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Vier Fakten: Wandertourismus

  • 16,99 Millionen Personen in Deutschland favorisieren Wanderurlaub vor anderen Urlaubsarten

  • 86 Meter hoch ist die höchste Felswand der Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen

  • 40 Prozent der deutschen Wanderer nutzen Apps oder das Internet um unterwegs zu navigieren

  • 200000 Kilometer befestigte Wanderwege gibt es in Deutschland, davon alleine 40.000 in Bayern.

Mein liebstes Stück Deutschland

Die Lieblingsorte unserer Reise-Community

Weihenstephan

Weihenstephan, benannt nach dem gleichnamigen Kloster, liegt in Oberbayern auf dem Weihenstephaner Berg westlich von Freising. Bekannt ist Weihenstephan vor allem für die Biersorte Helles. Die Bayerische Staatsbrauerei ist die älteste der Welt. Bierfreunde begeben sich auf eine Brauereiführung und testen sich anschließend durch 15 verschiedene Sorten. Um einem Schwips zu entgehen, kann man sich im Bräustüberl mit Schweinshaxen und Obatzter stärken. Für einen Blick auf botanische Schönheiten lohnt der Besuch in den Weihenstephaner Schaugärten mit ihren vielfältigen Beet- und Pflanzenarrangements. Radfahrer erkunden den beliebten Isarradweg, der von Freising bis nach München in den Englischen Garten führt.

Salzgitterscher Höhenzug

Der Salzgittersche Höhenzug liegt inmitten des niedersächsischen Berglands und bietet mit einem Wanderwegenetz von 150 Kilometern ein erholsames Naturerlebnis. Für ein schönes Panorama lohnt es sich, den Aussichtsturm der 241 Meter hoch gelegenen Burgruine Lichtenberg zu erklimmen. Die ehemalige Festungsanlage Heinrichs des Löwen aus dem zwölften Jahrhundert dient heute vor allem als Aussichtsplattform für Wanderer. Von dort kann man bei klarer Sicht über den Norden Salzgitters bis nach Braunschweig schauen und gen Süden zum Brocken sehen. In der Mitte des Höhenzugs befindet sich der Reihersee, den man über mehrere Wanderwege gut erreichen kann. Ein kleiner Pavillon lädt zur Rast ein. Mit etwas Glück entdeckt man am Uferrand blühende Orchideen.

Segeberger See

Zwischen dem Großen Segeberger See, dem Ihlsee und dem Klüthsee findet sich in idyllischer Natur die Gemeinde Klein Rönnau. Den Dorfkern bildet das „Haus Rönnau“, ein Gebäudekomplex, der neben einem Kindergarten auch Heimat der Freiwilligen Feuerwehr ist. Anschauen kann man sich neben der alten Räucherkate, dem ehemaligen „Verfeinerungsstübchen“ von Wurst und Schinken, auch die alte Wassermühle. Dort finden regelmäßig Führungen, Gottesdienste und Trauungen statt. Die umliegende Natur lädt zum Campen und Wandern ein. Im Sommer kann man sich an einem der Badeseen abkühlen, angeln gehen oder mit dem Leihrad die Gegend erkunden. Zwischen Weiden und alten Gutshäusern lässt sich dort die ländliche Idylle genießen. Sehenswert sind außerdem die Karl-May-Spiele im benachbarten Bad Segeberg und der Wildpark in Eekholt.

24 Stunden in Konstanz

24 Stunden in ... Konstanz

Zum ersten Mal in der Stadt? Kommen Sie mit. Unsere Autorin Maria Timtschenko entdeckt Konstanz.

Vor Kurzem besuchte ich einen Freund in Konstanz. Es war kein langer Aufenthalt. Aber ein kurzer Kaffeeklatsch und ein paar Hundert Meter, die der Zug entlang des Bodensees rollt, vorbei an Gründerzeit- und Jugendstilbauten, reichten, um in mir einen spontanen Wunsch auszulösen: Hier will ich einmal leben! So überkommt es einen ja manchmal. Ich kehre also wenig später zurück, um zu prüfen: Sollte ich hier wohnen?

Ich komme abends in Konstanz an, alle Weinwirtschaften rings um das Münster sind belegt. Ich bestelle mir Schmalzschnitte und Tannenzäpfle – Bier aus der Badischen Staatsbrauerei – und setze mich auf eine Kaimauer am Bodensee. Kurz danach lerne ich Eddie und Antje kennen, sie legen mit ihrem Bötchen an. Nach Feierabend führen sie oft raus zum Angeln, erzählen sie, bei warmem Wetter zum Baden. „Wenn Sie mal hier wohnen, melden Sie Ihr Kind am besten gleich nach der Geburt für einen Anlegeplatz an. Zum 18. Geburtstag könnte er frei werden“, rät Antje. 

Am nächsten Morgen will ich selbst hinaus auf den 536 Quadratkilometer großen Bodensee und steige auf die Fähre ins gegenüberliegende Meersburg. 30 Minuten Fahrt, laue Luft, türkis blitzendes Wasser, und am Horizont erhebt sich das Alpenvorland. Hier lässt sich Urlaub machen. Und das tun viele: Auf etwa 84.000 Einwohner kommen knapp eine Million Übernachtungen pro Jahr.

Wieder angelandet, treffe ich mich mit Daniel Groß, 54 Jahre. Er arbeitet hier seit Jahrzehnten als Stadtführer. Groß zeigt mir Konstanz, wo es nicht ganz so schön ist – in einem Schissgässle, einem schmalen Weg zwischen zwei Fachwerkhäusern aus dem 13. Jahrhundert. „Diente damals als Abort und Müllhalde“, erklärt Groß. Die Idee: Beim nächsten Regen wäscht sich das weg; am Ende floss nur alles in den Bodensee, der erst nach der Renaturierung in den 60er-Jahren Trinkwasserqualität bekam.

Wir gehen zum Triumphbogen, einem Werk des Bildhauers Peter Lenk, der vom Bodensee stammt: Zwei dicke Alte aus Beton baden in einem Brunnen. Ihnen gegenüber räkelt sich eine junge Frau, beobachtet wird alles vom Papst im Papamobil. Viele konservative Konstanzer seien nach der Enthüllung des Kunstwerks Anfang der Neunziger entrüstet gewesen, mittlerweile sei es eine Sehenswürdigkeit, erinnert sich Groß. Andererseits verleihen 17.000 Studenten der Stadt ein liberales Klima. Der Zwiespalt gefällt mir. Bei Käsespätzle überlege ich mir: Wären die Mieten in Konstanz nicht noch höher als in Hamburg, würde ich glatt herziehen. So komme ich aber sicher noch mal zum Urlaubmachen her.

Nicht verpassen

  • Das Münster war zwölf Jahrhunderte lang Bischofssitz und vereint Baustile verschiedener Epochen. kath-konstanz.de
  • Besuchen Sie die größte Insel im Bodensee, Mainau, mit teils tropischer Vegetation. mainau.de
  • Kulturgeschichtliches zum Bodensee finden Sie im Rosgartenmuseum. rosgartenmuseum.de