebnisse hinzugefügt. So kann man beispielsweise eine Wanderung mit einem Guide oder einen Klettersteigkurs machen, an einem Fotoworkshop teilnehmen, lernen, wie man Kässpatzen kocht, oder einen Baum pflanzen.

Paul Meixner

Der Dienstälteste: Der Nationalpark und der Naturpark Bayerischer Wald

Der Nationalpark Bayerischer Wald ist mit über 50 Jahren der älteste Nationalpark in Deutschland und gilt mit 900 Quadratkilometern (gemeinsam mit dem Böhmerwald) als das größte zusammenhängende Waldschutzgebiet Mitteleuropas. „Natur Natur sein lassen“ lautet das Credo des Nationalparks. Besucher:innen sehen nicht nur den Kahlschlag, den der Borkenkäfer in den 1980er-Jahren verursacht hat, sondern auch, wie der Wald sich selbst rettete und Jahrzehnte später wieder aufblühte!

So sind Sie mobil vor Ort: Mit dem „Gästeservice-Umwelt-Ticket“ (GUTi) nutzen Sie den öffentlichen Nahverkehr im Bayerischen Wald kostenlos. Derzeit bieten 23 Gemeinden im Bayerischen Wald, darunter Grafenau, Spiegelau und Bodenmais, das Ticket an.

Nicht verpassen: Dieses Fahrtziel Natur-Gebiet können Sie auf 300 Kilometer Wanderpfad, 800 Kilometer gut ausgeschilderten Radwegen oder im Winter auf 80 Kilometern Skiloipen erleben. Dabei passieren Sie immer wieder Informationstafeln zu Borkenkäfer, Luchs oder Rebhuhn.

Mitmachen und gewinnen!

Sie wollen eines von 40 Fahrtziel Natur-Büchern gewinnen? Dann senden Sie bis zum 29.07.2021 eine E-Mail mit dem Stichwort „Fahrtziel Natur“ sowie der Angabe Ihres Vor- und Nachnamens und Ihrer Adresse für den Versand des Gewinns an dbmobil@deutschebahn.com.

Die Teilnahmebedingungen und Datenschutzhinweise finden Sie hier.

Paul Meixner

Hoch hinaus im Kletter- und Bergsteigerparadies: Im Nationalpark Berchtesgaden

Enzian und Edelweiß, Murmeltier und Steinadler: Im einzigen alpinen Nationalpark Deutschlands bei Berchtesgaden kann man diese mehr und weniger seltenen Lebewesen antreffen. Gegründet 1978 und 210 Quadratkilometer groß, lädt der Nationalpark, der auch ein UNESCO-Biosphärenreservat ist, auf zahlreichen Wanderwegen nicht nur zum Wandern, sondern an ausgewiesenen Stellen auch zum Klettern ein.

So sind Sie mobil vor Ort: Für Übernachtungsgäste in Berchtesgaden, Bischofswiesen, Marktschellenberg, Ramsau und Schönau am Königssee gilt die „Kurkarte“ übrigens gleich als Busfahrkarte.

Nicht verpassen: Mit 2.713 Metern Höhe ist der Watzmann das Wahrzeichen Berchtesgadens. Seine Ostwand ist die längste Kletterwand der Ostalpen – für alle semiprofessionellen Sportler:innen eine ordentliche Herausforderung. Aber man kann den Watzmann auch bei einer normalen Wanderung erkunden und sich zur Belohnung im Watzmannhaus eine ordentliche Brotzeit vor dem Abstieg gönnen.

Paul Meixner

Schatztruhe: Das Biosphärenreservat Bliesgau

Im Süden des Saarlands liegt ein weiteres Schmuckstück der Fahrtziel Natur-Gebiete: der Bliesgau. Ausufernde Streuobstwiesen und zahlreiche Auen prägen die Landschaft, die zudem einen Rückzugsort für seltene Vogelarten wie den Rotmilan oder den Steinkauz, aber auch für Pflanzen wie die Bocks-Riemenzunge oder den Klappertopf darstellt. Und: Auf den sogenannten Kalkhalbtrockenrasen liefern sich fast die Hälfte der in Deutschland heimischen Orchideen einen Schönheitswettbewerb.

