So leisten Sie Erste Hilfe in der Natur

Da draußen kann viel passieren: Ein Rettungshelfer zählt häufige Notfälle auf und verrät, wie Sie richtig reagieren

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Erste-Hilfe-Tasche
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Eine Erste-Hilfe-Tasche gehört bei Ausflügen stets ins Gepäck

Offene Wunde

Worauf achten? Auf den Unterschied: kleiner Schnitt oder große Fleischwunde?

Erste Hilfe: Bei leichter Verletzung: Bluten lassen, das spült den Dreck raus. Dann Körperteil hochhalten, desinfizieren, Pflaster drauf. Bei starker Blutung: Druckverband anlegen, ein Schock droht. Verbandspäckchen auflegen, eine Mullbinde sehr straff herumwickeln, um Wundverschluss zu gewährleisten.

Tipp: Alleinreisende besorgen sich im Sanitätshandel ein „Israeli Emergency Bandage“ – einen Druckverband, entwickelt in Israel – zum einhändigen Anlegen eines Notverbands.

Zeckenbiss

Worauf achten? Am besten aufpassen, dass man keinen bekommt. Im tiefen Gras und Unterholz die lange Hose in die Socken stecken, Waden mit Insektenschutzmittel einsprühen, regelmäßig Zecken-Checks am Körper durchführen.

Erste Hilfe: Sofort raus damit. Möglichst mit spitzer Pinzette (gehört in jede Erste-Hilfe-Tasche) am Kopf packen und langsam ziehen. Geht auch mit sogenannten Zeckenkarten.

Tipp: Zecke aufbewahren und an ein Labor schicken. Dort wird geprüft, ob sie gefährliche Viren oder Bakterien in sich trägt.

Kaputter Knöchel

Worauf achten? Wenn man umknickt, wird der Bereich um den Knöchel meist blau und dick. Für Laien ist schwer zu erkennen, ob es sich dabei um einen Riss, einen Bruch oder eine Stauchung handelt.

Erste Hilfe: Es gilt die P.E.C.H.-Regel: Pause, Eis, Compression, Hochlagerung. Fehlt ein Kühlbeutel, den Fuß mit einer nassen Socke umwickeln, Luft zufächern. Mit einer Binde – oder der zweiten Socke – straff umwickeln, damit das Gewebe nicht weiter anschwillt. Und hochlegen.

Tipp: Ragt etwas aus der Haut, ist es ein offener Bruch. Ruhig halten und Notruf absetzen.

Unterkühlung

Worauf achten? Auf den Unterschied zwischen leichter Unterkühlung (der Betroffene zittert, ist bei vollem Bewusstsein) und einem schweren Fall (kein Zittern mehr, Bewusstseinstrübung, Schläfrigkeit).

Erste Hilfe: Bei leichter Unterkühlung, etwa nach einem Bad im See, hilft abrubbeln, Tee trinken, in die Sonne setzen. Bei schwerer Unterkühlung, zum Beispiel durch eine Lawine: keine Wärme zuführen! Der Körper schützt lebenswichtige Organe, indem er Arme, Beine und Haut von der Wärmeversorgung abklemmt. Wird gewärmt, fließt das kalte Blut von dort zurück, das Herz wird überlastet. Den Verletzten liegen lassen, auf den Rettungsdienst warten.

Tipp: Erfrierungen machen sich übrigens durch weißgraue Haut oder blaurote Flecken bemerkbar.

Sonnenstich

Worauf achten? Hochroter Kopf, starke Kopfschmerzen, dazu häufig Übelkeit und Nackensteife – alles Anzeichen dafür, dass durch starke Sonneneinstrahlung auf den Kopf die Hirnhaut gereizt wurde.

Erste Hilfe: Sofort raus aus der Sonne, Kopf und Nacken kühlen. Nicht hinlegen und Füße hochhalten, weil dadurch das Blut in den Kopf läuft und den Druck verstärkt. Am besten im Sitzen eine mehrstündige Pause einlegen. Treten Bewusstseinstrübungen oder Sprachstörungen auf, die Rettung verständigen.

Tipp: Einfach vorbeugen – mit einer Kopf­bedeckung.

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