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11 Filme, in denen der Zug die Hauptrolle spielt

Sie lieben das Zugfahren, die vor dem Fenster vorbeiziehende Landschaft, die spannende Frage, wer einem auf dem Nachbarsitz begegnet, den Mikrokosmos Zugwaggon? Dann haben wir etwas für Sie: Elf Filme, die das Zugfahren genauso feiern, wie Sie

Von:
Lesezeit: 9 Minuten
© 2019 Twentieth Century Fox Home Entertainment
Jason Schwartzman (links), Owen Wilson (Mitte) und Adrien Brody (rechts) in Wes Andersons "Darjeeling Limited"

„Darjeeling Limited“ (2007) von Wes Anderson

In dem Film von Wes Anderson („Die Royal Tenenbaums“) spielen Owen Wilson, Jason Schwartzman und Adrien Brody die Hauptrollen, aber der wahre Star des Films ist ein indischer Zug. Für den Dreh mietete der US-Regisseur eine Lokomotive und zehn Waggons bei der indischen Bahngesellschaft Northwestern Railways an und bekam sogar die Erlaubnis, damit drei Monate auf dem indischen Schienennetz durch die Wüste Rajasthans zu fahren. Während der Arbeiten an dem Film soll Andersons Team eng zusammengewachsen sein, schon weil es am Set natürlich kaum Rückzugsmöglichkeiten gab. Die hermetische Szenerie beeinflusste auch das Spiel der Akteure: Wilson, Schwartzman und Brody mimen authentisch drei Brüder, die nach dem Tod ihres Vaters in Indien nach Erleuchtung suchen – und dabei ständig miteinander zanken.

„Darjeeling Limited“ ist verfügbar bei iTunes, Amazon (nicht in Prime enthalten), Sky und Google Play, YouTube (sowie auf DVD/Blu-ray erhältlich)

 

„Nachtzug nach Lissabon“ (2013) von Bille August

Concorde Home Entertainment GmbH
Schauspieler Jeremy Irons im "Nachtzug nach Lissabon"

Nachtzug! Schon das Wort löst Sehnsüchte aus. Das Ruckeln der Wagen, frisch bezogene Betten, die Schatten der Landschaften, die einem in ihrer Fremdheit geheimnisvoll erscheinen. Jeder Bahnhof eine Bühne im Geviert des Zugfensters, eine Reise wie eine Diashow, etwas nostalgisch und manchmal melancholisch. So wie die Stimmung im Film „Nachtzug nach Lissabon“ nach dem Bestseller von Pascal Mercier, in dem ein roter Mantel alles in Gang bringt. Er gehört einer jungen Frau, die der Lehrer Raimund Gregorius (gespielt von Jeremy Irons) vom Selbstmord abhält. Die Frau verschwindet, zurück bleibt ihr Mantel mit einem Buch und einer Bahnfahrkarte. Für den Lehrer, der am liebsten in seiner Wohnung Schach gegen sich selbst spielt, ist die Begegnung ein Zeichen aufzubrechen. Am Bahnhof hofft er die Frau wiederzusehen, doch als sie nicht erscheint, beschließt er, das Ticket selbst zu nutzen und seinem Alltag zu entfliehen. In Lissabon spürt er dem Autor des gefundenen Buches nach – und stößt dabei auch auf das Geheimnis der Frau, der er das Leben rettete. Mit nachdenklichen Tönen beschreibt der Film den Aufbruch eines Mannes in ein neues Leben und streift dabei elegant die großen philosophischen Fragen nach dem Sinn des Daseins.  

„Nachtzug nach Lissabon“ verfügbar bei Amazon, Sky Store, iTunes, Google Play


„Mord im Orient-Express“ (1974) von Sidney Lumet

Wer ist der Mann mit dem gezwirbelten Schnurrbart auf dem Vierer gegenüber? Und dieses Pärchen dahinter, das die ganze Zeit tuschelt, die führen doch was im Schilde? Fühlen Sie sich auf Zugfahrten auch manchmal wie ein Kommissar, der seine Mitreisenden analysiert? Agatha Christie hat 1934 den passenden Roman zu diesem Gefühl geschrieben. Ein Zug, der Orient-Express, auf dem Weg von Istanbul nach Calais, ein Mord und eine Gruppe von Menschen, von denen eine*r der Mörder sein muss. Ebenfalls an Bord: der belgische Privatdetektiv Hercule Poirot, der bis zum Zielbahnhof den Täter entlarvt haben will. Sidney Lumet machte aus der Romanvorlage einen ebenso spannenden wie unterhaltsamen Film. Ob seine Interpretation des Romans von 1974 (unter anderem mit Sean Connery und Ingrid Bergman) besser ist als die Neuverfilmung von 2017 (mit Judi Dench, Penelope Cruz, Willem Dafoe, Johnny Depp) – das müssen Sie selbst ermitteln.