So sind Sie mobil vor Ort: Erleben lässt sich das mit der Gästekarte „Saarland Card“, mit der Sie kostenlos mit Bus und Bahn unterwegs sind und die Ihnen ab zwei gebuchten Nächten bei Ankunft von teilnehmenden Gastgeber:innen überreicht wird.

Nicht verpassen: Auf dem Orchideenpfad – Startpunkt auf dem Lachenhof zwischen Gersheim und Herbitzheim – werden einem in zehn Stationen die örtlichen Arten gezeigt, und es wird erklärt, warum sie ausgerechnet hier vorkommen.

Paul Meixner

Spielplatz für Wildkatzen: Im Nationalpark Eifel

65 Kilometer südwestlich von Köln liegt das Fahrtziel Natur-Gebiet Nationalpark Eifel, in dem über 1.000 Wildkatzen leben, eine der bedeutendsten Populationen des Raubtiers in Mitteleuropa. Auf 110 Quadratkilometern teilen sich die Wildkatzen den Platz mit Rothirschen; und selbst der Biber erobert sich nach und nach Gebiete zurück, wenn auch eher nahe der fließenden Gewässer.

So sind Sie mobil vor Ort: Mit der „GästeCard“ sind Sie vor Ort kostenlos mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Die können Sie sich auch zusenden lassen und schon bei der Anreise für den Weg zu einigen der Hotels nutzen.

Nicht verpassen: Wanderung vorüber und ab ins Bett? Besser nicht, denn der Nationalpark Eifel wurde 2014 als erster International Dark-Sky Park in Deutschland von der International Dark-Sky Association ausgewiesen. Laternen sind hier Mangelware. In der Eifel setzt man sich für den Schutz des nächtlichen Sternenhimmels ein. Also raus aus dem Bett und Milchstraße angucken!

Paul Meixner

Rastplatz der Superlative: Das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe

Groß, größer, am größten: Den Superlativ hat auf alle Fälle das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe für sich gepachtet. Es ist mit 282.250 Hektar das größte Biosphärenreservat im Binnenland von Deutschland. Platz genug für all die Zugvögel, die hier in Herbst und Frühling auf der Durchreise sind. In den überschwemmten Landschaften finden sich Weißstörche, Fischotter und Elbe-Biber.

So sind Sie mobil vor Ort: Mit dem Fernglas in der Tasche bewegt man sich am einfachsten mit dem Rufbus von „Prignitzbus“ oder mit den Fahrrädern des mobilen Fahrradverleihs der Firma „Mobil vor Ort“, die auch Transfers etwa vom Bahnhof zum Hotel anbietet. Zwischen Wittenberge und Lenzen besteht eine „PlusBus“-Linie, die nach dem Fern- und Regionalverkehr getaktet ist und die Sie auf kürzestem Weg zum BUND-Besucherzentrum Burg Lenzen bringt. Auch die Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim mbH bietet in ihrem Geltungsbereich den Rufbus an. Infos zu den verschiedenen Fortbewegungsmitteln sind für Sie auf der Webseite von Fahrtziel Natur gesammelt.

Nicht verpassen: Von der Elbquelle in Tschechien bis nach Cuxhaven kann man am Fluss entlangradeln und dann auch durch das Biosphärenreservat strampeln: Der 900 Kilometer lange Elberadweg wurde schon mehrfach vom ADFC zum beliebtesten Radfernweg gekürt.

Paul Meixner

Zum Austoben für Wanderfans: Der Naturpark Frankenwald

Man kann den Naturpark Frankenwald getrost als Mekka für Wanderlustige bezeichnen: 4.200 Kilometer Wanderwege stehen einem hier im Norden von Bayern zur Verfügung. Die bekanntesten unter ihnen – ausgezeichnet mit dem Siegel „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ – sind der Frankenweg, der Fränkische Gebirgsweg und der Kammweg. Im Frankenwald stehen 52.000 Hektar Wald, deshalb wird er auch als „Frankens grüne Krone“ bezeichnet.

