Planschen in der Stadt

Sparen Sie sich lange Autofahrten oder Umwege mit Überlandbussen: Wir stellen Ihnen Bademöglichkeiten vor, die sich unkompliziert aus der Stadt erreichen lassen

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Im Rhein in Basel schwimmt es sich besonders pittoresk

Hinaus zum „Cossi“: Der Cospudener See bei Leipzig

Über 600.000 Badebegeisterte zieht es jährlich an den „Cossi“, wie Leipziger:innen den See südlich von Leipzig nennen. In seiner heutigen Form existiert er erst seit 22 Jahren: Als die Braunkohleförderung in Cospuden Anfang der 1990er-Jahre endete, wurde das Tagebaurestloch geflutet und 2000 als ein Außenprojekt der Weltausstellung Expo 2000 in Hannover eröffnet. Am „Cossi“ findet sich auch der Nordstrand, mit einem Kilometer der längste Strand Sachsens. Früher wurde überall nach Wunsch nackt oder in Textil gebadet, seit diesem Sommer gibt es einen eigenen FKK-Strand.

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Entfernung zum Leipziger Hauptbahnhof in km: 10 km

Wo steige ich aus: S-Bahnhof Markkleeberg (S4, S5, S5X, S6)

Größe und maximale Tiefe: 4,36 km²; 55 m tief

Wen treffe ich dort: Windsurfer:innen, Studierende und Alteingesessene

Schönste Badestellen: Weststrand und Strandbad Cospuden

Mehr als nur Schwimmen: Von der Erholung zum Adrenalinkick: Der Freizeitpark „Belantis“ schließt unmittelbar an den „Cossi“ an und empfängt seine Besucher:innen zum Beispiel im Tal der Pharaonen mit einer Wildwasser-Achterbahn.

Hauptstadtgefühle am Berliner Plötzensee

Die Nachbarschaft des Plötzensees im Berliner Wedding ist weniger für Badespaß, sondern vielmehr für Geschichte bekannt: Unweit des Gewässers befindet sich die NS-Gedenkstätte. Wer nach dem Besuch auf leichtere Gedanken kommen möchte, kann eine Runde durch den See schwimmen. Auf Strandpartys knüpft man schnell Kontakte mit echten Berliner:innen – nicht zuletzt deshalb ist die „Plötze“, wie der See umgangssprachlich genannt wird, auch für Tourist:innen ein Geheimtipp.

Entfernung zum Berliner Hauptbahnhof in km: 4 km

Wo steige ich aus: S-Bahnhof Beusselstraße (Ringbahn S41 und S42)

Größe und maximale Tiefe: 8 ha; 7 m tief

Wen treffe ich dort: Einen Querschnitt der vielfältigen Berliner Einwohner:innen

Schönste Badestelle: Strandbad Plötzensee mit Bar und Snackverkauf

Mehr als nur Schwimmen: Wie wäre es mit Bogenschießen in Seenähe oder mit einer Bootsfahrt? Der Verleih befindet sich am Nordufer.

Alpenpanorama am Ammersee bei München

Kein gewöhnlicher Zufluchtsort für Städter:innen: Mitten im Alpenvorland offenbart sich nach dem Chiemsee und dem Starnberger See der drittgrößte See Bayerns – der Ammersee. Die Ostseite des Gewässers ist dank der S-Bahn so eng mit München verbunden, dass dort vom „Münchner Ufer“ gesprochen wird. Ganzjährig streifen Winde über den See: ideale Voraussetzungen für Segler:innen, die auf dem Ammersee allgegenwärtig sind. In der Dießener Segelschule kann man die Grundlagen erlernen.

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Entfernung zum Münchner Hauptbahnhof in km: 37 km

Wo steige ich aus: S-Bahn-Station Herrsching am Ammersee (S8)

Größe und maximale Tiefe: 46,6 km²; 81 m tief

Wen treffe ich dort: Viele Sportler:innen und Familien

Schönste Badestellen: Liegewiese neben dem Akademischen Seglerverein oder auf der anderen Seeseite das Strandbad Utting

Mehr als nur Schwimmen: Radbegeisterte, aufgepasst: Der rund 46 Kilometer lange Rundweg um den Ammersee bietet instagramreife Ausblicke. Für Alpenpanorama und türkisblaues Wasser lohnt es sich zu jeder Jahreszeit, kräftig in die Pedale zu treten.