„Mord im Orient-Express“ (beide Verfilmungen) sind verfügbar bei Amazon und iTunes (sowie auf DVD/Blu-ray erhältlich)

© 2017 Twentieth Century Fox
2017 wurde "Mord im Orientexpress" von Regisseur Kenneth Branagh neuverfilmt

„Snowpiercer“ (2013) von Bong Joon-Ho

Manchmal hat man das Gefühl, das ganze Leben vergeht wie eine Bahnfahrt: Links und rechts rauscht die Landschaft vorbei, weit und breit ist kein Halt in Sicht. Im Film „Snowpiercer“ verläuft das Leben tatsächlich genau so. Nach einem missglückten Versuch, die globale Erderwärmung zu stoppen, legt sich eine neue Eiszeit über den Planeten. Die wenigen Überlebenden rasen nonstop in einem 650 Meter langen Zug durch die Kälte. Was erst einmal albern klingt, wird bei Regisseur Bong Joon-Ho, der mit „Parasite“ zuletzt sämtliche Filmpreise gewann, zu einer breit angelegten Kapitalismuskritik. Innerhalb des Eis-Zuges herrscht nämlich eine strikte Klassentrennung: Der Großteil der Menschen lebt im hinteren Zugteil in elenden Verhältnissen, die Upperclass trinkt in den vorderen Waggons Champagner. Bis sich eine Revolution anbahnt. Eine Action-Dystopie, die voller kluger Gedanken steckt, um den eigenen inneren Zug kurz zum Halten zu bringen.

„Snowpiercer“, unter anderem bei Netflix und Joyn


“Girl on the Train” (2016) von Tate Taylor

Was sich wohl alles hinter den Fassaden der Häuser verbirgt, die am Zugfenster vorbeiziehen? Diese Frage hat sich wohl fast jeder schon einmal beim Bahnfahren gestellt. In der Bestsellerverfilmung „Girl on the Train“ will es die alkoholkranke Rachel (Emily Blunt) ganz genau wissen. Tagtäglich fährt sie mit dem Zug aus der Vorstadt nach Manhattan, obwohl sie ihren Job dort längst verloren hat. Stattdessen beobachtet sie ihr altes Haus am Rande der Bahnschienen, in dem ihr Ex mit seiner neuen Freundin lebt – und malt sich das perfekte Leben des Paares Megan und Scott aus, das ein paar Türen weiter wohnt. Als sie erfährt, dass Megan als vermisst gemeldet ist, begibt sich Rachel auf Spurensuche. Für den Zuschauer ist es kaum zu ertragen, wie ihr Leben dabei immer mehr außer Kontrolle gerät, und schaut ihr dennoch gebannt dabei zu. Das liegt vor allem daran, dass sich Rachels Misere so glaubwürdig in Emily Blunts Gesicht widerspiegelt.

„Girl on the Train“ ist verfügbar bei iTunes, Amazon, Sky und Google Play


„Mystery Train“ (1989) von Jim Jarmusch

Der Episodenfilm von Jim Jarmusch ist ein Mood-Movie. Heißt: Es passiert nicht besonders viel, aber dafür kann man sich nicht sattsehen an den einzelnen Szenen, die Kameramann Robby Müller, auch „Master of Light“ genannt, wie Gemälde von Edward Hopper inszeniert hat. Die Story: Ein Zug fährt nach Memphis, Tennessee, mit einem japanischen Touristenpaar an Bord. Die beiden checken im schäbigen Arcade Hotel ein und treffen dort eine Italienerin, die den Leichnam ihres Mannes nach Hause überführen muss, und einen Briten, gespielt von Joe Strummer von The Clash, der Job und Freundin verloren hat und sich deshalb umbringen will. Der Zug spielt nur eine Nebenrolle, dient aber als Symbol dafür, wie zufällige Begegnungen das Leben prägen können.

„Mystery Train“ ist verfügbar bei Amazon, iTunes, freenet Video, Google Play


„Manche mögen’s heiß“ (1959) von Billy Wilder

mauritius images / APL Archive / Alamy
Marilyn Monroe in "Manche mögen's heiß"

Alle reden gleichzeitig, kaum jemand sitzt auf seinem Platz und irgendwas fliegt immer durch die Luft. Wer das Gefühl einer Klassenfahrt mit dem Zug schätzt, für den ist dieser Klassiker von Billy Wilder genau das Richtige. Zwar ist hier eine Damenkapelle auf Reisen, doch deren Energie steht dem einer Schulklasse in nichts nach. Auf der Flucht vor einem Chicagoer Gangsterboss müssen die Musiker Joe (Tony Curtis) und Jerry (Jack Lemmon) untertauchen, ihre einzige Zuflucht: eine weibliche Jazzband. Zwei Dinge sind in dieser strengstens verboten: Alkohol und Männer. Also verkleiden sich die beiden als Frauen und schließen sich als Josephine und Daphne der Band an. Auf der Zugfahrt zu einem Konzert nach Florida verlieben sie sich schlagartig in die Sängerin Sugar (Marilyn Monroe). Wilders Geschlechter-Komödie wurde nicht zuletzt dank Monroe zum Kultfilm.