So sind Sie mobil vor Ort: Um zu Ihren Wander-Startpunkten zu gelangen, nutzen Sie am besten das „Frankenwald mobil“-Netz. Es verbindet von Mai bis Oktober die Tourismusregionen Frankenwald und Fichtelgebirge auf dem größten zusammenhängenden Fahrradbusnetz Bayerns. Mit der Netztageskarte „Bus“ können Sie alle Fahrradbuslinien innerhalb des Netzes nutzen.

Nicht verpassen: Der Ort Mitwitz im Frankenwald gilt als Geburtsort des Grünen Bandes. Hier entstand die Idee, aus der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze ein Biotop zu machen. Weil der Frankenwald an der thüringisch-bayerischen Grenze liegt, kann man hier auch ein ganzes Stück auf dem insgesamt rund 1.400 Kilometer langen Weg gehen.

Paul Meixner

Naturschutz auf ehemaligem Militärgebiet: Im Nationalpark Hainich

Weil hier einst militärisches Sperrgebiet war, konnte sich die Natur und vor allem die schöne Rotbuche frei entfalten: Der Nationalpark Hainich ist ein Höhenzug im Westen Thüringens im Städtedreieck von Eisenach, Bad Langensalza und Mühlhausen. Mit 130 Quadratkilometern ist er das größte zusammenhängende Laubwaldgebiet Deutschlands; der Südteil (rund 75 Quadratkilometer) wurde 1997 zum Nationalpark.

So sind Sie mobil vor Ort: Mit dem „Umweltticket“ haben Gäste die Möglichkeit, ab Eisenach oder Bad Langensalza bis zur Thiemsburg vergünstigt Bus zu fahren. Mit dem „Welterbeticket“ können Gäste sogar zwei Tage lang verschiedene Ausflugsstätten besuchen. Im Gebiet gibt es auch mehrere Fahrradverleihstellen.

Nicht verpassen: Über die Wipfel der Laubbäume im Nationalpark blickt man vom Baumkronenpfad. So hoch hinauf kommt man sonst nicht mitten im Wald – vor allem für Kinder ein beeindruckendes Erlebnis und im Herbst mit den bunten Blätterfarben ein Naturschauspiel. Der Baumkronenpfad ist barrierefrei.

Paul Meixner

Märchenhaftes Erlebnis: Nationalpark Harz

Kaum ein Nationalpark wird so mystifiziert wie der Harz, schließlich ist dessen Wahrzeichen, der 1.141 Meter hohe Brocken, als Hexentanzplatz bekannt. Auch die schroffe Felsformation, die schönen Buchenwälder und die urigen Fichten tragen zur märchenhaften Landschaft bei. Lediglich drei Prozent des Nationalparks mit seinen 247 Quadratkilometern sind nicht mit Wald bedeckt.

So sind Sie mobil vor Ort: Das Auto können Sie für Ihre Tour durch den Harz ruhig daheimlassen, denn mit dem Harzer Urlaubs-Ticket „Hatix“ nutzen Sie in den Landkreisen Harz und Mansfeld-Südharz, in Goslar und im Altkreis Osterode die öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos.

Nicht verpassen: Alle, die in den Harz reisen, müssen einmal mit der Brockenbahn gefahren sein. Dabei handelt es sich um eine Eisenbahn der Harzer Schmalspurbahn, die man durch ihren schwarzen Rauch schon aus großer Entfernung sieht: Sie wird immer noch mit Kohle betrieben.

Paul Meixner

Klein, fein und gewaltig: Der Nationalpark Jasmund

Der Nationalpark Jasmund ist der kleinste unter den deutschen Nationalparks, dafür ist sein Markenzeichen umso gewaltiger: Die Kreidefelsen von Rügen, die bis zu 118 Meter hinaufragen, sind sein beliebtestes Ausflugsziel.

So sind Sie mobil vor Ort: Mit dem „Königsstuhl-Ticket“ können Sie auf ganz Rügen einen Tag lang freie Fahrten in allen Bussen der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen nutzen. Und mit dem „Bernstein-Ticket“ können Gäste in der Region Stralsund/ Insel Rügen ebenfalls einen Tag lang kostenlos mit Bus und Bahn fahren.

Nicht verpassen: Für Kinder und andere Kletteraffen gibt es im Nationalparkzentrum Königsstuhl einen Abenteuerspielplatz aus urigen Baumstämmen, verbunden mit Balken, Seilen und Ketten.