Baggersee-Romantik am Dreiecksteich in Hannover

Willkommen an der „Costa Kiesa“! So nennen Hannoveraner:innen die Ricklinger Kiesteiche – eine Ansammlung von Baggerseen im Überschwemmungsgebiet der Leine. An den Gewässern, die durch den Kiesabbau entstanden sind, reihen sich urige Imbissbuden aneinander. Besonders naturnah können Badegäste auf den Liegewiesen am Dreiecksteich entspannen, der durch seine namensgebende Form auffällt. Gegenüber liegt der Sieben-Meter-Teich, der fast ausschließlich von FKK-Liebhaber:innen genutzt wird.

Entfernung zum Hannoveraner Hauptbahnhof in km: 5 km

Wo steige ich aus: U-Bahn-Station Döhrener Turm (U1, U2, U8, U18)

Größe und maximale Tiefe: 4,5 ha; 6,5 m tief

Wen treffe ich dort: Jugendliche und junge Paare

Schönste Badestelle: Grasstrand im Südosten des Dreiecksteiches

Mehr als nur Schwimmen: Die Kiesteiche gelten als kleines Paradies für Angler:innen. Den perfekten Flecken Natur bietet dafür die Ricklinger Halbinsel. Über sieben Fischarten sind in den Gewässern beheimatet, darunter Zander und Seeaal.

Am Bremer Weserstrand im Fluss planschen

Wer am Osterdeich in Bremen spaziert, schaut gerne hinüber zu den Badegästen am Café Sand. Auf der gegenüberliegenden Weserseite tummeln sich Gruppen von Freund:innen und Familien zwischen den Sonnenschirmen. Mit der Sielwallfähre kann man schnell selbst übersetzen, um mit den Füßen durch die Weser zu waten. Seit 1989 ist dieser Abschnitt die einzig offiziell ausgewiesene Flussbadestelle in Bremen. Wegen der Strömungen und des Schiffsverkehrs badet man allerdings auf eigene Gefahr. Für ein Triathlontraining eignet sich die Weser also weniger, für eine kurze Abkühlung an heißen Sommertagen aber allemal.

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Entfernung zum Bremer Hauptbahnhof in km: 2,5 km

Wo steige ich aus: Straßenbahnhaltestelle Wilhelm-Kaisen-Brücke (Linien 1E, 2, 4, 5, 6, 6E, 8, 8E)

Tiefe: rund 1,2 Meter in den Sommermonaten

Wen treffe ich dort: Beliebter Treffpunkt für Studierende, Ur-Bremer:innen und Reisende

Bade-Highlight: Eine der wenigen offiziellen Flussbadestellen in Deutschland

Mehr als nur Schwimmen: Im Café Sand kann man an Sonn- und Feiertagen großzügig frühstücken.

Eine Oase im Stuttgarter Kessel: Das Höhenfreibad Killesberg

Vor allem im Sommer wärmt sich Stuttgart durch seine Tallage schnell auf. Der Hitze entfliehen die Bewohner:innen im Höhenfreibad Killesberg, wo man sich im Strömungskanal treiben lassen kann. Die Jüngsten können auf einem Wasserspielplatz planschen. Ein großzügiger Abschnitt des Killesberg-Parks, der größten Gartenanlage in der Stuttgarter Innenstadt, gehört zum Freibad dazu. Deshalb gibt es zahlreiche schattige Plätze unter den Bäumen.

Entfernung zum Stuttgarter Hauptbahnhof in km: 4 km

Wo steige ich aus: U-Bahn-Haltestelle Maybachstraße (U6, U13)

Becken-Fakten: 700 m² großes Mehrzweckbecken und 150 m² großes Planschbecken

Wen treffe ich dort: Stuttgarter:innen aller Altersstufen

Bade-Highlight: Sprungturm (4,5 m) & Kinderrutschbahn

Mehr als nur Schwimmen: Was wäre ein Freibadbesuch ohne Pommes und Beachvolleyball? Am Killesberg ist all das möglich.

In einer idyllischen Kiesgrube baden am Stotternheimer See bei Erfurt

Nördlich der Thüringer Landeshauptstadt liegen die sogenannten Erfurter Seen. Dabei handelt es sich um Kiesgruben, die sich schon während des Abbaus mit Grundwasser gefüllt und so ganz natürlich zum Gewässer gewandelt haben. Wo einst das Gestein gefördert wurde, kann man heute abtauchen. Es gibt viele kleine Badebuchten und ein Strandbad mit Strandkörben und Beachvolleyballfeldern. Dort wurde auch ein Nichtschwimmerbereich eingerichtet.

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Entfernung zum Erfurter Hauptbahnhof in km: 11 km

Wo steige ich aus: Bahnhof Stotternheim (RE 10, RB 59)

Größe und maximale Tiefe: 22 ha (ca. 4-mal so groß wie der Louvre); 7 m tief

Wen treffe ich dort: Einen bunten Mix aus älteren Generationen und jungen Familien

Schönste Badestelle: Strandbad Stotternheim

Mehr als nur Schwimmen: Stärkung gefällig? Am großzügigen Grillplatz finden bis zu 20 Personen Platz.