„Manche mögen’s heiß“ ist verfügbar bei Amazon


„Before Sunrise“ (1995) von Richard Linklater

In einem Zug von Budapest nach Paris lernt der Amerikaner Jesse (Ethan Hawke) die Französin Céline (Julie Delpy) kennen und fragt sie, ob sie spontan mit ihm in Wien austeigen will. „Ich habe das Gefühl, dass es zwischen uns eine Verbindung gibt“, sagt er zu ihr, und Céline schnappt sich ihre Tasche. Die beiden laufen bis zum Morgengrauen durch Wien, philosophieren über die Liebe und das Leben und küssen sich im Riesenrad des Praters. Klingt nach einer simplen Story? Stimmt! Der Film lohnt sich aber, weil seine Dialoge so lebensnah sind – und einen daran erinnern, dass es sich im Leben immer lohnt, dem Unerwarteten eine Chance zu geben.

„Before Sunrise“ ist unter anderem verfügbar bei Amazon, Sky, iTunes, Google Play, freenet Video, Maxdome


„James Bond 007: Casino Royale“ (2006) von Martin Campbell

James Bond liegen die Frauen zu Füßen wie ausgeschaltete Gegner. An eine einzige soll der Doppel-Null-Agent aber wirklich sein Herz verlieren: Vesper Lynd, eine Angestellte des britischen Finanzministeriums, verwaltet in „Casino Royale“ die zehn Millionen Dollar, die 007 auf seiner Mission als Poker-Einsatz benötigt. Bond trifft seine große Liebe auf einer Bahnfahrt nach Montenegro. Auch sonst spielen Züge eine wichtige Rolle in den Bond-Filmen: In „Skyfall“ zum Beispiel stürzt der Agent bei einer Verfolgungsjagd auf einem fahrenden Zug von der höchsten Eisenbahnbrücke der Türkei, dem Giaour-Dere-Viadukt – und wird daraufhin für tot erklärt. Doch wir kennen Bond …

„James Bond 007: Casino Royale“ ist verfügbar bei iTunes, Amazon, Sky Go und Sky Ticket


„Harry Potter“, Teile 1-8 (2001–2011) unter anderem von Chris Columbus

Das Schuljahr an der Schule für Hexerei und Zauberei beginnt immer im Hogwarts Express. Vom Londoner Bahnhof King‘s Cross, vom Gleis Neundreiviertel, startet die schwarzrote Dampflok ihre Reise zum Schloss Hogwarts. Im Zug kann Harry Potter endlich die Muggel-Klamotten (die Kleidung nichtmagischer Menschen) ausziehen, sich den Schul-Umhang überwerfen und seinen Freunden Schokofrösche und Kürbissaft vom Servierwagen ausgeben. Für Harry, den Waisenjungen, der bei seinen Muggelverwandten lebt, markiert die Zugfahrt jedes Jahr eine Verwandlung, ein Heimkommen, den Übergang in eine magische Welt. Die Außenaufnahmen der Strecke wurden in Schottland auf dem Jacobite Steam Train gedreht. Wer sich dort selbst auf Fahrt von Fort William nach Mallaig begibt, wird dabei unter anderem das berühmte Viadukt von Glenfinnan überqueren, das in vielen Harry-Potter-Filmen vorkommt.

Alle acht „Harry Potter“-Filme sind verfügbar bei iTunes, Amazon, Sky Store und Google Play


„Der Polarexpress“ (2004) von Robert Zemeckis

In dem computeranimierten Weihnachtsmärchen zweifelt ein kleiner Junge daran, ob es den Weihnachtsmann wirklich gibt. Doch seine abenteuerliche Fahrt im Polarexpress, einem magischen Zug, der eines Nachts vor der Haustür des Jungen hält, wird ihn eines Besseren belehren. Der Zug muss um Mitternacht am Nordpol beim Weihnachtsmann eintreffen – sonst droht das Fest auszufallen. Auf der Fahrt dorthin werden die Gleise zur Achterbahn, im Speisewagen tanzen die Kellner für ihre jungen Gäste und eine Karibuherde blockiert die Gleise. Ob es der Polarexpress trotzdem pünktlich zum Weihnachtsmann schafft...?

„Der Polarexpress“ ist verfügbar bei iTunes, Amazon, Google Play und freenet Video

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