Paul Meixner

Zwischen Sandstränden und Steilküsten: Das Biosphärenreservat Südost-Rügen

Das Highlight im Biosphärenreservat Südost-Rügen befindet sich zwischen den Hügeln von Granitz: die „Große Wiese“ – ein Kesselmoor mit bis zu neun Meter mächtigen Torfablagerungen. Ein weiterer Höhepunkt ist die steppenartige Hügellandschaft „Zicker Berge“ zwischen Gager und Groß Zicker. Beides lässt sich am schönsten zu Fuß erkunden.

So sind Sie mobil vor Ort: Im Bereich Südost-Rügen fahren Sie mit der „Kurkarte“ während Ihres gesamten Aufenthalts kostenlos mit den Bussen des VVR-Netzes. Diese Karte erhalten Sie in den Ostseebädern Sellin, Baabe, Göhren und einigen weiteren Gemeinden.

Nicht verpassen: Bei einer Wild- und Heilkräuterführung erleben Sie das Biosphärenreservat mit allen Sinnen. Riechen und schmecken Sie die „Zicker Berge“ und lernen Sie, welche Pflanzen eine heilende Wirkung haben.

Paul Meixner

Ein Wald wie ein Meer: Im Nationalpark Kellerwald-Edersee

Südwestlich von Kassel liegt der Nationalpark Kellerwald-Edersee. Er wird nördlich begrenzt von fjordartigen Mäandern des 27 Kilometer langen und namensgebenden Edersees. Und aus der Vogelperspektive sehen die 50 bewaldeten Hügel und Berge aus wie ein wogendes Meer aus Bäumen: Dies ist einer der letzten naturnahen Rotbuchenwälder Mitteleuropas.

So sind Sie mobil vor Ort: In ganz Nordhessen können Sie mit der Gästekarte „MeineCardPlus“ kostenlos Busse, Bahnen und Anruf-Sammeltaxis nutzen. Sie wird Ihnen bei Ankunft von teilnehmenden Gastgeber:innen der Nationalparkregion zur Verfügung gestellt.

Nicht verpassen: Die Europaradwege 2, 3 und 4 führen durch den Nationalpark Kellerwald-Edersee. Sie sind gut beschildert, und auch wer nur auf Besuch ist und kein Fahrrad dabeihat, kann sich im Nationalparkzentrum E-Bikes ausleihen.

Paul Meixner

Zwischen Würmern und Schlick: Nationalparks im Wattenmeer

Wenn sich Schlick zwischen den Zehen hindurchquetscht und am Himmel Möwen und Austernfischer kreisen, dann stellt sich echtes Nordsee-Feeling ein. In Frühjahr und Herbst werden die Nationalparks Wattenmeer zur Bühne eines ganz besonderen Spektakels: Dann machen Millionen Zugvögel auf ihrem Weg in den Süden oder aus dem Süden im Wattenmeer Rast.

Paul Meixner

So sind Sie mobil vor Ort: Im Gebiet des niedersächsischen Wattenmeers bewegt man sich am besten mit dem „Urlauberbus“. Der ist auf den gesamten ostfriesischen Halbinseln und im benachbarten Landkreis Ammerland ganzjährig preiswert. Wer eine Kur- oder Gästekarte besitzt, reist für einen Euro je Fahrtrichtung und Person – immer ab neun Uhr, ausgenommen am An- und Abreisetag. In Schleswig-Holstein nehmen Sie am besten den „Schleswig-Holstein-Tarif“, damit sind Sie landesweit mobil; bei allen Fahrten mit dem Nahverkehr und bis nach Hamburg. Oder Sie erkunden eine der (annähernd) autofreien Inseln an der Nordsee: Langeoog, Juist, Baltrum, Spiekeroog, Wangerooge, Helgoland, Hiddensee.

Nicht verpassen: Zentral im Speicherkoog zwischen dem neuen Meldorfer Hafen und der Badestelle Elpersbüttel – nur wenige Hundert Meter vom Deich entfernt – steht ein halbrundes Gebäude. Es soll einen Wattwurm darstellen, im Maßstab 700:1. Der perfekte Ausgangspunkt für eine Wattwanderung mit einem Nationalparkführer. Oder einfach für einen Spaziergang entlang des Deichs.