Im Hamburger Norden das Naturbad Kiwittsmoor entdecken

Die Badegewässerqualität im Naturbad Kiwittsmoor wird regelmäßig als ausgezeichnet eingestuft. Kein Wunder, dass im Becken des Bades im Hamburger Stadtteil Langenhorn sogar Fische schwimmen. Dank dichter Bewaldung rundherum fühlt sich der Besuch an wie ein Bad im Waldsee. Auf Strandflächen kann man Beachsoccer oder Volleyball spielen. Und manchmal findet in Kiwittsmoor das Baden sogar im Trockenen statt: als Kurs im Waldbaden.

Entfernung zum Hamburger Hauptbahnhof in km: 15 km

Wo steige ich aus: U-Bahnhof Kiwittsmoor (U1)

Becken-Fakten: Nichtschwimmerbecken mit 25 m langem Sandstrand im südlichen Bereich

Wen treffe ich dort: Naturfreund:innen auf der Suche nach einer Abkühlung

Bade-Highlight: Über 4.000 m² Wasserfläche

Mehr als nur Schwimmen: Auf der benachbarten Minigolfanlage kann der Schläger geschwungen werden

Ein Freibad der Rekorde in Frankfurt erleben: Das Brentanobad

Das Brentanobad macht vor allem durch seine Größe von sich reden: Mit einer Wasserfläche von über 11.000 m² zählt das Bad in Frankfurt am Main zu den weitläufigsten Freibädern Deutschlands. Durch einen flachen Einstieg bekommt man im Nichtschwimmerbecken Strandfeeling und kann sich im flachen Wasser sonnen. Kinder freuen sich über einen großen Spielplatz. Im benachbarten Brentanopark entlang des Flusses Nidda kann man auch herrlich spazieren.

Entfernung zum Frankfurter Hauptbahnhof in km: 4,5 km

Wo steige ich aus: U-Bahn-Haltestelle Fischstein (U7)

Becken-Fakten: Schwimmbecken mit einer Randlänge von über 220 m

Wen treffe ich dort: Jugendliche und Familien, die der Großstadthitze entkommen wollen

Bade-Highlight: Seit 1. Juni 2022 neue Breitrutsche auf 16 m Länge

Mehr als nur Schwimmen: Im angrenzenden Biergarten kann man Cocktails schlürfen und frisch Gegrilltes essen.

Flussschwimmen in Basel und Zürich

Ein Schweizer Phänomen, das begeistert: In Basel gehen Einheimische in der Mittagspause oder nach der Arbeit im Rhein schwimmen, lassen sich ein paar Hundert Meter weit treiben und laufen anschließend in Badehose oder Badeanzug flussaufwärts am Ufer zurück. Ihre Kleidung verstauen sie oft in sogenannten Wickelfischen, also wasserdichten Taschen, die im Wasser vor ihnen hertreiben. Damit das Badevergnügen sicher bleibt, sind die Schwimmzonen im Rhein klar gekennzeichnet. Am Kleinbasler Ufer beginnt die Schwimmstrecke in der Nähe des Museums Tinguely und endet kurz vor der Dreirosenbrücke. Die roten Markierungen in Form von Bojen schützen sowohl Schwimmer:innen als auch Bootfahrende vor Unfällen. Am besten folgt man Einheimischen in den Fluss, denn sie wissen über die Strömung Bescheid.

Wer es ein wenig geordneter bevorzugt: In Zürich gibt es das Flussbad Unterer Letten im Fluss Limmat mit einem Nichtschwimmerbereich. Der Eintritt ist auch hier kostenlos.

Entfernung zum Hauptbahnhof in km: Basel: 3,5 km; Zürich: 2,5 km

Wo steige ich aus: Basel: einfacher Einstieg ins Wasser am Tinguely Museum (Haltestelle Tinguely Museum)
Zürich: Bahnhof Wipkingen, dann 2 Minuten Fußweg zum Flussbad

Becken-Fakten: Zürich: 100 m langer Schwimmkanal und Nichtschwimmerbecken (24 x 14 m)

Wen treffe ich dort: Alle, die Wasser lieben und gut schwimmen können

Bade-Highlight: Das Treibenlassen bis zur nächsten Station

Mehr als nur Schwimmen: Zürich: Im Sommer gibt es das Open-Air-Kino „Filmfluss“ mitten im Limmat. Beginn ist ungefähr um 21.30 Uhr.

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