Paul Meixner

Wasser marsch: Im Naturpark Uckermärkische Seen

300 Seen, Flüsse und Bäche befinden sich im Naturpark Uckermärkische Seen nördlich von Berlin. Entstanden vor 15.000 Jahren, in der sogenannten Weichsel-Zeit, umfasst der Naturpark insgesamt 897 Quadratkilometer. Mit etwas Glück und Geduld bekommt man jedoch Moorfrösche und Rohrdommeln, See- und Fischadler zu Gesicht. Letzterer kommt übrigens mit seinen 30 Brutpaaren in außergewöhnlicher Dichte vor und ist das Wappentier des Naturparks.

So sind Sie mobil vor Ort: Vor Ort fahren Sie am besten mit dem „UckermarkShuttle“. An Wochenenden und Feiertagen können Sie damit auf einer Rundfahrt die Region entdecken.

Nicht verpassen: Floßfahrten sind in der Uckermark mit dem vielen Wasser eigentlich ein Muss. Wem das zu abenteuerlich ist, der kann aber auch ein Kanu buchen oder gar ein Solarboot, um lautlos über die vielen Gewässer zu gleiten.

SNP / LO

Drei Naturlandschaften, ein Wanderweg: Die Naturparks und das Biosphärenreservat Thüringer Wald

Im Thüringer Wald gibt es gleich drei Nationale Naturlandschaften: das UNESCO-Biosphärenreservat und den Naturpark Thüringer Wald sowie den Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale. Der 168 Kilometer lange Rennsteig – Thüringens berühmtester Wanderweg – verbindet die drei Naturlandschaften miteinander. Bekannt sind die kleinen Örtchen im Thüringer Wald besonders für ihre Handwerkskunst. Auch wer im Sommer kommt, kann sich beispielsweise in der Glasbläserstadt Lauscha mit gläsernen Christbaumkugeln eindecken.

So sind Sie vor Ort mobil: Übernachtungsgäste von zahlreichen Gemeinden und Hotels im UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald und im Schwarzatal können mit ihrer Gästekarte und dem darin enthaltenen „Rennsteig-Ticket“ Busse und Bahnen nutzen und am Wochenende den „RennsteigShuttle“. Sie erhalten es beim Einchecken in die Unterkunft.

Nicht verpassen: 1521 übersetzte Martin Luther auf der Wartburg bei Eisenach das Neue Testament ins Deutsche. Heute kann man dort seine karge Wohn- und Arbeitsstube besichtigen, in einem Hotel übernachten oder einfach die fantastische Aussicht auf den Thüringer Wald genießen.

Paul Meixner

Tierische Geräuschkulisse: Im Müritz-Nationalpark

Über die Mecklenburgische Seenplatte erstreckt sich auf 322 Quadratkilometern der größte Nationalpark Deutschlands: der Müritz-Nationalpark. Tiere machen sich hier oft durch ihre Geräusche bemerkbar: Während man im Frühjahr den dumpfen Ruf der Rohrdommel hört und im Sommer das Quaken der Moorfrösche, schallt im Herbst schon mal das brunftige Grunzen der Rothirsche durch den Wald.

So sind Sie vor Ort mobil: Übernachtungsgäste in Waren (Müritz), Klink, Röbel/Müritz und Rechlin erhalten eine Gästekarte, in der das Ticket „Müritz rundum“ integriert ist. Mit diesem nutzen Sie in der Hauptsaison von April bis Oktober kostenlos die Busse rund um die Müritz, im Stadtverkehr von Waren und Röbel und die Linie von Rechlin nach Mirow mit ihrer Gästekarte nutzen. Alle anderen sind mit dem preiswerten „Nationalpark-Ticket“ einen ganzen Tag lang mobil.

Nicht verpassen: Auf ausgeschilderten Wanderrouten zwischen zehn und 28 Kilometer Länge streift man durch die imposanten uralten Buchenwälder, die 2011 als UNESCO-Weltnaturerbe ausgezeichnet wurden. Die Baumriesen erlebt man am besten auf der 16-Kilometer-Tour zwischen Carpin und Neustrelitz.

Paul Meixner

Landschaft, die auf der Zunge zergeht: Das Biosphärenreservat Pfälzerwald

Das Biosphärenreservat Pfälzerwald ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. Eine der Besonderheiten hier ist der einmalige Edelkastanienwald, der sich am sonnigen Ostrand erstreckt. Durch das milde Klima reifen hier Mandeln, Zitronen, Kiwis und Feigen. Man könnte fast ebenso gut in Südeuropa sein. Schon die Römer:innen nutzten die warmen Temperaturen zum Weinanbau. Heute macht der Pfälzerwald eine der schönsten Ecken der Deutschen Weinstraße aus.

So sind Sie vor Ort mobil: Die „Pfalzcard“ bekommen Gäste bei ihrer Ankunft von teilnehmenden Gastgeber:innen. Damit können sie kostenlos Busse und Bahnen im gesamten Rhein-Neckar-Verkehrsgebiet nutzen.

Nicht verpassen: Der Pfälzer Waldpfad führt Reisende direkt vom Hauptbahnhof Kaiserslautern auf insgesamt 143 Kilometern durch beeindruckende Wald-, Tal- und Felsenlandschaften, vorbei an Burgruinen bis nach Schweigen-Rechtenbach an das Tor zur Deutschen Weinstraße.

Paul Meixner

Felsen, Sand und tolle Aussichten: Im Nationalpark Sächsische Schweiz

Südöstlich von Dresden, direkt an der tschechischen Grenze, liegt die Sächsische Schweiz. Ihr Wahrzeichen: das in der Kreidezeit entstandene Elbsandsteingebirge. Im Nationalpark Sächsische Schweiz kann man einmalige Fels-, Tal- und Waldlandschaften bewundern, die viele seltene Pflanzen und Tierarten beheimaten. Wanderfalken finden an den hohen Felswänden ideale Nistplätze, und selbst der gefährdete Fischotter kehrt langsam in seinen natürlichen Lebensraum zurück.

So sind Sie vor Ort mobil: Mit der „Gästekarte mobil“ – einer Erweiterung der „Gästekarte Sächsische Schweiz“ – können Übernachtungsgäste aus Pirna, Königstein oder Sebnitz Busse und Bahnen in der gesamten Region kostenlos nutzen und über 60 Freizeitattraktionen vergünstigt genießen.

Nicht verpassen: Der Malerweg im Elbsandsteingebirge gilt nicht nur als einer der schönsten Wanderwege Deutschlands, sondern inspirierte vor vielen Jahrhunderten auch Maler:innen zu zahlreichen Kunstwerken. Kunst- und Geschichtsinteressierte können in acht Etappen mithilfe von Schautafeln die Entstehungsorte dieser Kreationen in der Natur hautnah nachverfolgen.

Paul Meixner

Alleen bis zum Horizont: Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin

Ganz in der Nähe von Berlin liegt das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin mit seinen als UNESCO-Weltnaturerbe ausgezeichneten Rotbuchenwäldern. Aber auch Wiesen, Ackerlandschaften und Moore finden sich hier, in denen sich Seeadler, Schwarzstörche und Fischotter wohlfühlen. Die unter Naturschutz stehende Trollblume ist nur eine von 427 gefährdeten Pflanzenarten, die im Biosphärenreservat wachsen. Besonderer Hingucker in Schorfheide-Chorin: insgesamt 500 Kilometer wunderschöner Alleen.

So sind Sie vor Ort mobil: Ab Angermünde können Sie in der Saison mit dem „BiberBus“ rund um den Wolletzsee und bis zum Weltnaturerbe Grumsin fahren. Von Ostern bis Oktober fährt Sie der „HeideLiner“ vom Bahnhof Groß Schönebeck direkt ins Biosphärenreservat. An Wochenenden und Feiertagen kutschiert Sie während der Sommerpause auch der „Werbellinseebus“ und verbindet das Biosphärenreservat mit der Kleinstadt Eberswalde. Alle Infos über Fortbewegungsmittel finden Sie auf der Webseite des Biosphärenreservats.

Nicht verpassen: Kranich, Rohrdommel, Seeadler – um solche Vögel zu entdecken, muss man nicht nur zur richtigen Zeit da sein, sondern auch am richtigen Platz stehen. Gut, dass das Biosphärenreservat viele verschiedene Beobachtungstürme eingerichtet hat, zum Beispiel am Grimnitzsee. Mit Verpflegung und Fernglas kann nahezu nichts mehr schiefgehen.

Paul Meixner

Zwischen Bergheiden und Auerhühnern: Im Nationalpark und in den Naturparks im Schwarzwald

Von Arnika bis Sonnentau, von Dreizehenspecht bis Auerhuhn – in der jahrhundertealten Landschaft des Nationalparks und der Naturparks des Schwarzwalds fühlen sich diese Gesellen wohl. Im über 10.000 Hektar großen Nationalpark sind vor allem die sogenannten Grinden schön anzusehen: waldfreie Bergheiden auf den Gipfellagen des Schwarzwalds, die mit ihrer lichten Struktur Arten wie der Kreuzotter eine Heimat geben.

So sind Sie vor Ort mobil: Die „KONUS-Gästekarte“ erhält man in mehr als 140 Städten bei der Ankunft, Busse und Bahnen rund um den Schwarzwald sind damit kostenlos nutzbar..

Nicht verpassen: Unter dem Begriff „Trekking Schwarzwald“ kann man von Mai bis Oktober Plätze buchen, an denen man unter freiem Himmel oder mit einem Zelt schlafen darf – mitten in den Naturparks und im Nationalpark! Eine einmalige Gelegenheit, schließlich ist das Wildcampen in Deutschland im Allgemeinen und vor allem in Schutzgebieten verboten.

SNP / LO

Die Big Five der Alpen erleben: Im Schweizer Nationalpark

Er ist der älteste im Alpenraum: 1914 gegründet, wird im Schweizer Nationalpark im Kanton Graubünden schon seit über 100 Jahren Naturschutz gelebt. Die 170 Quadratkilometer Fläche liegt in Höhenlagen zwischen 1.400 und 3.200 Metern über dem Meeresspiegel. Hier könnte man die Big Five der Alpen erleben: Murmeltiere, Gämsen und Steinböcke, Alpensalamander und Steinadler. Wer sie nicht entdeckt, sieht vielleicht eine der etwa 5.000 weiteren Tierarten.

So sind Sie mobil vor Ort: Mit dem „graubündenPASS“ haben Sie freie Fahrt mit der Bahn, mit dem Bus oder mit dem gelben PostAuto, entweder in der bevorzugten Region oder im ganzen Kanton Graubünden. Das Ticket gilt für zwei oder fünf Tage.

Nicht verpassen: Radwege sind vor allem außerhalb des Nationalparks ausgeschildert. Wandern lässt es sich aber auch gut innerhalb. Zum Beispiel eine Tageswanderung im Val Trupchun. Gerade für Tierbeobachter:innen spannend: Zahllose Rothirsche tummeln sich, Steinbock und Murmeltier ebenfalls, aber manchmal kreisen auch Bartgeier und Steinadler am Himmel.

NPR / D.Zupanc / Hohe Tauern

Aussichten zum Entspannen: Der Nationalpark Hohe Tauern Kärnten

Vom Großglockner, dem höchsten Berg Österreichs (3.798 Meter), bis zum Fallbach-Wasserfall, dem höchsten Wasserfall des Landes Kärnten (200 Meter), hat der Nationalpark Hohe Tauern Kärnten einige Größen zu bieten. Er ist mit 1.856 Quadratkilometern auch das weiteste Schutzgebiet im gesamten Alpenraum. Der Bartgeier wurde hier wieder angesiedelt, und auch Steinbock und Steinadler kann man erspähen.

So sind Sie mobil vor Ort: Mit der „Nationalpark Kärnten Card“ fahren Sie ermäßigt mit dem ÖPNV und können zahlreiche Bergbahnen kostenlos nutzen.

Nicht verpassen: Ebenfalls in den Hohen Tauern befinden sich die Krimmler Wasserfälle. Mit 380 Metern sind sie sogar die höchsten in ganz Europa. Vom Startpunkt der „Wasserwelten“ aus – einem Info- und Erlebniszentrum im Nationalpark – kann man die Wasserfälle in 1,5 Stunden erkunden.

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